Sicher auf zwei Rädern

Den Hindernisparcours radelten alle Kinder mit individuellen und altersangepassten Herausforderungen ab. RS-Fotos: Weber

Der Katholische Familienverband Reutte organisierte Kinderbikekurs

Sicherheit, Koordination und Reaktion auf dem Fahrrad übten Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren beim Bikekurs.

Von Michaela Weber

Im Gelände der Volksschule Archbach leuchtete am Freitag ein bunter Parcours durch das Nebelwetter. Dreißig Kinder schlängelten sich auf ihren Farrädern an Hütchen und Hindernissen vorbei. Es ging über Rampen, Reaktion und Gleichgewicht waren gefragt.
„Der Bikekurs war in kürzester Zeit ausgebucht“, erzählt Obfrau Carina Hosp voll Freude. „Es freut uns, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde. Im Frühjahr wird ein weiterer Kursnachmittag stattfinden.“
Fahrradfahren im Straßenverkehr setzt voraus, dass mehrere Aufgaben gleichzeitig gemeistert werden können. Kinder sind je nach Entwicklungsstand mit Mehrfachaufgaben überfordert. Sie nehmen ihre Umwelt ganz anders wahr als Erwachsene. Sie sind oft schneller abgelenkt und reagieren spontan. Aufgrund ihrer Größe haben Kinder nicht den Überblick im Straßenverkehr wie Erwachsene.
Gerade deshalb fanden die Frauen des katholischen Familienverbands das Angebot eines Bikekurses für Kinder wichtig. Nach dem abwechslungsreichen und rührigen Nachmittag stärkten sich die Radler beim Jausenbuffet.

Früh übt sich.
Mutig schanzten die Kids über die Rampen.

Bevor es das erste Mal gemeinsam auf die Straße geht, sollten Kinder das Radfahren gut beherrschen. Die ersten Übungsfahrten auf dem Fahrrad sollten immer unter Aufsicht der Eltern auf Plätzen ohne Verkehr stattfinden. Alleine aufsteigen, zurückschauen und losfahren, lenken, bremsen und anhalten oder ausweichen. Begleitet nur ein Elternteil das Kind, wird vom Kuratorium für Verkehrssicherheit und dem ÖAMTC empfohlen, dass der Erwachsene am besten hinter dem Kind und bei schwierigen Stellen vorne fährt.

Kurs.

Die Schulung übernahmen Profis. Im Kurs wurden Fähigkeiten verbessert, um gemeinsame Radfahr-erlebnisse sicher und entspannt zu genießen. Kleine Spezialaufgaben machten den Kindern Spaß und verbesserten ganz nebenher die Fahrradbeherrschung. Auch das Bremsen und Schalten wurde perfektioniert. Ein Schneckenrennen, bei dem derjenige gewinnt, der eine Strecke am langsamsten fährt, ohne die Füße auf den Boden zu stellen, verbessert Gleichgewicht und Koordination.
Aus kleinen Hindernissen wurde ein Slalom aufgebaut, der auch zuhause leicht nachzumachen ist und den Kids Spaß macht. Fortgeschrittene absolvierten manche Übungen sogar einhändig. Die trainierten Fahrradgeschicklichkeitsspiele machten allen Kindern Spaß und bereiteten sie auf die Herausforderungen im Straßenverkehr vor.
Die Vorbildfunktion der Eltern zum sicheren Radfahren ist sehr wichtig. Wer einen positiven und sichtbaren Umgang mit dem Fahrrad vorlebt, dem radeln bald Nachahmer hinterher.

Freiwillige Radfahrprüfung.

Die freiwillige Radfahrprüfung können Kinder ab dem 9. Lebensjahr machen, meist wird das im Rahmen der 4. Klasse Volksschule durchgeführt. Die Prüfung selbst besteht aus einem einem theoretischen und einem praktischen Teil. Ist sie bestanden, wird der Radfahrausweis ausgehändigt.

Ausblick.

Am Montag, dem 18. November, veranstaltet der Katholische Familienverband ein „Ratzfatz-Kinderkonzert“.

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