Samstagskultur

Der Flügelaltar in der sogenannten „Hüttkapelle” in Pflach ist eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler im Außerfern. RS-Fotos: Claus

Museumsverein Reutte lud zu informativem Kirchenbesuch

Zwei Besichtigungen im Rahmen der „Samstagkultur“ führten in die Pfarrkirche St. Ulrich in Pinswang und die Hüttenmühlkapelle hl. Ulrich und Afra (Ulrichskirche) in Pflach.

Klaus Wankmiller, ausgewiesener Kenner der sakralen Bauten im Außerfern, führte die interessierten Teilnehmer durch die beiden Kirchen.  Die nach Plänen von Johann Georg Fischer von 1725 bis 1729 erbaute barocke Pfarrkirche steht auf einer Anhöhe im Nordwesten des Ortsteils Unterpinswang und ist dem hl. Ulrich von Augsburg geweiht. Im Inneren sind Fresken des Pfrontener Malers Johann Heel aus dem Jahr 1729 zu sehen. Weitere Arbeiten weisen auf Martin Schneider, Nikolaus Babel und Josef Anton Stapf, ebenfalls aus Pfronten, hin. Die Fresken an den Seitenaltären sowie die Kreuzwegstationen stammen aus dem 20. Jahrhundert. Pinswang entwickelte sich noch im Mittelalter zu einem beliebten Wallfahrtsort.
Von der ehemaligen spätgotischen Kirche in Pflach ist nur noch ein Teil erhalten, um 1820 wurde westlich ein einfacher Betraum angebaut. Die den Heiligen Ulrich und Afra geweihte Kirche geht auf die Initiative der Besitzer des ehemaligen Messingswerkes, den Hoechstettern aus Augsburg, zurück und ist mit 1515 datiert. In ihr befindet sich ein Kreuzweg von Balthasar Riepp, den dieser angeblich in nur zehn Tagen erschaffen hat. Der Flügelaltar ist eines der bedeutendsten Kunstdenkmäler des Außerferns. Zeitweise wurde ein Teil der Kirche in früheren Zeiten (um 1800) als Pulverdepot „missbraucht”. Interessant der im Altarraum befindliche Tabernakel von Johann Jakob Herkommer.

Von Uwe Claus

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