Schweiß, Benzin und Motoröl!

Dominic Strele (l.) und Patrick Bertsch mit ihrem Pothole-Boliden. RS-Foto: Weber

Zwei Benzinboys bestritten Autorallye am Balkan

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Bei zweien gilt das doppelt! Dominic Strele und Patrick Bertsch sind Mechaniker. Im Jänner hat Dominic beim morgendlichen Kaffee auf Facebook das „Pothole Rodeo“ entdeckt – eine Rallye durch den Balkan – elf Länder, 4000 Kilometer. Die Bedingungen: ein mindestens 20 Jahre altes Auto, der Kaufpreis darf nicht höher als 500 Euro sein.

Von Michaela Weber

Dominic hat bei seinem Freund Patrick nicht viel Überredungskunst anwenden müssen. Er fand die Idee auf Anhieb cool und sagte ja. Jetzt fehlte nur noch die wichtigste Sache – das Auto! Im „Schupfen“ von Dominics Onkel schlummerte das Gefährt, das die beiden Autofreaks vom Dornröschenschlaf auf die Rallyestrecke brachten. Das Auto. Ein VW 3er Golf Kombi, Baujahr 1997. Den wieder fahrbar gemachten Untersatz hatte Dominics Onkel den Jungs geschenkt. Die beiden Freunde machten sich auf die Suche nach Sponsoren und fanden auch diese. Nach der Arbeit im Betrieb wurde an der „Schüssel“ geschraubt und gewerkelt. „Der Unterboden war total hinüber“, erzählt Patrick. Etwa 120 Stunden arbeiteten die Mechaniker am Auto. Die 1,9 Liter-Maschine loben die beiden Rallyeteilnehmer im Einklang. Zwei Tage vor ihrer Abreise war das Auto fertig. Die Rallye. 255 Teams aus sieben Nationen nahmen teil. Im Vordergrund des „Pothole Rodeo“ stehen Freude und Gemeinschaft, denn: „It´s a Rallye, not a Race“, wie die Veranstalter das Erlebnis bewerben. Es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an, das Durchkommen zählt! Auf ihrer zehntägigen Reise knüpften die Arbeitskollegen Freundschaft mit anderen Teilnehmern. „Die Hilfsbereitschaft bei der Rallye war enorm“, sagt Dominic. Wenn ein Team durch eine Panne auf der Strecke blieb, half man sich gegenseitig, die Karren wieder flott zu machen. Patrick und Dominic wechselten sich beim Fahren ab. Wenn sie einen Checkpoint erreicht hatten, setzte sich der andere für die nächste Etappe hinters Steuer. Die Rallye führte die Mechaniker an beeindruckende Plätze. Geschlafen haben die beiden im Auto, am Strand, auf einer Baustelle und selten in einem Hotel. Ein richtiges Männerabenteuer, das den Freunden wohl in Erinnerung bleiben wird. Die Anmeldung für das nächste Jahr ist schon gemacht!

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