Schule als Herzensangelegenheit

Simon Walch ist Lehrer aus Leidenschaft und mit Recht stolz auf die Naturparkschule Elmen. Fotos. Walch

Der Elmer Volksschuldirektor Simon Walch ist passionierter Lehrer und stolz auf seine Schule

Neben amtlichen Verlautbarungen, Stundenplänen, Schul- und Familienfotos zieren auch zwei Zitate die Wände der vollgestellten Direktion der Naturpark-Volksschule in Elmen. Eines davon stammt vom großen Charlie Chaplin, der einst so trefflich bemerkte: „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“

Von Magdalena Winkler

„Das gilt auch für die Schule“, meint Direktor Simon Walch „in einer Schule muss man lachen können, man muss sich hier wohl fühlen.“

Traumberuf.

Und Simon Walch fühlt sich auch sichtlich wohl an seiner Schule. Seit acht Jahren ist er mittlerweile an der Volksschule in Elmen tätig. Bevor er an die kleine Schule im mittleren Lechtal kam, unterrichtete er an elf verschiedenen Standorten, unter anderem auch im benachbarten Vorarlberg. Mit dem Beruf als Lehrer hat Walch seine Passion gefunden. Den Kopf voller Ideen, arbeitet er fast ununterbrochen an neuen Förderkonzepten, Unterrichtsmodellen und verschiedenen Projekten. Auch außerhalb der Schule führt Walch ein umtriebiges Leben: Der gebürtige Steeger lebt in Elbigenalp, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist sportlich aktiv und engagiert sich in der Musikkappelle und beim Theater. Simon Walch ist fest mit seiner Heimat verwurzelt, schreckt aber nicht davor zurück, auch „über die Berge unseres Tales hinaus zu sehen“, wie er sagt.

Naturparkschule.

„Es war schon ein gutes Stück Weg, um dahin zu kommen, wo wir jetzt sind“, erklärt Walch bei einem Rundgang durch die Schule. Viele Anträge und Ansuchen um finanzielle Unterstützung sowie bauliche Maßnahmen seien notwendig gewesen, um die Schule seinen Vorstellungen entsprechend auszugestalten, so der Direktor. Das Ergebnis seiner Anstrengungen kann sich jedoch zweifellos sehen lassen: Ein heller Pausenraum mit Küche, eine gemütliche Bücherei und offene Klassenräume mit ergonomischen Sitzmöbeln und neuer EDV-Ausstattung bieten den insgesamt dreizehn Schülern ein zeitgemäßes und ansprechendes Lernumfeld. Eine der vielen Besonderheiten der Volksschule ist die Naturparkecke, die nicht nur ein wahrer Blickfang ist, sondern auch über den Naturpark Tiroler Lech informiert.

Die Naturparkecke ist eine der Besonderheiten der VS Elmen.

Seit Mai 2016 trägt die Volksschule Elmen, als erste Schule des Naturparks Tiroler Lech, den Titel „Naturpark-Volksschule“. Dieser Titel geht zurück auf eine Initiative der Österreichischen Naturparke mit dem Ziel, eine intensive Kooperation der Schule mit dem betreffenden Naturpark sicherzustellen. Um das Prädikat „Naturpark-Schule“ zu erhalten, gilt es, insgesamt sechs Gütekriterien zu erfüllen, zu denen etwa auch die Abstimmung des Schulprofils mit den Vorhaben des Naturparks zählt. So findet sich im Leitbild der Volksschule Elmen auch das Anliegen, „umweltfreundliches und verantwortungsvolles Handeln im Naturpark Tiroler Lech“ zu fördern.
Was das für den Unterrichtsalltag bedeutet, erklärt Isabell, die derzeit die vierte Klasse der Volksschule besucht. „Oft gehen wir raus an den Lech, wo wir etwas Neues über die Natur erfahren oder wir machen es uns draußen einfach gemütlich und lesen etwas.“ Bei Letzterem handle es sich auch um eine der Maßnahmen zur Leseförderung, ergänzt Walch, auf die in der Schule viel Wert gelegt werde. „Zum Beispiel kommen auch immer wieder unsere Lesepaten zur Schule“, sagt Walch. Für ihr Engagement im Bereich Leseförderung wurde die Volksschule Elmen bereits 2014 mit dem Gütesiegel Lesen des Landes Tirol ausgezeichnet.

Rundum gesund.
Der wunderschön gestaltete Trinkbrunnen wird gerne genutzt.

„Neben der Unterstützung bei der Entwicklung geistiger Fähigkeiten setzen wir aber auch auf die Förderung der körperlichen Gesundheit unserer Schülerinnen und Schüler“, erklärt Walch mit Blick auf die „Bewegungsstraße“, einem eigens eingerichteten Bereich mit verschiedenen Sportgeräten. „Dort bin ich besonders gerne“, sagt Isabell. Es sei ihm ein besonderes Anliegen, sagt Walch, die notwendigen Rahmenbedingungen für eine gesunde Schule zu schaffen. „Eine gesunde Schule heißt, den Schülern die Möglichkeit zu geben, eine gesunde Lebenshaltung zu entwickeln.“ Dazu zähle vor allem Bewegung und eine gesunde Ernährung.
Die „Bewegungsstraße“ ist neben vielen weiteren Aktivitäten – wie etwa den Wintersporttagen inklusive nächtlicher Schneeschuh-Fackel-Wanderung – eine von den vielen Maßnahmen, die gesetzt werden, um die Volksschulkinder für Sport zu begeistern. Unterstützung in puncto Gesundheitserziehung holt sich Direktor Simon Walch auch von aktiven Sportlerinnen und Sportlern, wie etwa Skirennläufer Johannes Strolz, der die Schule auch bereits besucht hat. „Sportler wie Johannes haben eine Vorbildwirkung auf die Kinder und motivieren sie, sich zu bewegen und auf sich zu schauen“, ist Walch überzeugt. Das Engagement des Schulleiters wurde im vergangenen November auch mit dem Gütesiegel „Gesunde Schule“ des Landes Tirol prämiert.

Gemeinsam lernen.

In der Elmer Volksschule weihnachtet es bereits sehr. „Wir basteln gerade Krippen“, erzählt Isabell, „und jeden Morgen versammeln wir uns vor dem Adventskranz zur Adventandacht.“ Im Kerzenschein lauschen die Schülerinnen und Schüler dann Weihnachtsgeschichten und beginnen den Tag besinnlich und ruhig, erzählt Simon Walch. „Ich bin sehr gerne hier“, sagt er. „Und ich auch“, antwortet Isabell, „ich mag unsere Schule. Wir lernen und lachen, jeden Tag.“

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.