„Schließung vom Tisch“

Bgm. Siegmund Geiger, Bgm. Manfred Matt und LA Toni Mattle (v. l.). RS-Fotos: Archiv

Gesetzesänderung verhindert Schließung zweier Schulen

 

Der Landtag hat vergangene Woche die Bestimmungen für die Auflassung und Stilllegung von Pflichtschulen geändert. Ansonsten hätten die Volksschulen in Rifenal und Schnann stillgelegt werden müssen.

 

Von Daniel Haueis

 

Die Liste Fritz hat es geahnt: Die im Juli 2019 beschlossene Regelung hat vorgesehen, dass Volksschulen geschlossen werden müssen, wenn sie in den letzten drei Schuljahren weniger als zehn Schüler hatten. „Diese Regelung ist vollkommen an der Realität vorbeigegangen…“, stellen Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und LA Markus Sint fest. Nun hat der Landtag eine Änderung beschlossen: „Künftig schauen wir auch bei Unterschreiten der kritischen Schülerzahlen die absehbare Entwicklung der kommenden Jahre an. Ist diese positiv, lassen wir die Schulen weiterhin geöffnet“, sagt LR Beate Palfrader. Betroffen wäre u.a. die Volksschule Rifenal in Zams gewesen. Bgm. Siegmund Geiger kann nun Entwarnung geben: „Die Schließung ist vom Tisch.“ Nach Mitteilung der Bildungsdirektion wäre die Schule zu schließen, da sie die durchschnittliche Zahl von zehn Schülern in den letzten drei Jahren nicht erreicht hat. Daraufhin hat die Gemeinde das Gespräch gesucht und auch die wahrscheinlichen Schülerzahlen in den kommenden Jahren erhoben – und siehe da: Mindestens zehn Schüler wird es in den nächsten drei, vier Jahren jeweils geben. Besonders bitter wäre die Schließung gewesen, da in den letzten Jahren in die Schule im Weiler Schwaighof investiert worden ist. Ähnlich wäre es der Volksschule in Schnann ergangen – Schließung oder Stilllegung, obwohl in den kommenden Jahren wieder mehr Schüler zu erwarten sind. „Es hätte keinen Sinn gemacht“, sagt Bgm. Manfred Matt – in Pettneu hätte dies sogar Mehrkosten verursacht. Dort liegt die Schülerzahl in den kommenden Jahren wahrscheinlich deutlich über zehn. Matt hat wie Geiger in Zams die Zahlen erhoben und Land bzw. Bildungsdirektion informiert, auch LA Toni Mattle um Unterstützung gebeten. Der Landtagsvizepräsident hat daraufhin Bildungslandesrätin und Bildungsdirektion eingeschaltet und die erfreulichen prognostizierten Schülerzahlen vorgelegt. „Wenn man drei Jahre zurückschaut, dann kann man auch drei Jahre vorausschauen“, sagt Mattle. Und so ist‘s gekommen. Bgm. Manfred Matt lobt die Verantwortlichen jedenfalls: „Ich finde es toll, dass die Landesregierung so schnell reagiert.“ LR Beate Palfrader spricht sich generell für ein kleinmaschiges Schulnetz aus: „Der Erhalt der Lebensqualität im ländlichen Raum ist in Tirol in allen Bereichen ein unumstrittener Schwerpunkt der Politik. Dazu gehören besonders Bildungseinrichtungen.“