Schwallausgleichsbecken beim Kraftwerk

Das Becken wird ein Volumen von 300000 Kubikmetern aufweisen. Im September starten die Bauarbeiten für ein Versuchsbecken auf dem Gemeindegebiet von Stams. Foto: Tiwag

Tiwag errichtet im September 2018 ein Versuchsbecken

Nicht unweit des Kraftwerks Silz soll auf Stamser Gemeindegebiet die Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz um das Pumpspeicherkraftwerk Kühtai erweitert werden. Im Zuge dessen errichtet die Tiwag ein Ausgleichsbecken, um den Wasserschwall aus dem Kraftwerk zu dämpfen. Dadurch sollen die gewässerökologischen Verhältnisse im Inn verbessert werden. Um die Funktionsweise zu testen, wird bereits im September 2018 ein Versuchsbecken installiert.

Von Barbara Heiss

„Der Bau dieses Versuchsbeckens ist im UVP-Bescheid vom Juni 2016 vorgeschrieben und hilft uns, im Detail die Bauausführung und anschließend mit dem Probestau auch die Funktionsweise zuverlässig zu testen“, erklärt Tiwag-Vorstandsdirektor Johann Herdina. „Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfolgt in Abstimmung mit der Behörde. Das nahe gelegene Naturdenkmal ,Stamser Eichen‘ bleibt von allen Arbeiten, sowohl am Versuchs- als auch am Ausgleichsbecken, unberührt.“

Senkung der Wasserschwallbelastung.

Durch den Abfluss aus dem Kraftwerk Silz kommt es zu einer Belastung des Inns durch den dabei entstehenden Wasserschwall. Das Ausgleichsbecken dient zur Reduktion dieses Schwalls, indem das Wasser in das Becken geleitet wird, bevor es in den Inn weiterfließt. Das Probebecken wird eine Größe von 30 mal 50 Meter haben, das endgültige Becken, das zwischen August 2019 und April 2022 errichtet werden soll, hat eine Beckenfläche von 100000 Quadratmetern sowie ein Volumen von 300000 Kubikmetern. Rund 19 Millionen Euro werden in dieses Projekt investiert. Im Becken werden zur Abdichtung sogenannte geosynthetische Tondichtungsbahnen (Betonitmatten) verlegt. Unter diese Bahnen werden verschiedene Sensoren und Messeinrichtungen (Porenwasserdruckgeber) installiert, die unter anderem zur Messung des Grundwasserdrucks dienen.

Gute Zusammenarbeit.

Vor allem Stamser Bürgermeister Franz Gallop lobte die Zusammenarbeit der Gemeinde Stams mit der Tiwag bei diesem Bauprojekt: „Dank der guten Zusammenarbeit wurde die Sanierung des nahen Fußballplatzes bereits im Vorfeld der Bauarbeiten mit Unterstützung der Tiwag durchgeführt, um die Auswirkungen des Ausgleichsbeckens auf den Betrieb des Platzes gering zu halten.“ Auch der nahe gelegene Rad- und Wanderweg, auf dem auch die Route des Jakobswegs verläuft, wird im Zuge der Arbeiten geringfügig verlegt.

Wertvolle Ausgleichs- und Regelenergie.

Die Tiwag plant den Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz um ein weiteres Speicherkraftwerk, das im Wesentlichen aus drei Anlagenteilen besteht: dem neuen Speichersee Kühtai im hinteren Längental, dem Pumpenspeicherkraftwerk Kühtai 2 und dem Beileitungsstollen, über den Wasser aus dem Stubai- und dem Ötztal zum Speicher geführt wird. Mit dem neuen Speicher wird die Wasserspeicherkapazität der Bestandsanlage um rund 50 Prozent erhöht, dies entspricht 216 Gigawattstunden mehr pro Jahr.

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