Scharnitz ist nun vom Verkehrslärm erlöst

Tunnelblick: V.l. LH Günther Platter, Bürgermeisterin Isabella Blaha, Abt German Erd, Tunnelpatin Anneliese Vonmetz, LH-Stv. Josef Geisler. RS-Foto: Schnöll

34,5 Millionen Euro teure Umfahrungsstraße wurde am Samstag mit Festakt und Segnung für den Verkehr freigegeben

Samstag wurde in Scharnitz dem langen Warten auf eine Erlösung vom Verkehrslärm endlich ein Ende gesetzt. Mit einem Festakt wurden die Umfahrungsstraße mit dem fast einen Kilometer langen „Porta Claudia Tunnel“ und ein neues Tunneleinsatzfahrzeug feierlich ihrer Bestimmung übergeben und von Abt German Erd gesegnet. 

Pro Tag fuhren bisher durchschnittlich 8.500 Fahrzeuge durch das Ortszentrum, an Spitzentagen sogar bis zu 18.000 Fahrzeuge. „Mit dem heutigen Tag beginnt eine neue Ära für Scharnitz. Ab sofort rollt nur noch ein Viertel des derzeitigen Verkehrs durch das Ortszentrum. Das bedeutet nicht nur eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität, sondern vor allem auch gewaltige Chancen für die künftige Entwicklung von Scharnitz“, erklärte Landehauptmann Günther Platter, und er erninnerte daran, dass es ein großes Glück ist, in einem friedlichen Land leben zu können. Im Hinblick auf die Nordic-WM 2019 in Seefeld meinte der Landeshauptmann, dass von der neuen Umfahrungsstraße nicht nur die Scharnitzer, sondern auch die Nachbargemeinden profitieren.

GRÖSSTES STRASSENBAUPROJEKT. In das Straßenbauprojekt, das teuerste in den vergangenen Jahren, in Tirol, investierte das Land 34,5 Millionen Euro. „Gut eingesetztes Geld“, wie der für den Straßenbau zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler feststellte. „Wir haben sowohl den Kostenrahmen als auch den Zeitplan eingehalten. Die Nordische WM in Seefeld steht vor der Tür. Hier wird sich einmal mehr zeigen, welch große Entlastung die Umfahrung für Scharnitz ist. Die Umfahrung wird außerdem für eine sicherere Verkehrsabwicklung auch bei einem hohen Verkehrsaufkommen sorgen. Mein Dank gilt allen am Bau beteiligten Firmen und auch der Bevölkerung für das entgegengebrachte Verständnis für die Belastungen während der Bauzeit“, so Geisler, bevor er dem Scharnitzer Feuerwehrkommandanten Christian Ihrenberger die Schlüssel für das neue Tunnelrüstlöschfahrzeug „Volvo  RLFTA 2000/200“ überreichte.

FREUDE BEI DORFCHEFIN BLAHA. Bürgermeisterin Isabella Blaha stand die Freude über die nun fertiggestellte Umfahrungsstraße ins Gesicht geschrieben. Sie bedankte sich in ihrer Rede bei einer ganzen Reihe von Personen, die sich für das Projekt eingesetzt und es begleitet haben. „Auch bei den Anrainern und für  Grundbesitzern, die bereit waren, das Große in den Vordergrund zu rücken“, wie Blaha betonte. Die Gemeinde Scharnitz hat während der Bauzeit die Zeit genutzt, um die Weichen für die Entwicklung des Ortes zu stellen. „Wir wollen die Natur wieder in den Vordergrund rücken und damit an die touristisch erfolgreichen Zeiten unseres Ortes anschließen. Der Naturpark Karwendel und der Tourismusverband Olympiaregion Seefeld sind dabei unverzichtbare Partner“, blickt die Scharnitzer Dorfchefin optimistisch in die Zukunft.

DANKESCHÖN. Dankesworte kamen auch von Günter Guglberger, dem Leiter des Brücken- und Tunnelbaus beim Land Tirol. „Mit den aufwändigen Tunnelausbruch-, Felssicherungs- und Betonierarbeiten war die Umfahrung Scharnitz technisch eine Herausforderung. Die Arbeiten sind trotz schwieriger Verhältnisse ohne größere Vorkommnisse über die Bühne gegangen. Dankeschön allen Projektbeteiligten für die gute Zusammenarbeit!“

ZAHLEN UND FAKTEN: 130.000 Kubik betrug der Erd- und Felsaushub, 20.000 Kubikmeter Beton und 2.100 Tonnen Stahl wurden verbaut. Von der Grundeinlöse waren 52 Grundstücke von 25 Grundeigentümern betroffen. Gesamtlänge der Umfahrung: 2,08 Kilometer.

LH-Stv. Josef Geisler bei der Schlüsselübergabe an FF-Kdt. Christian Ihrenberger. Stellvertreter Franz Heinz Heiss, Fahrzeugpatin Andrea Ihrenberger, LH Günther Platter, HFM Rene Vonmetz und Bgm. Isabella Blaha (vl.) gratulierten. RS-Foto: Schnöll
Seefeld Bürgermeister Werner Frießer und Gattin Rosi im Tunneltalk mit dem ehemaligen Landesrat Anton Steixner. RS-Foto: Schnöll
Die Musikkapelle Scharnitz brachte beim Festakt ihre Freude über die Umfahrungsstraße mit mehreren Ständchen zum Ausdruck. RS-Foto: Schnöll
Auch diese beiden Herren bedankten sich beim Festakt bei der Gemeindeführung und der Politik für das Ende vom „Horror Verkehrslärm“. Foto: Heinz Holzknecht