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Reutte | Wirtschaft | 5. April 2021 | Von Sabine Schretter

Endspurt für LIFE-Projekt

Endspurt für LIFE-Projekt
Florian Keller trat als Waserbauamtsleiter in Wolfgang Kliens Fußstapfen. RS-Foto: Schretter
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Reutte  Von Sabine Schretter
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Vorstellung der wasserbaulichen Projekte mit Überraschungseffekt – Florian Keller übernimmt Leitung des Wasserbauamts

Es war die große Überrascheung beim diesjährigen Pressetermin im Baubezirksamt Reutte: Wasserbauamtsleiter Wolfgang Klien wechselte mit 31. Dezember 2021 in den Ruhestand. Florian Keller heißt sein Nachfolger. Er stellte die aktuellen Wasserbauprojekte vor.
Von Sabine Schretter

Amtsleiter Wolfgang Haas stellte Florian Keller vor: „Ich freu’ mich, dass es jemand aus dem Bezirk ist“, so Haas. Die offizielle Verabschiedung von Wolfgang Klien wurde, Corona geschuldet, auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Insgesamt stand Wolfgang Klien 40,5 Jahre an der Spitze des Wasserbauamtes Reutte, hat in dieser Funktion viele Projekte im gesamten Bezirk begleitet. Als besonders prägend nennt Wolfgang Klien im Gespräch mit der RUNDSCHAU die Hochwasserprojekte nach den großen Naturkatastrophen (1999, 2005) und die beiden großen EU-Projekte LIFE-Projekt Lech I (bereits abgeschlossen) und LIFE-Projekt Lech II (läuft noch bis 2022). Herausfordernd sei vor allem der Wandel von früher reinen Hochwasserschutzmaßnahmen hin zur Renaturierung von Gewässern als wesentlichem Bestandteil  wasserbaulichen Handelns. Heute sind der Rückbau und die Renaturierung von von Gewässern die Maßnahmen des Hochwasser- und ökologischen Gewässerschutzes. Bei Gesprächen mit Grundeigentümern – und da gab es im Laufe der mehr als 40 Jahre einige – waren viel Verhandlungsgeschick und Fingerspitzengefühl gefragt. „Da muss man schon zusehen, dass man immer alles unter einen Hut bringt. Gott sei Dank ist uns das gut gelungen und wir konnten alle Projekte auch umsetzen“, beweist Wolfgang Klien, dass er auch diese Herausforderung gemeistert hat. Auf die 40,5 Jahre blickt Wolfgang Klien sehr gerne zurück: „Meine Arbeit war immer spannend und interessant. Ich habe sie immer gerne gemacht und den Job niemals als Belastung, sondern als Bericherung empfunden. Auch wenn es nicht immer nur glatt lief überwiegt absolut die positive Erinnerung an eine sehr schöne Zeit.“ Langeweile kennt er derweil im Ruhestand auch nicht. Noch ist der Vize-Bürgermeister von Lechaschau ja mit dem Wasserbauamt verbunden. Die gewonnene freie Zeit verbringt er gerne mit seiner Familie und den vier Enkeln oder mit zahlreichen sportlichen Aktivitäten. Auf die Frage, ob denn das Bürgermeisteramt locken würde, kommt von Wolfgang Klien ein klares Nein. „Dafür habe ich überhaupt keine Ambitionen. Ich möchte es ruhiger haben und die Zeit wirklich genießen“, sagt er dazu.
Der Name Wolfgang Klien ist eng mit dem EU-geförderten LIFE-Projekt am Lech verknüpft, dem er mit seiner Kompetenz und seinem Wissen einen Stempel aufgedrückt hat. Als neuer Wasserbauamtsleiter begleitet Florian Keller nun den Endspurt des LIFE-Projekts, Wolfgang Klien ist als Konsulent bis zum Abschluss des Projekts 2022 mit an Bord. „Und ich schließe am Rande noch ein paar ,Klien-Sachen’ ab“, erzählt er dazu. Aktuell sind abschließende Maßnahmen an der Forchacher Hängebrücke im Gange. Starre Uferverbauungen und Buhnen werden rückgebaut, an einer Besuchereinrichtung inklusive Infostelle, Spielplatz und Grillstelle wird gearbeitet.  In Forchach wird mit der Maßnahme ein etwa sieben Hektar großes Gebiet mit einem naturnahen Flusslebensraum geschaffen.
Endspurt für LIFE-Projekt
Jahrelang lenkte er die Geschicke des Wasserbauamtes: Wolfgang Klien. Ende 2020 trat er in den Ruhestand. Foto: Gemeinde Lechaschau
ARTENSCHUTZ UND UMWELTFÖRDERUNG. In den Auen bei Pinswang werden C.12 Artenschutzmaßnahmen umgesetzt und Tümpel und Flachwasserbereiche geschaffen, die Tieren – wie der Kreuzkröte, dem Kammmolch und der Azurjungfrau – Lebensräume bieten. Auch Umweltförderungsprojekte stehen auf der Agenda der Wasserbaumaßnahmen des Bezirkes. Hauptaugenmerk liegt hier auf der Wiederherstellung der Fischpassierbarkeit. So wird z. B. während der Niederwasserzeit Ende des Jahres bei Stanzach im Mündungsbereich des Namlosbaches in den Lech ein solches Projekt umgesetzt.

INSTANDHALTUNG. In den Hochwasserschutz am Lech und Interessentengewässern – u. a. Grundbach, Vils, Berger Ache – wird weiter investiert und an der Ufersicherung (Maßnahmen gegen Auskolkung und Erosion) gearbeitet. Mit dem Bauteil 02 des Hochwasserschutzprojekts „Lüss“ soll noch 2021 gestartet werden. Man befindet sich gerade in der Einreichphase, alle Grundeigentümer seien mit den Maßnahmen einverstanden, führte Florian Keller dazu aus. Die Gesamtbaukosten für das Projekt Lüss belaufen sich auf 12,3 Millionen Euro. 84,3 Prozent davon übernimmt der Bund, 15,7 Prozent die Marktgemeinde Reutte, erklärt Reuttes ehemaliger Bürgermeister Luis Oberer im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Die Umsetzdauer des Projekts „Hochwasserschutz Lüss“ ist auf fünf Jahre angesetzt.Das Jahresbudget für den Wasserbau im Bezirk Reutte lässt sich derzeit noch nicht beziffern.
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