Schnellschuss-Schorschi

Liebe Freunde der politischen Realsatire!

Neben unserem Landesvater Günther Platter wird von der Bevölkerung in Tirol derzeit nur noch ein Politiker medial wahrgenommen: Tirols SPÖ-Vorsitzender Dr. Georg Dornauer. Im Gegensatz zum ÖVP-Chef fällt der rote Boss aber eher durch seine Eskapaden als durch sachorientiertes, bedachtes Handeln auf. Flapsige Sprüche, angriffslustige Mails und eilig abgesetzte Meldungen über Twitter und Facebook brachten dem mutigen Oppositionsführer zwar jede Menge Schlagzeilen ein. Aber auch in Insiderkreisen den zweifelhaften Ruf des „Schnellschuss-Schorschi“. Das lässt die politischen Mitbewerber keifen. Was halb so schlimm ist. Aber auch in den eigenen Reihen rumort es. So tauschte Dornauer kürzlich das Plakat in der Parteizentrale aus. Statt dem langjährigen Symbol der roten Rose lacht jetzt das Konterfei des Chefs von der Fassade. Was auf wenig Solidarität der Genossinnen und Genossen stieß. Die Frauenvorsitzende forderte gar die Entfernung des neuen Werbemittels. Ein Gewerkschafter reagierte beleidigt wie eine Leberwurst und meinte, er habe es leid, dauernd die Aktionen seines Chefs kommentieren zu müssen. Und selbst Dornauers Vorgängerin fühlte sich bemüßigt, sagen zu müssen, eine Partei bestehe nicht nur aus dem Vorsitzenden allein. Freundschaft und Solidarität, zwei ureigene Werte der Roten, waren wohl einmal anders gemeint. Als Außenstehender darf man differenziert betrachten. Und Fragen stellen. Wie zum Beispiel: Haben die verstaubten Funktionäre noch nicht begriffen, dass Politik heutzutage medial nur noch über personifizierte Zuspitzung – siehe Typen wie Trump, Kurz, Putin und Co. – abläuft? Positive Themen finden so gut wie keinen Zuspruch. Die Sozialdemokratie befindet sich international, national und lokal im Sinkflug. In aller Freundschaft, liebe Genossinnen und Genossen: An all dem kann nicht nur der „Schnellschuss-Schorschi“ alleine schuld sein!

Meinhard Eiter