Sozial- und Gesundheitssprengel Außerfern

Zur Feier des Tages schnitt SGS-Obmann Dr. Matthias König die Geburtstagstorte zum Einjährigen an. Mit dabei waren Obmann- Stellvertreter Klaus Witting, Geschäftsführerin Birgit Aldrian-Holzner, Pflegedienstleiterin Kathrin Schreck und ihre Stellvertreterin Alexandra Huber (hinten v.l.). RS-Foto: Claus

Nach erstem Jahr mit erfolgreicher Bilanz

Den ersten Geburtstag gilt es, wenn das Anfangsjahr gut verlaufen ist, besonders zu feiern, so auch der des „Sozial- und Gesundheitssprengels Außerfern“ (SGS).

Im Rahmen eines Pressefrühstücks im Hotel „Zum Mohren“ in Reutte stellte die Geschäftsführung
die geleistete Arbeit im Gründungsjahr vor. „Wir haben ein Jahr Erfahrung gesammelt, manches wurde
neu konzipiert, manches wurde verändert – aber wir haben unseren Neustart dank unserem tollen Mitarbeiterteam gut und eigentlich relaxt geschafft“, so SGS-Obmann Dr. Matthias König.

UMFANGREICHE ANGEBOTSPALETTE. Im Rückblick auf die Trennung vom Roten Kreuz erklärte
SGS-Geschäftsführerin Birgit Aldrian-Holzner den Verlauf: Die Weichen für die Trennung vom Roten Kreuz wurden bereits in den Jahren 2013/2014 gestellt und am 1. Januar 2016 wurde diese dann  vollzogen. Um die Synergien mit dem Roten Kreuz weiterhin zu nutzen, blieb die räumliche Nähe weiter
bestehen. Der SGS Außerfern hat die Büroräumlichkeiten in der Innsbrucker Straße gemietet. Er betreut
fl ächenmäßig das größte Gebiet in Tirol. Neben den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern der Arbeitskreise
(Unteres Lechtal, Oberes Lechtal, Tannheimertal, Vils/Musau und Zwischentoren) bietet der Sprengel
ein breit gefächertes Angebot für pflegebedürftige Mitmenschen und deren Angehörige im ganzen Bezirk Reutte (mit Ausnahme von Jungholz) an. Er stellt weiter mobile Pflege- und Betreuungsdienste für Menschen in jeder Lebensphase bereit. Qualifizierte Fachkräfte, ´Profi s mit Herz´ und viele  Ehrenamtliche. Ziel der Arbeit ist es, den betroffenen Personen durch die Pflege und Betreuung im häuslichen Umfeld ein selbstbestimmtes Leben zu fördern und zu erhalten.

ORGANISATORISCHE HERAUSFORDERUNG. Aktuell sind 30 hauptberufl iche MitarbeiterInnen
beim SGS beschäftigt. Von ihnen wurden 26 000 Leistungsstunden und 7 000 Stunden Wegzeiten
geleistet. Das ist gegenüber 2015 eine Steigerung von 3,6 %. Mit den 14 Dienstautos wurden mehr als
300 000 km im Jahr 2016 zurückgelegt. Die MitarbeiterInnen des SGS Außerfern haben im Jahr 2016 ca. 400 KlientInnen betreut. Davon waren 188 Neuzugänge, das heißt, fast täglich wurde ein neuer Klient aufgenommen und versorgt. „Sehr erfreulich ist, dass sich ca. 45 % der KlientInnen, bei denen die Betreuungszeit im Jahr 2016 beendet wurde, wieder selbstständig versorgen können und gesund geworden sind“, so Geschäftsführerin Aldrian-Holzner. Eine große Herausforderung für die Organisation des Sprengels wird es sein, Angebot und Nachfrage laufend auf die aktuellen Bedürfnisse
abzustimmen. „Längerfristige Planungen sind schwierig, das System muss daher flexibel organisiert sein, um allen KlientInnen das benötigte Ausmaß an Leistungen mit dem verfügbaren Personal zukommen zu lassen. In der speziellen geografischen Umgebung des Bezirks bleiben die langen Wegzeiten zu den Klienten eine organisatorische Herausforderung, die es in diesem Ausmaß in anderen Sprengeln nicht gibt“, erklärte Aldrian-Holzner.

„SOLL“ BEREITS ÜBERERFÜLLT. Pflegedienstleiterin Kathrin Schreck schilderte in kurzen Worten, dass die Betreuung der KlientInnen „mehr ist, als bloß ein Pflasterwechsel.“ Das Gebiet der Betreuung umfasse auch die Palliativversorgung, die Assistenz bei der Grundpflege oder Prophylaxen – besonders dann, wenn Angehörige eine „Auszeit“ bei der Pflege brauchen. Obmann-Stellvertreter Klaus Witting wies darauf hin, dass die Familien und Pflegebedürftigen im Außerfern zukünftig noch mehr  Unterstützung durch soziale Dienstleistungen benötigen: „Dass das Ziel – lt. Pflegestrukturplan  2012-2022 für das Jahr 2017 – im Bezirk Reutte 24 683 Leistungsstunden gesamt zu erreichen, bereits im ersten Jahr der Eigenständigkeit erreicht und sogar übertroffen wurde, ist erfreulich und darf gefeiert werden“, sagte Witting.

Von Uwe Claus

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