Seelen-Lieder in St. Anna

Begeisterndes Konzert des Chors Zwischentöne plus und des Saxophon-Ensembles Smesch

„Laetare“ – diesen Namen trägt der Sonntag in der Mitte der Passionszeit: „Freuet Euch!“ Und diese Freude im Zeichen der Hoffnung prägte das  Konzert des Chores Zwischentöne plus und des Saxophon-Ensembles Smesch in der Reuttener Annakirche überaus eindrucksvoll.

von Jürgen Gerrmann

Voller Begeisterung sang der Chor Zwischentöne plus in der Reuttener Annakirche Lieder aus Taizé in Stephan Wetzels modernem Arrangement. Für ihn gab es ebenso wie für das Saxophon-Ensemble Smesch begeisterten Applaus. RS-Foto: Gerrmann

Stephan Wetzel, Lehrer an der Landesmusikschule Mittleres Oberinntal, hatte bekannte und weniger bekannte Taizé Lieder modern arrangiert und interpretierte sie mit seinem Saxophon-Ensemble Smesch (was „Stephan mit erwachsenen Schülern“ bedeutet); der Chor Zwischentöne plus, unter der Leitung seiner Schwägerin Uli Wetzel, sang sie nach gefühlvollen Gitarren-Einleitungen von Dekanatsassistent Alois Gedl voller Innigkeit und Begeisterung – und auch das Publikum zählte zu den Akteuren dieser beeindruckenden abendlichen Stunde. Denn wie in der Kommunität von Taizé ist das Miteinander-Singen, das Gemeinschaft spüren lässt, überaus wichtig. Und das wurde denn auch intensiv gepflegt, ja regelrecht gefeiert.
Der Funke sprang dabei vom ersten Lied („Wait for the Lord“) an über, eine wundervolle Atmosphäre prägte den Kirchenraum auch bei „The Lord is my song“, „Confitemini Domino“, „Laudate omnes Gentes“, „Nada te turbe“ und „In the Lord“ – unter „Meine Hoffnung und meine Freude“ wohl besser bekannt.

Die Mischung macht’s.

Und genau diese Mixtur war es, die das Konzert zu solch einem Erlebnis machte: Hoffnung und Freude begegnete man in den verschiedensten Facetten – in den meditativen Passagen ebenso wie in den jazzigen und den schwung- und swingvollen, in denen das Herz voll Fröhlichkeit mittanzte.
Doch nicht nur mit Musik, sondern auch durch Worte wurde die Botschaft der Hoffnung verbreitet. Elmar Fuchs, Margret Gedl, Brigitte Hornstein, Mathilde Kassler, Mario Kuisle und Wolfgang Schmidt lasen Texte von Huub Osterhuis (in der Übertragung des Psalms vom Guten Hirten wird der Wunsch nach dessen Begleitung am Ende zur Gewissheit), Andrea Schwarz (die in „Zusage“ die Sinne dafür schärfte, was man alles nicht braucht – zum Beispiel, immer kraftvoll zu sein), Vreni Merz (die die Sehnsucht und den Glauben daran artikulierte, eines Tages „zu sehen, was bis jetzt kein Auge je gesehen hat“), Katja Süß (ihr Loblied galt „Gott, der Quelle des Lebens“) und zweimal Lothar Zenetti (der zum einen dazu aufrief, Wörter wie Hoffnung, Vertrauen, Dankbarkeit, Mut, aber auch Erbarmen, Freundlichkeit und Geborgensein zu feiern und zum anderen ein Lächeln ankündigte, „von dem Du gefunden wirst, an einem der Tage, die kommen“).

Standing Ovations.

Kein Wunder, dass es am Ende stehenden Applaus gab. Denn die Melodien von Taizé sind eben Seelen-Lieder – sie schenken Kraft für die Seele und Kraft aus der Seele. Auch das fühlte man dank Stephan Wetzels Arrangements ganz intensiv. Und nahm diese Kraft mit auf den Heimweg.

 

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