Schöpf bleibt Gemeindeverbands-Präsident

Willkommen in der Marktgemeinde Telfs!: Marktmusikkapelle und Schützenkompanie waren zum Gemeindetag ausgerückt. Bürgermeister Christian Härting

Große Mehrheit beim Gemeindetag in Telfs für den Sölder Dorfchef – Brennendes Thema war die Asylproblematik

Der Sölder Bürgermeister Ernst Schöpf bleibt auch die nächsten sechs Jahre an der Spitze des Tiroler Gemeindeverbandes. Beim Gemeindetag am vergangenen Mittwoch im Telfer Rathaussaal wurde er mit 168 Ja- und nur drei Nein-Stimmen als Präsident klar bestätigt. Auch der Rumer Bürgermeister Edgar Kopp erhielt als Vize-Präsident ein klares Votum. Neugewählte „Vize“ an der Seite von Schöpf sind der Telfer Marktgemeindechef Christian Härting und der Schwendauer Bürgermeister Franz Hauser.

Ein großes Thema beim Gemeindetag war die Flüchtlingsproblematik. Die Gemeindetagredner, LH Günther Platter, Gemeindeverbands-Präsident Ernst Schöpf, Helmut Mödlhammer, der Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, LR Christine Baur, LR Johannes Tratter und „Hausherr“ Bürgermeister Christian Härting riefen die Bürgermeister zu mehr Solidarität auf. „Es ist Zeit, Klartext zu reden. 60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. Einige von ihnen werden auch nach Tirol kommen. Zur Zeit sind in Tirol 6.000 Asylwerber untergebracht, bis Ende des Jahres sollen es 10.000 sein. Viele Bürgermeister bemühen sich darum, Flüchtlinge unterzubringen, es gibt aber noch etliche Gemeinden, die sich zieren, Asylquartiere zur Verfügung zu stellen“, stellte LR Baur fest. Gemeindeverbands-Präsident Schöpf gelobte Besserung. Auch in „seiner“ Gemeinde Sölden sollen Asylwerber aufgenommen werden. LH Günther Platter betonte: „Tirol steht vor einer riesigen Herausforderung. Leider ist die Solidarität innerhalb Europas nicht gegeben. Es kann aber nicht sein, dass nur in Schweden, Deutschland und Österreich Flüchtlinge aufgenommen werden. In Tirol wurden im heurigen Jahr bereits 5.000 Illegale aufgegriffen. Hier wird deutlich, dass es nicht geht, dass sich Einzelne wegducken!“ Auch Gemeindelandesrat Tratter forderte von den Bürgermeistern mehr Solidarität bei der Unterbringung und der Integration von Flüchtlingen. Der Telfer Bürgermeister Christian Härting pflichtete bei: „Telfs will in der Asylfrage mit gutem Beispiel vorangehen und andere Gemeinden dazu animieren, Flüchtlinge aufzunehmen!“

Ein weiteres Thema war auch der Finanzausgleich, der derzeit ausverhandelt wird. 11,8 Prozent des gesamten Steuereinkommens stehen den Gemeinden zu. „Städte sind bei der Verteilung mehr begünstigt, als die ländlichen Regionen. Wir müssen auf die Schla-Wiener aufpassen und eine starke Westachse bilden“, predigte LH Platter. „Der Finanzausgleich ist ein Buch mit tausend Siegeln, das vielleicht ein Dutzend Menschen noch durchschauen können“, fügte Helmut Mödlhammer hinzu. LH Günther Platter hat auch darauf hingewiesen, dass durch die Erhöhung der Ärztegehälter und des Pflegepersonals Mehrkosten auf die Gemeinden zukommen werden. „Die Gemeinden sind nicht nur Spitalsträger, sie betreiben auch Altenheime und Sozialsprengel. Auch da werden die Gehälter angehoben. Die Hälfte der Kosten übernimmt das Land Tirol“, so der Landeschef.