SC Imst-Damen-Team begeistert

Das Damen-Team des SC Imst, das gegen Oberes Gericht ran durfte. RS-Foto: Unterpirker

Coole Mädchen und Frauen spielen Fußball

Mit vollem Einsatz und großer Leidenschaft sind seit zwei Jahren die Mädels vom SC Sparkasse Imst beim Kicken. Trainer Reinhold Fischer achtet bei der Umsetzung von zielgerichteter Taktik auch auf die athletischen Komponenten – und hofft auf viele Neuzugänge.

Von Albert Unterpirker

Wer die Damen-Weltmeisterschaft heuer in Frankreich mitverfolgt hat, wird nicht schlecht gestaunt haben. Denn das, was die Frauen dort spätestens in der Schlussrunde abzogen, war vom Feinsten. Da wurde dem Zuschauer starke Technik und striktes Pressing präsentiert. Attitüden, die aus dem Spitzenfußball nicht mehr wegzudenken sind. Es sind diese Einstellungen, die Reinhold Fischer von seinem Team fordert. „Wir versuchen, Mittelfeldpressing zu machen und schnell nach vorne zu spielen“, erklärt der Trainer der Imster Mädels, die in der Landesliga West auf Torjagd gehen. Sie machen das sehenswert, stehen dem Männerkick generell in punkto Einsatz und Leidenschaft in Nichts nach. Eher erscheint es so, als es manchmal umgekehrt wäre. Denn jeder Zweikampf wird mit einer Inbrunst geführt, dass die Muskeln bis auf die letzte Spannung hingebogen werden. Freilich, manchmal tscheppert es auch, ganz wie bei den Herren. Das gehört eben dazu.

Spannend
Carina Juen (rot, Imst) und Co scheuen keinen Zweikampf. RS-Foto: Unterpirker

Was hat sich in letzter Zeit bei der Mannschaft getan? Neben wenigen Abgängen gab es wieder Zugänge, wie zwei Spielerinnen aus Zams. Bemerkenswerterweise gingen diese nach Imst und nicht nach Landeck, das ja eigentlich im selben Talkessel liegt. Spannend dürfte ein weiterer Sommer-Neuzugang sein, namentlich Karin Luchies. Die Niederländerin, die mittlerweile in Imst lebt, spielte in Holland erfolgreich in der Halle. Derzeit hütet noch die junge Sophia Krismer das Gehäuse der Gurgltalerinnen, im Frühjahr wird aber wohl die Niederländerin, die aufgrund der Übergangsbestimmungen erst dann eingesetzt werden kann, die neue Nummer eins sein. Nicht mehr mit im Boot ist Ex-Trainer Dominik Thurner, der nach Pitztal (Gebietsliga West) als Spieler gewechselt ist. Insgesamt weist der – doch recht schmale – Kader der Imsterinnen 19 Spielerinnen auf. Noch schwieriger gestaltete sich die Arbeit für Fischer zuletzt aber deshalb, weil eine Grippewelle die halbe Mannschaft weggerafft hat. Trotz alledem weicht der Coach keinen Millimeter von seiner Philosphie ab: „Wir legen Wert auf Athletik, wollen fair, aber hart spielen!“ Eine Gangart, die bei den gegnerischen Trainern nicht immer auf Gegenliebe stößt. „Aber so ist auch der heutige Fußball generell geworden“, will Fischer keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass man eine Partie in diesen Zeiten mit keiner Weicheier-Performance gewinnt. Es gibt beim Training also nicht nur Zuckerbrot, sondern auch ab und zu mal die Peitsche? Fischer schmunzelt: „Das hat du gesagt, diese Formulierung habe ich nicht verwendet!“ Kryptischer Nachatz: „Grundsätzlich ist das Training auf unsere taktische Philosophie abgestimmt.“ Aha, jetzt sind wir der Sache nähergekommen.

Einladung

Wie schaut’s mit der atmosphärischen Dichte im Team aus? „Moral und Stimmung passen“, sagt der 34-jährige Übungsleiter, der hofft, dass in der Winterpause noch ein paar Mädels dazukommen. „Alle sind herzlich eingeladen, bei uns vorbeizuschauen, ab 14 Jahren kann jedes Mädel bei uns spielen!“ Geplant ist im nächsten Jahr, ein Damen-Nachwuchsteam zu installieren. Ziele für die Mannschaft? „Sukzessive weiterentwickeln, abgerechnet wird am Ende!“ Wo wohl die Reise der Imster Damen hingeht?

Reinhold Fischer: „Legen Wert auf Athletik!“RS-Foto: Unterpirker
Karin Luchies (r.) bildet derzeit Sophia Krismer im Tor aus.RS-Foto: Unterpirker

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