Seuchen ohne Ärzte

Liebe Freunde des Gesundheitswesens!

Auch wenn eine neuerlich drohende Migrationswelle von der Türkei über Griechenland nach Europa in der tagesaktuellen Berichterstattung das Coronavirus allmählich verdrängt, sitzt die Angst vor ansteckenden Krankheiten doch tief in den Gliedern der Bevölkerung. Noch nie haben wir so oft die Hände gewaschen. So selten Reisen gebucht. Und vor lauter viel Information nicht mehr genau gewusst, wo wahre Probleme liegen. Kürzlich las ich, man solle, wenn man glaubt, man könnte vom Virus infiziert sein, nicht zum Arzt gehen, sondern diesen nur anrufen. So weit, so gut. Jetzt las ich aber auch, dass wir allmählich unter einem Ärzteschwund leiden. In Landeck zum Beispiel gehen Allgemeinmediziner in Pension. Für die frei werdenden Kassenstellen sind keine Nachfolger in Sicht. Und so lud das Stadtoberhaupt den obersten Vertreter der Tiroler Gesundheitspolitik, den Chef der Krankenkassen und einen hochrangigen Vertreter der Ärztekammer ein, um das Problem einer Lösung zuzuführen. Die drei Herren waren zwar erschienen. Erfüllten aber nicht die erhofften Erwartungen. Ihre Systeme seien nicht in der Lage, die heiß ersehnten Doktoren zu liefern. Das stimmt nachdenklich. Ist unser Gesundheitssystem schon kränker als wir Patienten selbst? Wen rufen wir in Zukunft an, wenn wir uns unwohl fühlen? Wir bräuchten kompetente Politiker. Wie zum Beispiel die auf Viruserkrankungen spezialisierte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Die würde sich auskennen. Aber statt zu helfen, fragt sie momentan selbst die ihr Anvertrauten, ob man sie denn noch für fit genug halte. So etwas schwächt das Immunsystem. Vielleicht brauchen wir Schutzimpfungen für Volksvertreter. Um Fieberschübe samt überhitzte Köpfe zu vermeiden.

Meinhard Eiter

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.