Rumänen-Camp sorgt wieder für Ärger

Das Rumänen-Camp unter der Autobahnbrücke bei Zirl/Dirschenbach. An die 30 Bettler verbringen hier die Nacht und hinterlassen im Gelände Fäkalien und Müll. Nun soll Ordnung geschaffen werden. RS-Foto: Schnöll

Rund 30 Bettler hausen bei Inzing unter Autobahnbrücke – Müll und Fäkalien im Gelände – Nun soll Ordnung her

Vor etwas mehr als einem Jahr berichtete die RUNDSCHAU über rumänische Bettler, die über Monate hinweg nächtens ihr Lager auf dem A 12-Rastplatz bei Inzing aufschlugen. Als die Nächte kälter wurden, hausten sie auch im Hohlkörper der Autobahnbrücke, die zwischen und Inzing und Zirl/Dirschenbach den Inn überspannt. Und genau dort haben nun wieder an die 30 Rumänen unerlaubt ein Camp aufgeschlagen.

In den Hohlkörper der Autobahnbrücke gelangten die rumänischen Bettler diesmal gewaltsam nicht hinein. „Wir haben die versperrbare Zugangstüre massiv verstärkt. Zudem kontrollieren wir auch ständig“, schildert Asfinag-Autobahnmeister Günter Santer. Das Lager, in welchem in der Nacht bis zu 30 Bettler hausen, befindet sich nun zwischen der Brücke und dem Widerlager. Dreckige Decken, halb zerfetzte Matrazen, schmutzige Kleidungsstücke, Bierdosen etc. im Schlaflager, Müll und Fäkalien am Innufer bzw. im Fluss. Dieses nicht gerade „appetitliche“ und vom Gesetz her nicht erlaubte Bild bietet sich bei Tag den Wanderern und Radfahrern, die dicht am Rumänen-Camp vorbei müssen. „Bei uns im Gemeindeamt langen aus der Bevölkerung laufend Beschwerden ein, Frauen haben meist Angst, wenn sie die Brücke passieren, wir werden gegen das wilde Campieren dringend etwas unternehmen müssen“, kündigt Inzings Bürgermeister Josef Walch an.

gespräche über massnahmen. Beschwerden am laufenden Band gibt es inzwischen auch von Pendlern, die mit den ÖBB-Nahverkehrszügen zur Arbeit fahren. Die Rumänen brechen nämlich vom Bahnhof Inzing zu ihren – mitunter auch aggressiven – Betteltouren in der Landeshauptstadt und den Landgemeinden auf. Sie nehmen im Bahnhof und in den Waggons die Sanitäranlagen in Beschlag, ein gültiges Fahrticket besitzen sie meistens nicht. „Wir führen auf der Westbahnstrecke im Oberland verstärkt Kontrollen durch. Ein ähnliches Problem mit den osteuropäischen Bettlern gibt es auch in Vorarlberg, speziell im Raum Dornbirn. Natürlich handelt es sich um arme Menschen, es gibt aber auch organisierte Bettlerpartien. Dulden können wir so etwas nicht, den ÖBB ist Sicherheit und Sauberkeit wichtig“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Rene Zumtobel beim RUNDSCHAU-Telefonat. Bürgermeister Josef Walch wird noch diese Woche Gespräche mit der Asfinag, der BH Innsbruck-Land, den ÖBB und der Polizei Zirl über weitere Maßnahmen führen.