Speziell und unvergleichlich

Andre Schütter (3.v.l.) stellte sein Label sowie seinen Streetwear-Shop vor und brachte einige Models zur Präsentation mit. RS-Fotos: Schretter

Reuttener Kaufmannschaft hielt Jahreshauptversammlung ab

Unter dem Motto „nicht gegeneinander sondern miteinander“ gründeten 30 Kaufleute aus Reutte am 20. November 1979 die Kaufmannschaft Reutte. Seit beinah 40 Jahren verfolgt nun der Verein die Interessen der Kaufmannschaft und das Ziel, Stärken und Fähigkeiten der einzelnen Betriebe, Einzelhändler, Handwerker und Dienstleister zu bündeln, zu verbinden, gemeinsam  und miteinander zu gehen.

Die Jahreshauptversammlung der Kaufmannschaft mit Rückblick, Ausblick und Neuwahl des Vorstandes und der Rechnungsprüfer fand am Donnerstag, dem 2. April, in der Wirtschaftskammer Reutte statt. Obmann Christian Senn konnte dazu etliche Mitglieder, die beiden Ehrenmitglieder Helmut Lagg und Willi Sorg, Wirtschaftskammerobmann Christian Strigl, Bezirksstellenleiter der  Wirtschaftskammer Reutte, Wolfgang Winkler und den Bürgermeister der Marktgemeinde Reutte, Alois Oberer, begrüßen.
Bei seiner Ansprache stellte Bgm. Oberer die zwei Tage zuvor präsentierte Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes vor (die RUNDSCHAU berichtet auf Seite 4). Schwerpunkt ist und bleibt die Zentrumsbelebung, wobei sich der eingeschlagene Weg als der zielführende erwiesen hat. Das im Gemeindeamt angesiedelte Leerflächenmanagement trägt Früchte, im Zentrum von Reutte ist eine Geschäftsflächenbelegung von 92 Prozent ausgewiesen. Auch der Wohnbau im Zentrum hat sich in den vergangenen Jahren gesteigert. Dieser Umschwung ist vor allem auf den Wohnbaugipfel von 2011 zurückzuführen, der die Wohnbaufirmen  dazu aufforderte, im Ortszentrum zu investieren.
Die Zusammenarbeit zwischen Kaufmannschaft und Marktgemeinde hat seit der letzten Gemeinderatswahl (28. Februar 2016) Risse bekommen. Bgm. Oberer betonte, wie wichtig der Schulterschluss zwischen der Marktgemeinde, der Kaufmannschaft, dem TVB und der Wirtschaftskammer ist und bot dem alten/neuen Vorstand die Hand zu zielführender, weiterer Zusammenarbeit und fokussierte die Weiterentwicklung von Reutte als großes gemeinsames Ziel.
Seine Wünsche an die Kaufmannschaft sind eine Shuttledienst vom Ort hinauf zur Burgenwelt Ehrenberg, denn, „von diesen vielen Besuchern der Burgenwelt und der Highline sollten doch einige auch das Ortszentrum besuchen.“ Auch eine lange „Einkaufsnacht“ wäre ganz im Sinne des Ortschefs. Der Appell des Bürgermeisters zum Abschluss: „Jammert nicht über leerstehende Geschäfte! Kauft in Reutte ein und tut etwas dagegen. Jeder von uns kann und muss etwas tun, um Reutte zu stärken!“

Rückblick.

Obmann Christian Senn schloss mit einem Rückblick über das vergangene Jahr an. Die Kaufmannschaft organisierte wieder die Muttertagsaktion mit dem Verteilen von Rosen, die Weihnachtsaktion mit Gewinnspiel+ Verlosung – sowie einer Parallelverlosung im Allgäu – und die Osteraktion, die von Martina Gundolf und Ronnie Häsele koordiniert wurde. 2017 konnten wieder einige gewonnen werden.
Ein Wermutstropfen war im vergangenen Jahr das Scheitern von „Reutte online“. Dieses Riesenprojekt war 2016 nur zögerlich angelaufen, hatte 2017 aber, nach einer neuen Konzeptpräsentation im Medien Haus der Firma Schweiger besseren Zuspruch erhalten und stand kurz vor der Umsetzung. Personalrochaden der betreuenden Firma brachten dann wider Erwarten alles zu Fall – das Projekt „Reutte online” war gescheitert. Christian Senn dazu: „Das ist sehr bedauerlich, da wir wirklich viel Energie in dieses Riesenprojekt investiert haben. Wir waren hier der Spielball dieser Personalrochade. Tröstlich ist aber, dass einige, die beim Projekt mitmachen wollten, sich mittlerweile auf eigene Füße stellten und eigene Shops gegründet haben.“
Das Thema „Belebung des Untermarktes“ beschäftigt auch die Kaufmannschaft. Man sei sich einig, dass eine Fußgängerzone nicht erwünscht ist, wohl aber eine Begegnungszone, so Senn. Die Idee, die Fahrtrichtung der Einbahnstraße durch den Untermarkt umzudrehen, gefällt den Unternehmern und Kaufleuten und findet etliche Unterstützer. Am 11. Mai wird ein Begegnungszonencheck stattfinden, der weiter Aufschluss geben soll.

Neuwahl.

Die Entlastung von Kassier und Vorstand erfolgte einstimmig, ebenso die Wahl des neuen Vorstandes. Der neue Vorstand der Reuttener Kaufmannschaft setzt sich aus Christian Senn (Obmann), Michael Schretter (Obmann-Stv.), Franz Leitner (Obmann-Stv.), Alexander Trs (Kassier), Ronald Häsele (Kassier-Stv.), Martina Gundolf (Schriftführerin), Wolfgang Wohlgenannt (Schriftführer-Stv.) sowie den Mitgliedern Simon Schweiger, Harald Stenico und Martin Nigg zusammen.
Bei seiner Vorschau auf künftige Aktionen der Kaufmannschaft stellte Christian Senn das 40-Jahr-Jubiläum 2019 ins Zentrum. „Die Vorbereitungen diesbezüglich laufen bereits, an Projekten wird schon gearbeitet. Für Vorschläge haben wir aber immer ein offenes Ohr – die werden gerne angenommen.“
Die beiden jüngsten Kaufmannschaftsmitglieder stellten sich bei der Generalversammlung selbst vor. Zum einen gibt es seit ein paar Wochen ein „Südtiroler Ladele“ im Untermarkt. Günther Speck aus Meran stellte Konzept und Produkte vor. Im Anschluss an die Versammlung konnte man sich bei einem kleinen Buffet gleich selbst vom Angebot überzeugen.
Ebenfalls im Untermarkt hat André „Schütti“ Schütter sein Streetstyle-Shop eröffnet. André Schütter ist eigentlich Werbegrafiker, der ein eigenes Modelabel gründete. „Alles fing mit einem Pulli an“, so „Schütti“. Mit seinem Label „Sucks“ war er einer der Sieger des Lech Funding Contests. Dies war das Sprungbrett für die Eröffnung des Shops, in dem nicht nur Produkte des eigene Labels, sondern auch Streetwear anderer Marken angeboten werden.
„Speziell und unvergleichlich“ – so lautet die Devise, die der neue/alte Obmann der Reuttener Kaufmannschaft, Christian Senn, ausgab, denn, „das begründet auch den Erfolg der Kaufmannschaft.”