Ruhig und sachlich

Bgm. Siegmund Geiger: „Für den Baustellenverkehr bemühen wir uns in Zusammenarbeit mit der Wohnungs-eigentum um eine für die Betroffenen akzeptable Regelung.“ RS-Foto: Tiefenbacher

Zams: Baubescheid für Unterengere-Projekt noch im Oktober

 

Der Bescheid der Baubehörde für die umkämpfte Wohnanlage der gemeinnützigen „Wohnungseigentum“ im Zammer Ortsteil Unterengere dürfte im Oktober 2018 noch -vorliegen. Der Baustart wird in diesem Jahr nicht mehr erfolgen.

Von Herbert Tiefenbacher

 

Ein Schritt zur Realisierung des Wohnbauvorhabens in der Unterengere, gegen das sich Nachbarn und eine Bürgerinitiative von Anfang wehren, wurde vergangenen Donnerstag gesetzt: Die mündliche Bauverhandlung wurde abgehalten. Laut Bgm. Siegmund Geiger, der Baubehörde 1. Instanz ist, wurde dieser Termin von zahlreichen Anrainern wahrgenommen. „Die Verhandlung ist ruhig und sachlich abgelaufen. Es hat neben positiven selbstverständlich auch negative Äußerungen zum Vorhaben gegeben. Einige Nachbarn haben ja keine Freude damit“, berichtete Bgm. Geiger. Auch Bedenken und Einwendungen seien vorgebracht worden, aber es sei keine Einwendung nach der Tiroler Bauordnung dabei gewesen, deshalb würden diese auch nicht greifen. Es waren dies privatrechtliche Einwendungen wie die Wertminderung von Grundstücken durch das Projekt. Solche Einwendungen im Baugenehmigungsverfahren würden außer Betracht bleiben. Die Nachbarn seien bei ihren Einwänden auf „subjektiv-öffentliche Rechte“ beschränkt. „Darunter fallen zum Beispiel die Übereinstimmung des Vorhabens mit dem Flächenwidmungsplan und dem Bebauungsplan, die Abstände, die Höhe des Bauwerks, die Bebauungsdichte, der Schallschutz als auch die Vermeidung unzumutbarer Belästigungen“, erklärte Geiger. Des Weiteren informierte der Bürgermeister, dass die Nachbarn bei der Bauverhandlung Besorgnis über die Auswirkung des Baustellenverkehrs während der Bautätigkeit deutlich machten. Bgm. Geiger: „Es wird so geregelt, dass die Nachbarn ohne größere Behinderung zu ihren Häusern zufahren können. Die Wohnungseigentum hat zugesagt, sich in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Zams um eine für die Betroffenen akzeptable Regelung zu bemühen.“ Die Wohnbaugesellschaft erklärte sich auch bereit, eine vorsorgliche Beweissicherung der Häuser erstellen zu lassen. „Wir werden darauf achten, dass dies auch geschieht“, betonte Geiger.

 

BAUBESCHEID. Die Aufgabe von Bgm. Geiger ist es nun den Baubescheid zu erlassen. „Ich gehe davon aus, dass dieser noch im Oktober vorliegen wird“, sagte Geiger. Gegen diesen können Nachbarn, die Parteistellung haben (sie müssen Einwände eingebracht haben), Rechtsmittel einlegen. Rechnet Bgm. Geiger damit? „Das kann ich nicht sagen. Es gibt wie gesagt Nachbarn, die sich gegen das Bauvorhaben aussprechen. Ob jemand den Rechtsweg beschreitet, diese Entscheidung obliegt jedem selbst und kann niemandem abgenommen werden. Wie auch immer diese ausfällt, sie ist zu akzeptieren.“ Die Wohnungseigentum signalisierte, dass in diesem Jahr mit den Bauarbeiten nicht mehr begonnen wird.

 

SINNLOS. Aus den Reihen der Nachbarn war kurz vor Redaktionsschluss zu erfahren, dass von dieser Seite keine Einwendungen zu erwarten sind. „Ein Anwalt hat die Erfolgsaussichten von Einwendungen geprüft und kam zum Schluss, dass diese gleich null sind. Dann ist das doch sinnlos“, sagte ein Anrainer.

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