Seit 70 Jahren Tradition und Brauchtum

Der Ehrwalder Trachtenverein lädt am 5. November zum Jubiläumsfest und 15. Musikanten-Huagart ein

Dem Ehrwalder Trachtenverein liegen der Heimatgedanke, die Überlieferung des Brauchtums und die Kameradschaft sehr am Herzen. Auf der Jubiläums-Feier zum 70-jährigen Bestehen erwarten den Besucher wieder ein besonders schönes musikalisches Programm und zahlreiche Ehrungen. Im Gespräch mit der RUNDSCHAU verrieten die Vorstandsmitglieder genauere Details.

RUNDSCHAU: Auf was können sich die Huagart-Besucher am 5. November im Zugspitzsaal freuen?
Andrea Holzer: Anlässlich des Jubiläums starten wir heuer schon in der Früh ab 11 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück, das von der Grainauer Neuneralm-Musi musikalisch untermalt wird.

RS: Und der 15. Musikanten-Huagart beginnt wie gewohnt am Nachmittag?
AH: Richtig. Um 14 Uhr geht es los. Eintritt ist wie immer frei! Und folgende musikalischen Gäste sind mit dabei: die „Isardoia Buam“, „Die Zamgwürfelten“, der „Mittenwalder Oimagsang“, Familie Paulsteiner, D’Neuneralm-Musi, Monika Dreigsang aus dem Allgäu und die Mundartdichterin Mizzi Tuschl. Besonders freuen wir uns auf das Lermooser Flügelhornduo; ein großer Dank geht an Alfred und Thomas Fasser, die schon von Anfang an bei unserem Musikanten-Huagart dabei sind. Überhaupt haben sich im Laufe der Jahre gute, grenzüberschreitende Freundschaften zwischen Jung und Alt gebildet. Wenn ich jemanden von meinen Volksmusikfreunden anrufe, ob sie beim Musikanten-Huagart mitmachen, sind sie sofort dabei. Und das unentgeltlich!

RS: Wie entstand die Idee zum Musikanten-Huagart vor 15 Jahren?
AH: Damals hat der Kulturkreis Ehrwald, unter Leitung von Herbert Fuchs, die „Gassa musi“ am Josefbrunnen mit Herbert Spiegel, Viktor Hohenegg, Barbara Schönherr und Hans-Peter Wirrer organisiert. Der Trachtenverein hat diese Veranstaltung ausgerichtet. Da dachten wir uns, es wäre doch schön, jährlich einen Musikanten-Huagart zu haben. Seitdem gibt es ihn immer im November.

RS: Und das mit großem Erfolg?
Tanja Walser: Ja, das Fest ist immer sehr gut besucht und beliebt bei den Einheimischen sowie bei Volksmusikfreunden aus unserem Bezirk und aus dem Allgäu. Hauptorganisatorin ist Andrea Holzer, die die Musikgruppen aussucht und die meiste Arbeit stemmt. Inzwischen erfüllen aber alle Ausschussmitglieder ihre bestimmten Aufgaben.

RS: Ihr seid also ein sehr gut eingespieltes Team?
Ramona Holzer: Genau. Danken möchten wir an dieser Stelle auch allen unterstützenden Betrieben und den vielen freiwilligen Helfern sowie Kuchenbäckerinnen. Ohne sie wäre es nicht möglich, so ein großes Fest auszurichten! Ein weiter Dank geht an meinen Opa Viktor Hohenegg, der uns die Geschenke und Gestecke selbst in Handarbeit anfertigt.

RS: Bitte erzählt ein wenig über die Geschichte des Trachtenvereins? Wie hat alles angefangen?
Markus Schretter: Im Jahre 1947 kam es zur Neugründung des Trachtenvereins durch August Raaf und Josef Kerber. Seit 1954 sind wir im Besitz einer Vereinsfahne, die von der Sektion Coburg gespendet wurde. Die Vereinsmitglieder tragen die Tracht von Zwischentoren. Viele junge Burschen und Mädchen haben seither das überlieferte Brauchtum, die Tracht und Tänze aufrechterhalten bzw. verbreitet. So bin auch ich Fähnrich und Vorplattler und für das Tanztraining der Bub’n verantwortlich.

RS: Wo ist Euer Vereinslokal?
Barbara Schönherr: Die Gemeinde Ehrwald hat uns netterweise ein Vereinslokal im Mehrzweckgebäude (neben Bergwacht und Feuerwehr) zur Verfügung gestellt. Dort wird geprobt, Sitzungen werden abgehalten und auch kleinere Feiern veranstaltet.

RS: Seit wann bist Du Obfrau des Trachtenvereins, Barbara?
BS: Seit 2002 – also auch schon seit 15 Jahren. Von 1999 bis 2002 war Gertrud Sterzinger (geb. Wilhelm) am Ruder und von 1982 bis 1999 Walter Somweber.

RS: Welche Mitglieder sind schon besonders lange dabei?
BS:  Zu den Erstmitgliedern zählen u.a. Engelbert Kerber, Ilse Somweber, Adelbert Hohenegg, Olga Kerber, Olga Parth, Paula Neuner, Engelbert Somweber, Gustl Walch und Wilhelm Adolf Zuntl. Die derzeit längsten, inzwischen passiven Mitglieder sind Ehrenobmann Walter Somweber und Milli Reuter mit 67 Jahren. Unser längstes noch aktives Mitglied ist Fähnrich Josef Somweber mit 57 Jahren Mitgliedschaft.
RS: Welche jährlichen Aktivitäten organisiert der Trachtenverein neben dem Musikanten-Huagart noch?
TW: Wir richten ca. sechs Tiroler Abende im Sommer und ca. fünf im Winter für Gäste und Einheimische aus. Außerdem sind wir immer beim Frühschoppen auf dem Oktoberfest auf der Zugspitze zu hören und zu sehen. Darüber hinaus rücken wir bei diversen kirchlichen Veranstaltungen wie der Erntedankprozession aus. Aktuell veranstalten wir im Auftrag der Erwachsenenschule im Vereinslokal einen Tanzkurs, der recht gut ankommt.
An dieser Stelle möchte ich auch Marion und Franz Lederbauer sowie den Alpengrageelern danken, die uns schon seit Jahren musikalisch bei unseren Auftritten begleiten.

RS: Was wünscht Ihr Euch für die Zukunft?
AH: Dass es so gut und kameradschaftlich weitergeht und unser schönes Brauchtum nie ausstirbt.
BS: Und dafür brauchen wir auch Nachwuchs. Wer also Lust hat, unserem Verein als Tänzerin, Schuhplattler, Sänger oder Musikant beizutreten, kann sich gerne bei mir melden. Wir freuen uns über jeden Neuzugang ab 15 Jahren. Meine Telefonnummer ist: +43 699 16633054.

RS: Vielen Dank für das interessante Gespräch. Die gesamte Redaktion wünscht Euch ein wunderschönes Jubiläumsfest und alles Gute für die Zukunft!

Von Juliane Wimmer

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