Seefeld gleicht Budget durch Grundverkauf aus

Der Glasturm bei der Sprungschanze wird ganzjährig den Gästen als Aussichtsturm über die Möserer Wiese zur Verfügung stehen. Foto: Bernhard Rangger

Bürgermeister Frießer holt zusätzliche GAF-Mittel – Gemeinderat stimmt einstimmig dem Budgetvoranschlag 2019 zu

Auch Seefeld muss in Zukunft den Gürtel enger schnallen, stellten die Gemeinderäte bei der jüngsten Budgetsitzung fest: Man beschloss zwar einstimmig ein ausgeglichenes Budget von 17,9 Millionen Euro in Ein- und Ausgaben, erreicht wurde dieses allerdings mit Schönheitsfehlern. Bürgermeister Werner Frießer und Gemeindekassier Lukas Zorzi mussten nämlich zu Landesrat Johannes Tratter fahren und um zusätzliche GAF-Mittel (300.000 Euro) für die Volksschulsanierung ansuchen. Außerdem wurden 2,5 Millionen Euro an Grundverkäufen eingeplant.

Gemeinderat Sepp Kneisl brachte die Situation so auf den Punkt: „Künftig können wir nicht so weiter finanzieren. Dafür reichen unsere Grundstücksreserveren nicht aus!“ Ersatz-Gemeinderat Wolfgang Frost schlug vor, wegen der überdimensional angestiegenen Personalkosten die Kinderbetreuungsgebühren den finanziellen Verhältnissen der Eltern anzupassen. Frießer erklärte: „Es ist wahr, dass die größte Sorge die steigenden Ausgaben bei der Kinderbetreuung sind. Die Gemeinde Axams zum Beispiel kann ihren Haushalt nicht mehr ausgleichen, da die Ausgaben dafür innerhalb weniger Jahre von 300.000 Euro auf 1,2 Millionen Euro explodiert sind. Bei uns in Seefeld betragen diese inzwischen 1,3 Millionen Euro. 80.000 davon werden durch Elternbeiträge gedeckt, 400.000 vom Land refundiert. Das Land gibt aber die Gesetze vor, nach denen wir die Kinderbetreuung organisieren müssen. Die Kosten werden zu einem Großteil auf die Gemeinden umgelegt. Das Ganze wird langsam zu einem sozialpolitischen Thema!“ Größte Hoffnung für Seefeld: Das Land plant eine Freizeitwohnsitzabgabe. Da es in Seefeld überdurchschnittlich viele Freizeitwohnsitze gibt, wird die Gemeinde spätestens ab 2020 davon profitieren.

FREUDE. Erfreut zeigte sich Frießer, dass die WM-Baustellen nunmehr so gut wie fertig sind: Nur am Technical Center, welches später als Tourismusbauhof dienen wird, und am Stora-Enso-Ausstellungshaus, das in der Folge dem Tennisclub zur Verfügung stehen wird, wird noch gewerkelt. Auch der WM-Aussichtsturm, der neben Funktionsräumen für Sportveranstaltungen dem Skiclub und dem TVB dienen und den Gästen als Aussichtsturm zur Verfügung stehen wird, wurde rechtzeitig fertig. Das neue Retentionsbecken am Apothekerparkplatz, die Seefelder Jochbahn und der WM-Bahnhof  konnten rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen ihrer Bestimmung übergeben werden.

PROBLEME. Sorgen bereitet den Gemeinderäten hingegen der Raabach. GR Hannes Norz berichtete, dass vermutlich wegen des trockenen Herbstes, aber möglicherweise auch durch die Naturschutzmaßnahmen, die Wasserschüttung deutlich zurückgegangen sei: „Da der Bach jetzt oberflächlich zufriert, spielen dort Kinder und brechen ein. Schon viermal mussten wir einem durchnässten Kind aus dem eisigen Bach helfen!“ Auch GR Sepp Kneisl hatte ähnliches beobachtet: „Vermutlich versickert in der Möserer Wiese Bachwasser. Wir müssen das beobachten und mit den Fachleuten besprechen.  Das Gewässer ist nämlich auch für die Fischzucht wichtig!“ Er ersuchte den Gemeinderat um eine zusätzliche Subvention für den Fischereiverein: „Obwohl wir vor den Bauarbeiten rund 1.600 Fische elektrisch abgefischt haben, sind durch die Trockenheit und Fehler bei den Arbeiten mehr als 200 Forellen verendet. Wir wollen diese in Hinblick auf das 500-Jahr-Jubläum von Kaiser Maximilian mit Kaiser-Maximilian-Forellen nachbesetzen. Diese genetischen Urforellen sind in der Anschaffung teurer, aber an die Verhältnisse am Plateau besonders gut angepasst!“

Von Bernhard Rangger

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