Städtische Voraussetzungen erfüllt

DI Clemens Kolar und DI Silvia Hartl präsentieren mit Bgm. Luis Oberer (v.l.) die Umgestaltung des Untermarkts. RS-Foto: Kofelenz

Marktplatz – Kunstplatz – Wasserplatz: geplant in der Bewegungszone Untermarkt

Es ist nunmehr 30 Jahre her, als unter Bgm. Siegfried Singer 1988/1989 der Untermarkt im Zuge der Jubiläumsfeierlichkeiten zu 500 Jahre Markt Reutte neu hergerichtet wurde. Nun ist es an der Zeit, diesen zu renovieren bzw. umzugestalten. Auf Einladung von Bürgermeister Alois Oberer trafen sich in der vergangenen Woche Gemeinderat und Presse zu einer Erstinformation bezüglich des Siegerprojekts für die Neugestaltung des Untermarkts. 

Von Sonja Kofelenz

Das Siegerduo, Architektin DI Silvia Hartl aus Hall und Landschaftsarchitekt DI Clemens Kolar aus Wien, erzielten den ersten Preis beim erfolgten Architektenwettbewerb und stellten ihr Projekt vor.

Wie kam es zum Wettbewerb.

Bürgermeister Oberer gab einen kurzen Rückblick zu den Geschehnissen, die zur Ausschreibung der Neugestaltung führten. Dazu fasste der Gemeinderat zwei Beschlüsse: Erstens sollte der Untermarkt umgestaltet und eine Begegnungszone eingeführt werden. Zweitens beschloss der Gemeinderat, dazu einen Architektenwettbewerb auszuschreiben, in dem sich Architekten und Landschaftsplaner einbringen können. Zu dieser Ausschreibung wurden elf Architekten und Landschaftsplaner eingeladen; es wurden zehn Projekte abgegeben, davon vier einheimische und sechs externe.

Ausschreibungskriterien.

Die Gemeinde legte dazu mehrere Kriterien fest, die in der Ausarbeitung berücksichtigt werden sollten. Gewünscht ist eine Begegnungszone im Bereich Hotel „Goldener Hirsch“ bis zum Tourismusbüro, eingeteilt in zwei Zonen, wobei die Grenze beim Bioladen liegt. Die Schneeräumung ist zu berücksichtigen, ebenso soll Barrierefreiheit gegeben sein. Die Postbushaltestelle muss erhalten bleiben, für den Verkehr wird eine Tonnagebeschränkung von 7,5 Tonnen gewünscht. Ein wichtiges Detail, so Bürgermeister Oberer, ist der Zeillerplatz, der bei der Planung im Verbund mit der neuen Zeiller-Galerie gesehen werden muss. Weiters wird ein sauberer Übergang von Zone 1 (entschleunigte Begegnungszone) zu Zone 2 (Straßenführung um Musikschule/Billa) erwartet. Ein Beleuchtungskonzept, keine mittige Straßenentwässerung und noch weitere Punkte sind zu berücksichtigen. Sitzgelegenheiten, Fahrradabstellplätze und Bereiche zum Verweilen sollen die Aufenthaltsqualität und die Verweildauer steigern. Das gewünschte Konzept soll die historischen Fassaden sichtbar machen und im Sinne der Schutzzone funktionieren. Oberer sieht in der Umgestaltung des Untermarkts eine Steigerung der Attraktivität und dadurch eine Verbesserung für die Wirtschaft. Es seien viele gute Vorschläge eingegangen, wovon eines den 1. Preis erhielt.

Präsentation des Projektes.

Leitgedanke für die Konzipierung stellt für die beiden Projektanten der Lechfluss dar. Seine Mäanderlinie, langsame wie schnelle Passagen und seine Sandbänke sind, symbolisch gesehen, die Grundlage der Gestaltung. Pflanzliche Strukturen und Blühpflanzen sollen für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen. Die Umgestaltung bringt neue Chancen, um stadträumliche Bezüge zu stärken. Die drei Plätze in Form von Schotterinseln sind in die Bewegungslinie integriert. Der Marktplatz, der Wasserplatz und der Kunstplatz stehen im Zeichen der Begegnung. Bei der Gestaltung des Kunstplatzes wird die Zeillergalerie miteinbezogen.
Ziel war es, im Untermarkt den Verkehr zu entschleunigen, dazu wurden eine mäandernde Linienführung und breitere wie engere Stellen eingeplant. Die Straßenentwässerung wird links bzw. rechts geführt und so gelegt, dass dadurch keine aufwändigen Kanalarbeiten notwendig sind. Um mit den historischen Fassaden zu harmonieren, schlagen die beiden Architekten für die Belagsarbeiten ein hellgrau/beiges Natursteinpflaster in Granit vor. Die beiden unterschiedlichen Farben werden verwendet, um Fahrspur und Gehflächen zu signalisieren. Sie empfehlen eine schlichte Möblierung: Langbänke, Loungesessel, Metallanlehnbügel für Fahrräder und Infostelen. Beim Beleuchtungskonzept zieht sich die schlichte Linie weiter, angedacht sind unter anderem Leuchtringe über den Plätzen, die die Passanten anziehen sollen. Durch die kurvige Straßenführung wird zudem mehr Fläche vor Lokalen ermöglicht.

Begründung für die Auswahl.

Die Jury war einhellig der Meinung, dass die Vorgaben der Marktgemeinde Reutte mit dieser Konzipierung erfüllt sind. Die vorgelegten Pläne und Skizzen lassen Gutes für das Vorhaben erwarten. Informationen für Anrainer, Mieter und Geschäftsleute erfolgen jedoch erst, wenn konkretere Pläne ausgearbeitet wurden.
Nun werden über den Winter die Vorarbeiten erledigt, sodass in den Sommermonaten mit den Bauarbeiten begonnen werden kann, so der Plan. Oberer informiert noch, dass die Einbahnregelung (max. 20 km/h) beibehalten wird, für Radfahrer bleibt der Untermarkt in beide Richtungen befahrbar.
Für dieses Vorhaben, so Oberer, wurden fünf Mio. Euro veranschlagt. Er betont, dass es besonders wichtig ist, bei der Neugestaltung des Untermarkts auf Qualität zu achten, da dieses Projekt die nächsten 30 Jahre überdauern soll. Die Planskizzen können vom 28. bis 31. Oktober jeweils zu den Amtszeiten des Marktgemeindeamtes besichtigt werden.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.