Sportwelt sagt Pfiati Seefeld, Servus Oberstdorf

Viermal Silber, fünfmal Bronze: Die Ausbeute der österreichischen Athleten/innen bei der Heim-Weltmeisterschaft kann sich sehen lassen. Foto: Tirol Werbung/Erich Spiess

Die 52. Nordische-Ski-Weltmeisterschaft ist seit Sonntag Geschichte – FIS-Fahne an Veranstalter von 2021 übergeben

Zwölf Tage lang war Seefeld der Nabel der nordischen Ski-Welt. Zwölf Tage, an denen sich das Plateau von seiner schönsten Seite zeigte. Selbst die hässliche Fratze des Spitzensports – fünf Sportler, darunter zwei Österreicher, wurden des Dopings überführt – konnte den Gesamteindruck nur unwesentlich trüben. 

Neben fast schon kitschigen Winterbildern, die in die Welt hinausgingen, waren es vor allem die Fans aus aller Herren Länder, die für einzigartiges WM-Flair sorgten. Die Athleten dankten es mit herausragenden Leistungen. Auch Österreichs Sportler, allen voran Springer und Kombinierer, wussten zu überzeugen. Mit viermal Silber und fünfmal Bronze fiel die Ausbeute der Nordischen sogar besser aus, als jene der Alpinen in Åre (1x Gold, 4x Silber, 3x Bronze). Lediglich mit einem Weltmeistertitel wollte es nicht klappen.

Nahe dran waren Österreichs Kombinierer, die in jedem Bewerb eine Medaille holten. Im abschließenden Teambewerb mussten sich Rehrl & Co. erst im Sprint den Teams aus Norwegen und Deutschland geschlagen geben. Wenige Stunden später hieß das Duell um Gold abermals Deutschland gegen Österreich. Diesmal allerdings nicht in der Loipe, sondern auf dem Bakken der Toni-Seelos-Schanze. Am Ende mussten sich Eva Pinkelnig, Philipp Aschenwald, Daniela Iraschko-Stolz und Stefan Kraft dem großen Favoriten rund um Dreifach-Weltmeister Markus Eisenbichler nur um 22,3 Punkte geschlagen geben.

Den Abschluss der 52. Nordischen Ski-Weltmeisterschaft bildeten am Sonntag die 50 Kilometer der Herren im Skating-Stil. Hans Christer Holund, der zuvor im Weltcup noch nie am obersten Treppchen stand, holte dabei die 13. Goldmedaille für Norwegen. Mit insgesamt 25 Medaillen sorgten die „Wikinger“ für einen neuen Rekord, überboten die eigene Bestmarke von Falun 2015 (20 Mal Edelmetall) deutlich.

KOMMENTAR

Nun hat es also auch Seefeld erwischt. Wie bei unzähligen nordischen Großveranstaltungen zuvor, nahm das Thema Doping die nordischen Skisportler auch diesmal in seinen Würgegriff. Dass der WM allerdings ein Makel haften bleibt, bezweifle ich. Zu gut organisiert, zu publikumswirksam, zu sonnenüberflutet zeigte sich Seefeld in den letzten zwei Wochen. Vielmehr ist der aufgedeckte Dopingfall ein Beweis, dass Recht und Ordnung in Österreich an erster Stelle stehen. Ich bin mir nicht sicher, ob in manch anderem Staat die Versuchung zur Vertuschung nicht größer gewesen wäre als der Wunsch nach Aufklärung – allein, um weiter von „Heile-Welt-Weltmeisterschaften“ berichten zu können. Apropos Berichterstattung: Die glich zum Teil einer medialen Hetzjagd samt unappetitlichem „Beweisvideo“. Um in der Sport-Sprache zu bleiben: Da wurde weit übers Ziel hinaus geschossen. Klar: Bei den überführten Athleten handelt es sich um Dopingsünder, um Betrüger, die ihrem Sport unermesslich viel Schaden zufügten. Aber dennoch sollten wir nicht vergessen, dass wir hier von jungen Sportlern reden. Nicht von Monstern oder etwaigen Gewaltverbrechern, als diese sie mancherorts hingestellt wurden. 

Das meint, Alex Dosch. 

Von Alex Dosch

Der Massenstart-Bewerb der Herren über 50 Kilometer war der gebührende Abschluss einer perfekten Weltmeisterschaft. Foto: GEPA-pictures/ WSC Seefeld 2019
ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel (links) übergab die FIS-Fahne an DSV-Präsident Franz Steinle (rechts). Der Deutsche Skiverband richtet die Weltmeisterschaften 2021 in Oberstdorf aus. Foto: GEPA-pictures/ WSC Seefeld 2019.

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