Siegerprojekt Parkanlage Reutte vorgestellt

Architekt DI Alexander Wasle freute sich, das Siegerprojekt „Parkanlage Untermarkt“ präsentieren zu können. RS-Foto: Schretter

11:0 Stimmen für heimisches Unternehmen Architektur Walch und Partner

Das Schlagwort „Zentrumsbelebung“ wird in Reutte sehr groß geschrieben. Auch bei der Präsentation der Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes und bei deren Beschlussfassung wurde diese Prämisse deutlich untermauert. Die Umgestaltung und Belebung der Parkanlage im Untermarkt ist Teil der Initiative.

Das Projekt „Neugestaltung Parkanlage Untermarkt“ war bis Ende Jänner als Kooperation eines Architekturbüros und eines Landschaftsplanungsunternehmens ausgeschrieben. Fünf heimische und zwei externe Architekturbüros nahmen teil.
Als Vorgaben vonseiten der Gemeinde waren der Beginn der Umsetzung noch 2018, die Einhaltung des Kostenrahmens von 1 Million Euro, Barrierefreiheit, Erhaltung des Baumbestandes, Umgestaltung des Wasserbereiches und Schaffung von Spiel- und Bewegungsflächen zu berücksichtigen. Ferner forderte die Gemeinde, die AST-Eisfläche in das neue Konzept zu integrieren, den Vorplatz der Neuen Mittelschule Untermarkt neu und autofrei zu gestalten sowie die Bereiche „Straße“ und „Parkfläche“ zwischen Billa und Park umzukehren.

Eindeutig.

Am 2. Februar war ein Begehungstermin angesetzt, bis spätestens 11. April mussten die Vorschläge eingereicht sein. Am 19. April entschied eine Jury über das Siegerprojekt. Diese elfköpfige Jury setzte sich aus sieben Sach- und vier Fachpreisrichtern zusammen, die von Beratern ohne Stimmrecht unterstützt wurden. Den Zuschlag erhielt – nach eindeutiger Elf-zu-Null-Abstimmung das heimische Unternehmen „Architektur Walch und Partner“, das das Konzept des Siegerprojektes gemeinsam mit der Firma hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH aus Berlin erntwickelt hat.
Arch. DI Alexander Wasle stellte im Zuge der 16. Gemeinderatssitzung der Marktgemeinde Reutte in der Aula der VS Archbach das Projekt vor. „Es fühlt sich fast so an, wie als Skirennläufer ein Weltcuprennen in der Heimatgemeinde zu gewinnen“, verlieh er seiner Freude Ausruck.
Klar und verständlich präsentierte er die Pläne, die durchaus überzeugen konnten und Vorfreude auf das neue Reuttener Begegnungszentrum weckten.

Generationenübergreifend.

Im Untermarkt soll ein neues Zentrum mit einem generationenübergreifenden Bewegungsraum unter Einbeziehung aller Bevölkerungsgruppen entstehen.
Der Park im nördlichen Teil der Gemeinde wird von verschiedenen wichtigen Gebäuden und Einrichtungen umrahmt und stellt somit ein Verbindungsgelenk für die Bevölkerung dar.
Eine wichtige innerörtliche Fußwegeverknüpfung verläuft zwischen Bahnhof und Ortszentrum. Das Konzept der Neugestaltung sieht daher eine fußläufige Verbindung – an der Wirtschaftskammer vorbei – durch den Park auf die Begegnungszone Untermarkt vor. Weitere berücksichtigte und frequentierte Wegeverbindungen sind vom südlich gelegenen Kindergarten über den Schulhof auf den Untermarkt sowie vom Hauptschulweg an die nördliche Bahnhofstraße.

Pavillon im Zentrum.

