Sparstift füllt Oberperfer Gemeindesäckel

Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher kann sich nur kurz gemütlich zurücklehnen, es stehen nämlich wichtige Projekte an. RS-Foto: Schnöll

Ein Plus von fast einer halben Millionen Euro weist die Jahresrechnung 2018 auf – Geld, das notwendig gebraucht wird  

Gezielte Investitionen und eine Einnahmensteigerung haben dazu geführt, dass die Oberperfer Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher bei der März-Sitzung dem Gemeinderat eine äußerst erfreuliche Jahresrechnung 2018 zur Genehmigung vorlegen konnte. Der Jahresabschluss weist nämlich einen Überschuss in Höhe von  453.889,44 Euro auf. Zurücklehnen kann sich die Dorfchefin allerdings nicht: Es stehen einige dringende Projekte an, die den Oberperfer Gemeindesäckel in den nächsten Jahren arg strapazieren werden. Insbesondere der aus allen Nähten platzende Kindergarten bereitet Obojes-Rubatscher Sorgen.

Die Einnahmen schlugen sich im Haushaltsjahr 2018 mit 6.099.133,26 Euro zu Buche, abzüglich der Ausgaben in Höhe von 5.645.243,82 Euro weist der Rechnungsabschluss 2018 ein Überschuss in Höhe von erklecklichen 453.889,44 Euro auf. Der Verschuldungsgrad lag mit Jahresende übrigens bei 41.83 Prozent. „Wir hatten im vergangenen Haushaltsjahr den Sparstift bei den Investitionen angesetzt und hatten auch mehr Einnahmen, darum kam dieses erfreuliche Rechnungsergebnis zustande“, klärt Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher auf. Für sie ist es wichtig, dass ein wenig finanzieller Spielraum vorhanden ist. Einige teure Projekt warten auf die Realisierung. Zum Sorgenkind ist in den letzten Jahren die Kinder-betreuung geworden. „Unser Kindergarten platzt aus allen Nähten, es muss dringend was geschehen. Ideal wäre ein Neubau, dafür ist aber kein Geld vorhanden. Im Bereich der Kinderbetreuung werden Vorgaben gemacht, die von den Gemeinden finanziell kaum mehr erfüllt werden können. Wenn alle Stricke reißen, müssen wir sogar eine Containerlösung andenken“, schildert die Dorfchefin. Ein weiteres Projekt, auf das der Fokus gelegt werden muss, ist die zeitgemäße Erweiterung des Recyclinghofes. „Zuerst einmal müssen die Pläne auf den Tisch, dann wird entschieden, ob heuer noch mit der Realisierung begonnen werden kann!“ Ein wichtiges infrastrukturelles Projekt, das sich aber dahinzögert, ist auch der Anschluss einiger noch nicht kanalisierten Weiler an das örtliche Kanalnetz. „Ich bin zuversichtlich, dass die Planungen nun endlich in die Gänge  kommen. Gerade für die Sanierung des Kanalnetzes bzw. für Neuanschlüsse ist eine Rücklage wichtig. Die Förderungen von Landesseite haben bei solchen Investitionen abgenommen“, weiß die Oberperfer Bürgermeisterin.

GRUNDSTÜCKE FÜR GEFÖRDERTEN WOHNBAU. Die Neugestaltung des Kirchplatzes will sie mit dem Sparstift angehen. „Das wird von finanzieller Seite gesehen, mit Sicherheit ein bescheidenes Projekt. Ich bin mir aber sicher, dass man auch mit wenig Geld den Kirchplatz  entsprechend gestalten kann!“ Ein Anliegen ist Obojes-Rubatscher und dem Gemeinderat der geförderte Wohnbau. Deshalb hat die Gemeinde von Dr. Franz Span ca. 5.000 Quadratmeter  Grund zum Freilandpreis erworben. Davon werden 1.300 Quadratmeter in Bauland umgewidmet und dem geförderten Wohnbau zugeführt. Detail zum Grundstücksdeal: Dem Verkäufer werden im Gegenzug drei Parzellen Freiland zu Bauland umgewidmet. Und noch eine Neuigkeit hält Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher parat: „Für die so genannte Gspan-Hofstelle hat die Gemeinde ein Vorkaufsrecht gesichert. Was im Falle eines Kaufes mit der Hofstelle passiert, ist noch offen. Da hat nämlich der Denkmalschutz die Hand drauf!“