Sonnenschein beruhigte Gemüter der Urlauber

So sah es zu Silvester beim "Schlepplift Geigenbühel" in Seefeld aus. Seit einigen Tagen ist das Seefelder Plateau mit einer Schneedecke überzogen. Foto: Heinz Holzknecht

Stornierungen über die Weihnachtsferien wegen Schneemangels – Schwere Unfälle auf überfüllten Kunstschneepisten

Für den Tourismus war das frühlingshafte Wetter über die Weihnachtsfeiertage alles andere als positiv. Aus den Wintersportorten wurden wegen des herrschenden Schneemangels etliche Stornierungen gemeldet. Die meisten der Urlauber, die dennoch gekommen sind, nahmen es allerdings gelassen. „Lieber in Tirol in der Sonne, als zuhause im Nebel“, meinten viele. Große Einbußen mussten über die Feiertage vor allem auch die Skigebiete unter der Baumgrenze hinnehmen. In vielen dieser Skigebiete standen bzw. stehen die Lifte still. Und dort, wo auf Kunstschnee gefahren werden konnte, kam es auf den überfüllten Pisten immer wieder zu schweren Unfällen. Die Rettungshubschrauber standen im Dauereinsatz, in den Krankenhäusern herrschte Hochbetrieb.

Markus Graf, der Direktor des „TVB Olympiaregion Seefeld“, bezeichnete beim RUNDSCHAU-Telefonat die Buchungslage über die Weihnachtsfeiertage als gut. „Es gab zwar einige Stornierungen, aber jene Gäste, die gekommen sind, waren wegen des sonnigen Wetters positiv eingestellt!“ Die Langläufer fanden in Seefeld auf der drei Kilometer langen und in der Leutasch auf der zwei Kilometer langen Kunstschneeloipe hervorragende Bedingungen vor. Strahlender Sonnenschein und die frühlingshaften Temperaturen luden aber auch zum Wandern ein. In der Leutasch wurde zum Beispiel die „Geisterklamm“ aufgesperrt, sogar einige Wanderführer wurden aus der Winterpause geholt.

In den höher gelegenen Skigebieten wie Kühtai, Hoch-Oetz oder am Seefelder Plateau konnten über die Weihnachtsfeierte wenigstens die Pisten beschneit werden. Dort herrschte reger Skibetrieb. In den meisten nieder gelegenen Skigebieten standen die Lifte still. Für viele Urlauber und Einheimische endete das Pistenvergnügen im Krankenhaus. „Es war wie alle Jahre um diese Zeit. In Wirklichkeit waren es nicht mehr Patienten als zu schneereichen Weihnachtstagen. Vom Stefanitag bis zum Dreikönigstag sind rund 350.000 Gäste im Land, das wirkt sich natürlich auf die Verletztenstatistik aus. Wegen der schlechten Schneelage ist allerdings das Verletzungsmuster ein anderes. Es gibt viele Bänderverletzungen, ausgerenkte Schultern und komplizierte Brüche. Auch schwere Kopf- und Körperhöhlenverletzungen werden derzeit an jedem Tag gezählt“, erklärt „medalp“-Chef Alois Schranz, Facharzt für Unfall-Chirurgie und Sport-Traumatologie. Nicht nur die Ärzte, sondern auch die Einsatzkräfte der Rettungsorganisationen und die Crews der Notarzthubschrauber stehen derzeit im Dauereinsatz. „Unsere Notarzthelikopter waren über die Weihnachtsfeiertage um fünfzig Prozent mehr ausgelastet als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs“, schildert David Holzknecht, der in Karres den „Heli Tirol“-Stützpunkt leitet.