Silz schlägt Telfs im Derby in der Kuppel-Arena

Ruslan Gelfanov (Bild) scorte wie auch Philipp Simperl drei Mal. RS-Foto: Unterpirker

Bullen lassen es in der Donnerkuppel krachen

Es wurde vor diesem Spiel viel geredet und manche sahen sich schon Provokationen ausgesetzt, nur wenn sie vielleicht auf der Tribüne anwesend wären. Aber manchmal wird es nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Trotz manch triftiger Gründe zwischen den beiden Klubs ging es beim Derby zwischen Silz und Telfs weniger harsch zur Sache, als befürchtet. Am Ende behielten die Bullen verdientermaßen beim „ungeliebten“ Nachbarn das bessere Ende für sich und bezwangen die neugegründete Landesliga-Mannschaft deutlich mit 7:4. Weniger gut erging es derweil Imst/Ehrwald, denn trotz einer komfortablen Führung konnten die Oberländer nicht die Früchte ihrer Arbeit ernten. In Kundl musste sich die Spielgemeinschaft mit 4:6 beugen.

Von Albert Unterpirker

Sportlich hat man das Derby für sich entscheiden können, hat es aber emotionell ebenfalls gepasst? „Alles ist gut gegangen“, resümiert Tobias Stocker nach dem Spiel in Telfs, wobei die Bullen bei ihren Toren „richtig schöne Kombinationen“ zeigten, die auch die Fans mit einem Zungenschnalzen goutierten. Die Spannung schien beim Derby indessen greifbar. „Dieser Sieg war sehr wichtig“, weiß der Bullen-Trainer um den Stellenwert des 7:4-Erfolgs freilich bestens bescheid. Allerdings, nicht gleich von Start weg sollte es für Silz gut laufen, denn zu Beginn des ersten Abschnitts „waren wir vielleicht zu übermotiviert“. Es war eine Phase, in der die Hausherren doch Druck ausüben konnten. Mit Fortdauer der Partie fand Silz aber besser ins Spiel und präsentierte sich im zweiten Drittel überlegen. „Das war eine super Mannschaftsleistung – von vorne bis hinten“, lobt Stocker die Performance seiner Truppe. Mindestens so gut lief es für die Gäste im dritten Durchgang, denn zwei schnelle Tore brachten eigentlich eine Vorentscheidung. Eigentlich. „Schade, dass wir sie von 5:1 auf 5:4 rankommen haben lassen“, weiß der Coach um dieses (kleine) Manko bescheid. Doch Gelfanov, Simperl (jeweils drei Treffer) und Co ließen an diesem Abend nichts anbrennen, machten den Sack schlussendlich eiskalt zu. „Ein super Eishockey-Abend für Tirol“, sagt Stocker, der sich über eine massive Silzer Fanabordnung in Telfs freuen durfte. So schien es eher ein Heimspiel für die Bullen zu sein. Zurück zum Sportlichen. „Das war heute eine viel bessere Leistung als bei der Heimpremiere gegen Weerberg, als Trainer kann man nach so einem Match nur zufrieden sein. Wir halten zusammen, es macht riesig Spaß – und die Stimmung passt!“ Jetzt kommt die Mega-Mannschaft aus Kufstein. Wie wird’s jetzt weiter gehen? „Wir müssen am Boden bleiben. Gegen Kufstein sind wir in der Außenseiterrolle und wir hoffen, dass wir mithalten können. Jedenfalls wollen wir sie ärgern!“

Tiroler Landesliga

Telfs – Silz, 4:7 (1:3, 3:4, 0:0). Tore: Strobl (29.), Kuprian (44.), Csics (48.), Piffer (54.) bzw. Ruslan Gelfanov (22., 38., 58.), Daniel Ljubic (29.), Philipp Simperl (41., 43., 58.). Shots on Goal: 33 bzw. 39. Strafen: 37 bzw. 35. Nächstes Spiel: Silz –Kufstein, Samstag, 30. November., 19 Uhr. Weitere Ergebnisse: Wattens – Weerberg, 6:0. Kufstein – Kundl, 3:2. Tabelle: 1. Wattens 9/4, 2. Kufstein 9/4, 3. Hohenems 9/3, 4. Silz 9/4. 5. Kundl 3/4, 6. Mils 3/2, 7. Weerberg 0/3, 8. Telfs 0/4.

Neuzugang

Mit 3:0 beziehungsweise 4:1 lag Imst/Ehrwald in Kundl bereits voran, um dann doch noch als 4:6-Verlierer das Eis verlassen zu müssen – das schmerzt, oder? „Das macht sehr traurig, das hätten wir nicht mehr hergeben dürfen“, erklärt Philip Schneeberger nach der Partie in Kundl. Dabei reisten die Oberländer erneut mit nur elf Leuten an, zudem verletzte sich Martin Kofler im ersten Drittel an der Schulter und wird voraussichtlich zwei bis drei Wochen ausfallen. An der Vorstellung der SPG-Männer gab es indessen nicht wirklich etwas auszusetzen. „Wir haben sie in den ersten 30 Minuten dominiert, waren die bessere Mannschaft“, blickt der SPG-Übungsleiter zurück. Was dann kam, „war eher ein mentales Problem – dass wir innerhalb weniger Minuten so viele Tore kassieren!“ Dennoch muss man betonen: Kufstein spielte mit einem 21 Mann-Kader (!), spielte mit vier Linien durch. „Mit unseren zwei Linien haben wir dann ein bisschen die Kraft verloren“, so Schneeberger, der unter anderem die tolle Leistung von Goalie Max Fischnaller hervorhebt. „Er war ein Wahnsinn, alle Gegentore waren individuelle Fehler!“ Nun kommt es zur viel erwarteten Heimpremiere in Ehrwald – gegen Götzens. Mit dabei wird mit Clemens Schennach (kam von Garmisch zurück, Anm.) ein Neuzugang das Team von Imst/Ehrwald verstärken. Zusätzlich könnte demnächst noch ein weiterer folgen. Wer das ist, werde noch nicht verraten.

Tiroler Gebietsliga:

Kundl II – Imst/Ehrwald, 6:4 (0:2, 2:2, 4:0). Tore für Imst/Ehrwald: Johannes Weber (8.), Michael Knabl (16.), Luca Jozwowski (27.), Andre Weratschnig (35.). Shots on Goal: 23 bzw. 16. Strafen: 8 bzw. 10. Nächstes Spiel: Imst/Ehrwald – Götzens, Samstag, 30. November, 19.30 Uhr. Weitere Ergebnisse Zirl/Seefeld – Vomp, 3:10. Tabelle: 1. Kundl II 8/3, 2. Götzens 6/3, 3. Vomp 6/3, 4. Kufstein II 6/2, 5. Imst/Ehrwald 3/3, 6. Wattens II 1/3, 7. Zirl/Seefeld 0/3.

Tobias Stocker erlebte seinen ersten Derbysieg mit Silz. RS-Foto: Unterpirker

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.