Zentraler Anlaufpunkt im Park ist der 2017 neu erbaute Musikpavillon, dessen Bühnenvorfläche gepflastert werden und Platz für mindestens 200 Zuschauer bieten soll.
Zwischen Musikpavillon und Musikschule wird es nicht nur eine funktionale Verknüpfung, sondern auch eine direkte Wegeverbindung durch den Park geben.
Aus dem kleinen Brunnen am Rand des Parks wird ein großer Flächenbrunnen mit Wasserdüsen und Sitzbänken am Wasserspiel entstehen. Für Kinder ergibt sich daraus eine Wasserspielmöglichkeit im Sommer, für Erwachsene ein Ort zum Verweilen. Richtung Süden schließt ein großzügiger Spielbereich für Jung und Alt an. Die dort ausgesuchten Spielgeräte sollen sowohl durch Senioren, Kinder als auch durch Schüler während der Schulpausen genutzt werden können.

Neues für die Schule.

Angegliedert an diesen Spielbereich  befindet sich dann der neue, großzügig gestaltete Schulhof. Die Schulküche wird in Zukunft durch einen nach unten abtreppenden Hof mit Tageslicht beleuchtet. Schüler können sich hier in den Pausen aufhalten, zusätzlich kann die tribünenartige Situation für Unterrichtsstunden im Freien genutzt werden.
Zwischen Schulhof und Sportplatz ergibt sich eine Rasenfläche mit Schulgarten.
Vor dem Tourismusbüro – dem Park zugewandt – bildet sich der Treffpunkt „Via Claudia“ aus. Hier wird dem Prädikat „Fahrradfreundliche Gemeinde“ Genüge getan. Neben einer Rundbank sollen  zahlreiche Fahrradstellplätze entstehen und E-Bike-Ladestationen eingerichtet werden.
Ein überdachter Infopoint und eine Fahrrad-Servicestation ergänzen das Angebot für Radfahrer zusätzlich.

Raum für alle.

Für die angrenzende Bewegungszone Untermarkt werden die Busparkplätze bzw. Autoparkplätze außerhalb der eingezäunten Billa-Parkflächen und die Straße getauscht, die Bewegungszone damit als „Shared Space“ (gemeinsamer Raum, in dem alle Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt sind) ausgebildet.
Die gesamte Parkanlage im Untermarkt wird barrierefrei erschlossen und bedient wichtige Wegeverbindungen.

Winterfit.

Das Winterkonzept der Parkanlage Reutte berücksichtigt, wie von der Gemeinde gefordert, das Projekt „Eistraum“. Zentraler Ort bleibt die Eisfläche mit Eisstockplatz und Eishockeyfeld auf dem Sportplatz der Schule.Die Möglichkeit, eine kleine Bühne und Holzhütten während der Winterzeit zu errichten, besteht. Eventuell kann in Zukunft auch der Weihnachtsmarkt in den Park integriert werden. Von der großen Eisfläche abgehend sollen „eislaufbare“ Wege in den Parkbereich vor den Musikpavillon führen. Vor der Bühne liegt dann eine zentrale Eisfläche, die durch Liveveranstaltungen und Lichtshows bespielt werden kann.
Von diesem Platz aus bieten sich zwei unterschiedliche Routen an. Der ‘Beginner Loop‘ mit circa 180 Metern Länge sowie der circa 150 Meter lange ‘Advanced Loop‘ mit Hindernissen und leichten Steigungen für geübte Eisläufer.
Die Lagerflächen für die benötigten Aggregate und Utensilien der Firma AST werden in der Gebäudenische beim Turnsaal der NMS untergebracht und mit einem Sichtschutzzaun abgetrennt.
Der bei der Eisaufbereitung anfallende Schnee wird zentral im Bereich des Fontänenbrunnens gelagert und kann als Schneespielhügel für Kinder im Winter genutzt werden und bei Bedarf jederzeit über die „Shared Space-Zone“ abtransportiert werden.
Alle benötigten Zufahrten sowie Ver-, Entsorgungs- und Rettungswege zu den umliegenden Gebäuden sind während des „Eistraums“ weiterhin gegeben – insbesondere die Zufahrt zur Kleinkunstbühne „Kellerei“ und dem Kindergarten.