Spaziergang durch die Welt der Energie

Von der Spielerei zum Standard der Zukunft: Voller Stolz zeigen Vorstand Dr. Christoph Hilz (l.) und EWR-Spezialist Roland Hauser im „Smart Studio“, wie quasi die gesamte Haustechnik künftig vom Handy aus gesteuert werden kann. RS-Fotos: Gerrmann

Die Hausmesse der EWR stieß auf große Resonanz

Zum (Elektro-)Magneten avancierte am Freitag und Samstag das Reuttener EW-Center: Unzählige Besucher strömten herbei, um sich unter dem Motto „Mit Energie durch den Herbst“ über die neuesten Trends informieren zu lassen. Die Hausmesse der Elektrizitätswerke Reutte entpuppte sich einmal mehr als großer Erfolg.

Von Jürgen Gerrmann

Auch Bürgermeister Luis Oberer zeigte sich als Eigentümervertreter begeistert von der Leistungsschau mit ihrer breiten Produktpalette, die weit mehr als nur Strom umfasst: „Wir sind stolz auf die Leistung der EWR als gemeindeeigenes Unternehmen.“ Mit seinen 500 Mitarbeitern, die einen sicheren Arbeitsplatz hätten, entwickle man sich ständig weiter – und sei stets kundenorientiert.

PLÄDOYER FÜR WÄRMEPUMPE.

Möglichst wenig Energie zu verbrauchen – das ist freilich das Ziel der Wärmepumpe, die für Vorstand Dr. Christoph Hilz die Heiz-Technologie der Zukunft ist. Ein topaktuelles Gerät zeigten da Richard Feuerstein und sein Mitarbeiter Florian Trenkwalder und empfahlen es nicht zuletzt für Niedrigenergiehäuser: „Die Anlage hat nur geringen Platzbedarf. Man braucht kein Lager, und auch kein Kaminkehrer muss kommen. Zudem sind die Servicekosten viel niedriger als für Holz und Pellets.“
Wer sich den Einbau einer Wärmepumpe in ein normales Haus überlege, solle sich freilich zuvor dennoch kompetent beraten lassen. Feuerstein: „In einem Neubau macht es auf jeden Fall absolut Sinn – vor allem, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist.“

VOM WUNDER ZUM STANDARD.
Hoch hinaus wollte auch Reuttes Bürgermeister Luis Oberer bei der EWR-Hausmesse – und bewies erstaunliche Fähigkeiten als Klettermax.

Für viele (namentlich aus der älteren Generation) dürfte das, was Roland Hauser im „Smart Studio“ vorführte, ein absolutes Wunderwerk sein. Christoph Hilz hat indes keinen Zweifel, dass das „in der nächsten Generation, also in spätestens 20 Jahren, absoluter Standard sein wird“. Was sich neudeutsch „Smart Home“ nennt, bedeutet nichts anderes, als dass im Grunde alles im Haus, was mit Strom zu tun hat, vom Handy aus gesteuert werden kann – und zwar auch, wenn man im Urlaub beim Prosecco auf dem Markusplatz in Venedig sitzt.
Energiesparen, Komfort und Sicherheit – bei all dem verspricht sich Hilz eine gewaltige Verbesserung. Das beginnt schon an der Haustür: Übers Handy kann man sehen, wer gerade geklingelt hat. Wenn man des Morgens erwacht und ins Bad geht, macht der Computer nicht nur das Licht an, sondern spielt die jeweilige Lieblingsmusik. In der Nacht wird eine Art „Mondlicht“ abgestrahlt, das angenehmer für die Augen ist. Eine integrierte Alarmanlage warnt vor ungebetenen Besuchern. Und wenn man nicht da ist, wird Langfingern durch ständig wechselndes Licht vorgegaukelt, dass sich jemand im Haus bewegt. Sollte man beim Verlassen des Hauses ein Fenster offenstehen haben lassen, erfolgt ebenso eine Warnung. Und wenn man auf der Rückreise vom Urlaub ist, kann man die zuvor herunterregulierte Zimmertemperatur wieder hochdrehen und es beim Betreten der eigenen vier Wände schön warm haben. In Kombination mit einer Wetter-App wird sogar automatisch der Rasen bewässert. Ob man all dies braucht oder nicht? Das erfordert eine individuelle Antwort. Roland Hauser ist auf jeden Fall überzeugt, dass sich so im Jahr 50 000 Handgriffe sparen lassen – denn all die Funktionen sind von einem einzigen Schalter aus steuerbar.

WILDMAX AUS REUTTE.

Elektromobilität ist angesichts der Klimadebatte ja in aller Munde. Bei der EWR-Hausmesse beeindruckten aber nicht nur die großen Boliden, die deutlich machten, dass man mit dem E-Auto auf den Straßen der Republik keineswegs nur entlangzuckeln muss, sondern auch, dass ein einheimisches Unternehmen durchaus was zu bieten hat: Der Stand von Helmut Heins Hybrid-Manufaktur stieß auf große Aufmerksamkeit – nicht zuletzt sein „Wildmax“. Was das ist? „Meine jüngste Kreation, bei der alle positiven Erfahrungen der bisherigen Modelle mit eingeflossen sind“, sagt der Tüftler selbst. Sechs Jahre Erfahrung steckten darin. Mittlerweile vermöge man auch auf deutlich leistungsfähigeres und standfesteres Material zurückzugreifen. Den „Wildmax“ könne man wie einen Tretroller fahren: „Der Motor hat so gut wie keinen Rollwiderstand und wird trotzdem mit 600 Watt elektronisch ,befeuert‘.“ Besucher aus dem Lechtal schauten sich derweil vielleicht andere Modelle an Heins Stand genauer an: Seine Partnerfirma Evoke hatte aus Graz nämlich E-Motorräder mitgebracht. Und wollte damit überzeugen, dass „Motorradfahren nicht Lärm bedeuten muss, sondern leise, effizient und sportlich sein kann – Genuss pur eben“. Aber ohne Krach geht’s für passionierte Biker doch gar nicht, oder? „Ach was! Es gibt schon Helme, wo das typische Geräusch eben elektronisch erzeugt wird.“ Davon hätten beide Seiten was – die Biker und die lärmgeplagten Anwohner der Außerferner Straßen.

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