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SV Wängle vor dem Aus?

Trotz Erfolge und starker Mitgliederzahlen – Nachfolge für Obmann fehlt, Vereinsauflösung droht

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des SV Wängle Skilauf am 11. Oktober wurde keine neue Vereinsspitze gefunden. Sollte auch bei der außerordentlichen Versammlung in zwei Wochen keine Lösung präsentiert werden, droht dem Traditionsverein mit über 300 Mitgliedern nach 77 Jahren das Aus – mit schwerwiegenden Folgen für den Nachwuchssport und das gesamte Vereinsleben in Wängle.
13. Oktober 2025 | von Johannes Pirchner
SV Wängle vor dem Aus?<br />
Martin Silgener könnte der letzte Obmann des SV-Wängle sein. Foto: Privat
Der SV Wängle Skilauf wurde 2019 als eigenständiger Verein gegründet, nachdem im Hauptverein für das Amt des Präsidenten des Hauptvereins  keine Nachfolge für das Präsidentenamt gefunden  wurde. Seither entwickelte sich der Skiverein unter der Leitung von Martin Silgener Leitung positiv.
Bereits bei der Jahreshauptversammlung 2024 hat Martin Silgener angeküdigt, nach den Neuwahlen 2025 nicht mehr als Obmann zur Verfügung zu stehen. Seitdem wurde ein neuer Obmann gesucht.

KEIN NEUEN ERGEBNISSE. In Wängle hofften viele auf ein positive Nachricht des scheidenden Obmanns, sie wurden allerdings enttäuscht. Die Jahreshauptversammlung des SV Wängle Skilauf verlief ernüchternd. Für die Nachfolge von Obmann Martin Silgener wurde trotz vieler Gespräche keine Person gefunden. Bis zur gesetzten Frist am 8. Oktober gingen weder Wahlvorschläge noch Anträge ein. „Die Situation ist ernst“, so Silgener in der Sitzung. „Wenn sich in zwei Wochen bei der außerordentlichen Versammlung kein wählbarer Vorstand bildet, verliert der Verein seine Handlungsfähigkeit.“

WAS PASSIERT RECHTLICH? Das Vereinsgesetz sieht keine Stilllegung vor. Sollte sich kein neuer Obmann finden, endet nicht nur die Tätigkeit des Vereins, es enden auch sämtliche sportlichen Aktivitäten.

HAUPTBETROFFEN IST JUGEND. Ohne Vereinsführung kann weder das Hallentraining organisiert noch die Teilnahme an Rennen über die ÖSV-Mitgliedschaft gewährleistet werden. Trainingsangebote, Veranstaltungen und das gesamte Vereinsleben wären eingestellt. Der SV Wängle Skilauf zählt aktuell 310 Mitglieder, davon sind 114 beim ÖSV gemeldet. Besonders betroffen wären die 42 Kinder, die derzeit im aktiven Rennlauf stehen, ebenso Kindergarten und Volksschule Wängle, die der Verein regelmäßig beim Skikindergarten und bei den Schulskirennen unterstützt.

APPELL. Hermann Rief, langjähriges Vorstandmitglied, fand bei der Sitzung klare Worte: „Wenn wir 42 Rennkinder haben, dann sprechen wir von rund 80 Elternteilen. Das Ehrenamt braucht Unterstützung – nicht nur von Funktionären, sondern aus der gesamten Dorfgemeinschaft.“ Es gehe hier auch um ihre Kinder. Ein Appell, der im Raum stehenbleibt: „Redet miteinander. Es darf nicht am Obmann scheitern.“ Denn, was über Jahre aufgebaut wurde, verdient eine Zukunft.

ES DARF NICHT AM OBMANN SCHEITERN.  Wängles Bürgermeister und SV-Sportwart, Florian Barbist, sprach im Namen der Gemeinde ein eindringliches Plädoyer für den Fortbestand des Vereins: „Es darf nicht sein, dass ein gut funktionierender Verein mit über 300 Mitgliedern aufgelöst werden muss, nur weil sich niemand bereit-erklärt, Verantwortung zu übernehmen. Genau solche Strukturen machen ein Dorf lebendig. Es wäre das Schlimmste, was passieren kann“, so der Bürgermeister.

ENTSCHEIDUNG IN ZWEI WOCHEN. Die außerordentliche Jahreshauptversammlung in zwei Wochen ist nun die letzte Chance. Sollte sich bis dahin niemand für das Amt des Obmanns oder der Obfrau finden, dann hört der SV-Wängle nach 77 Jahren auf zu existieren. Der bisherige Vorstand, allen voran Martin Silgener, hat sich bereiterklärt, eine neue Vereinsführung tatkräftig zu unterstützen. Für einen neuen Obmann oder Obfrau braucht es zur Führung des Vereins weder Spitzensportler noch spezielle Vorkenntnisse – vielmehr den Willen, Zeit zu investieren und Kinder für den Wintersport zu begeistern. Der bestehende Vorstand, betont Silgener, sei bereit, die neue Führung zu unterstützen. Auch er selbst würde weiterhin mitarbeiten – nur eben nicht mehr an vorderster Front. Es bleibt spannend in Wängle.

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