Rücktritt Kunststraßen-Team

Von der Kunststraße verabschiedet hat sich das dreiköpfige Organisationsteam des Imster Kulturevents 2019. Für die „Szene“ kam die Meldung überraschend, intern dürfte sich der Rücktritt aber schon seit einiger Zeit abgezeichnet haben. Im Bild: Helene Keller, Daniela Senn und Lisa Krabichler (v.l.)RS-Foto: Bundschuh

Kunststraße Imst derzeit ohne Projektleitung

Am vergangenen Donnerstag sorgte ein Mail des Kulturreferats Imst gelinde gesagt für einiges Erstaunen in der Kunstszene von Stadt, Bezirk und darüber hinaus. Inhalt des Schreibens in Kurzfassung: Das Kunststraßen „Organisations-Triumvirat“ Lisa Krabichler, Helene Keller und Daniela Senn verabschiedete sich geschlossen und wird die 20-Jahre-Jubiläum-Kunststraße 2020 nicht mehr übernehmen.

Von Peter Bundschuh

Medien schreiben in diesem Zusammenhang nach dem höchst geglückten Event des Vorjahrs unter anderem von einem „Paukenschlag“. Durchaus zu recht, dennoch haben sich die schwierigen Rahmenbedingungen bereits im Vorfeld der intensiven Vorbereitungsarbeiten für die an drei Wochenenden im Advent stattfindende Veranstaltung in der vergangenen Saison herauskristallisiert, jedenfalls innerhalb des unmittelbar betroffenen Personenkreises. „Der allerhärteste und zeitaufwendigste ,Brocken‘ war dabei, an ausreichend Ausstellungsräumlichkeiten heranzukommen, die den Qualitätsansprüchen eines solchen Formats – wie eben die 19. Imster Kunststraße darstellte – entsprechen.“ Grundsätzliches Entgegenkommen und eine positive Einstellung gegenüber dem Fest der Kultur spricht das Kunststraße-Team den Besitzern der Lokalitäten in gar keiner Weise ab. Man verstehe natürlich, dass es schwierig ist, leerstehende Lokale im Voraus zur Verfügung zu stellen – aber gerade das wäre notwendig.

100.000 Euro seitens des Organisationsteams für 2020 veranschlagt

Um es gleich vorwegzunehmen: „Skandalhascher“ werden vom Verlauf des Abschiedes enttäuscht sein. Trotz konstruktiver Arbeitsatmosphäre konnte aber bei aller gegenseitigen Wertschätzung der von Lisa Krabichler und Team veranschlagte finanzielle Rahmen von 100.000 Euro seitens der Gemeinde nicht zugesprochen werden. Nun könnte eine hoch anmutende und außerdem so „schön runde“ Summe auf den ersten Blick den Eindruck eines „Daumen mal Pi“-Überschlags vermitteln. Lisa Krabichler ist darum bemüht, eventuelle Missverständnisse gar nicht aufkommen zu lassen, wenn sie betont, dass die Summe seriös errechnet und auf Fakten und Erfahrungswerten basierend angesetzt worden war. „Außerdem beinhalten die genannten 100.000 Euro die Ausgaben bis in das allerletzte Detail, sozusagen als ,Unterm Strich“-Rahmen. Die Kunststraße solle ja weiter entwickelt werden und nicht stagnieren und auch die Bedingungen für die ausstellenden Künstler müssten entsprechen,“ so die Organisatorin im Originalton.

Aufwendiges Setzen von Mosaiksteinen

Weitere Jahresprojekte der freischaffend tätigen Lisa Krabichler und Helene Keller sowie die Vollzeitbeschäftigung von Daniela Senn macht den Dreien ein weiteres monatelanges professionelles Engagement (und Professionalität ist beim derzeitigen Stand der Veranstaltung unverzichtbar) bei der Planung und Durchführung der Kunststraße nicht möglich. Immerhin handelt es sich um ein Aufgabenspektrum von zwei Raumkonzepten, nämlich Galerien und anderer Innenräume sowie öffentlichen Raumes, Auswahl der Künstler, Bewerbung des Events auch über Social-Media-Kanäle und die Herstellung des dreiteiligen, die Ausstellung begleitenden Magazins, das während der Kunststraßen-Wochenenden aufgelegt wurde.

Künftige Finanzen

Die finanzielle Vorstellung des Organisationsteams in Sachen Ausstattung sei bei der Schlussbesprechung eben bei 100.000 Euro gelegen und dieser Betrag sei zu weit von den Vorstellungen der Stadt Imst gelegen und Weirather weiter im Mediengespräch: „Wir stocken in diesem Jahr das Budget von bisher 30.000 Euro auf 50.000 Euro auf.“ Eine derartige Finanzierung sei aber als einmalige Zuwendung anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums aufzufassen. Über die anstehenden weiteren Arbeiten an der derzeitigen „Baustelle“ der Kunststraße soll in einer baldig anberaumten Sitzung des Gemeinderats beratschlagt und im Kulturausschuss konkretisiert werden.

Abschied im Einvernehmen

Das Team sagt adieu: „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen und wir möchten es zum Abschied nicht versäumen, noch einmal ein riesiges Dankeschön an alle Beteiligten auszusprechen, die das Kunststraßen-Jahr 2019 zu einem so bemerkenswerten Erfolg werden ließen.“ Kulturreferent Weirather: „Als Kulturreferent der Stadt Imst möchte ich mich bei den Damen des Projektteams 2019, die so viel Herzblut und Engagement in diese Kunststraße steckten, für ihre hervorragende Arbeit und ihren immensen Einsatz bedanken und mein Bedauern über ihren Ausstieg ausdrücken.“

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