… so vielfältig klingt Blasmusik aus Österreich

Marton Bubreg begiesterte das Publikum mit seinem Solo am Saxophon. Der erst 14-Jährige setzte die Komposition des heimischen Musikers Stephan Wetzel perfekt um. RS-Foto: Chauvin

BMK Reutte brillierte beim Frühjahrskonzert

Mit über 50 Musikerinnen und Musikern konnte die Bürgermusikkapelle Reutte zum Frühjahrskonzert antreten. Und davon, so verkündete Obmann Karlheinz Scheiber stolz, sind neun Jungmusiker neu in die Reihen des Orchesters eingegliedert worden.

Von Claudia Chauvin

Mit einem anspruchsvollen Programm, viel guter Laune und Freude an der Musik präsentierte sich die Bürgermusikkapelle Reutte beim Frühjahrskonzert. RS-Foto: Chauvin

Ein schönes Ambiente im herrlichen Festsaal des Walter Schwarzkopfhauses, gefüllt mit Blasmusikbegeisterten brachte die Kapelle zu Bestleistungen.
Unter dem Motto „Made in Austria“ hatte Kapellmeister Johannes Petz ein wirklich spannendes und ansprechendes Programm zusammengestellt. Die Konzertbesucher erlebten eine große Vielfalt österreichischer Blasmusik und genossen die große Spielfreude und das Können hervorragender Solisten und einen homogenen, feinen Klangkörper.
Mit einer Uraufführung wurde das Publikum zu Beginn überrascht. Geschrieben vom Kapellmeister Petz ertönte unter Trommelwirbel und Fanfarenklängen „Einzug auf Ehrenberg“ mit besonders imposanter Choreographie. Großer Beifall für dieses interessante Werk war Petz sicher. Beschwingt und heiter führte die Kapelle mit „Ein Reisetagebuch“ von Manfred Sternberger (1961) durch Niederösterreich. Weit zurück ging es dann mit Julius Fučík (1872-1916) und seinem „Donausagen Walzer“. Bekannt als Marschkönig war er Mitglied bei der Regimentsmusik des k.u.k. Infanterie-Regiments. Doch auch die wienerischen Klänge lagen ihm nahe.
Von der Austro-Pop Gruppe STS erklangen dann in einem Medley deren größte Hits mit den unvergesslichen Liedern „Und irgendwann bleib i no da, Kalt und Kälter, Großvater und natürlich Fürstenfeld. Mit „Roller Coaster“, einem musikalischen Sketch von Otto M. Schwarz (1967) ging es auf eine Achterbahn, wobei die Musik immer rasanter wurde und mit einem Schreckens- oder Freudenschrei endete. Hier erfuhren die Besucher, dass ihr neuer Dirigent sogar schon bei dem Musiktheorie-Lehrwerk „Da Capo“, das im ECHO Musikverlag erschienen ist, zusammen mit Schwarz gewirkt hatte. Besonders die jungen Musikerinnen und Musiker werden es kennen.
„Unter vollen Segeln“ ging es in den zweiten Teil des Abends. Der Haiminger Klaus Strobl (1971) hat diesen anspruchsvollen Konzertmarsch geschrieben, den die BMK bestens zu Gehör brachte. Nicht nur Made in Austria, sondern Made in Tirol hieß es dann, als die musikalische Fantasie „Verwehte Blumen“ von Florian Pranger (1971) mit sehr fein herausgespielten Highlights und Solos auf Flügelhorn und Tenorhorn präsentiert wurde.
Ein weiteres Highlight des Abends war sicherlich das großartige Werk „Konzert Nr. 2“ für Altsaxophon und Blasorchester des Breitenwanger Komponisten Stephan Wetzel (1962). Hier stand der 14-jährige Marton Bubreg, Sohn einer österreichischen-ungarischen Musiker-Familie, im Rampenlicht. „Er zählt heute schon zur absoluten Weltspitze in seinem Altersbereich. Wir sind stolz, dass wir ihn in unseren Reihen haben“, so die BMK. Und es war einfach fantastisch, diesem jungen Musiker zuhören zu können. Mit der Ouvertüre „Alpine Inspirations“ des jungen Tiroler Komponisten Martin Scharnagl, bekannt auch als Gründer und Schlagzeuger der Formation Viera Blech wurde der offizielle Teil beendet. Zu den Zugaben gehörte natürlich, dem Motto des Konzerts entsprechend, dann noch „Oh du mein Österreich. Dieses fulminante Konzert wird sicher lange in den Köpfen der Zuhörer bleiben.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.