Stanz: Rekordernte bei Zwetschken erwartet

2011 freute sich der Stanzer Obstbauvereinsobmann Stefan Nothdurfter über eine gute Zwetschkenernte, er rechnet dieses Jahr mit einer noch größeren. RS-Foto: Tiefenbacher

Gute Marillenernte bei „Turabauer“ Maass in Prutz

 

Frostschäden sorgten im Vorjahr im Bezirk Landeck insbesondere beim Steinobst für weitgehend Totalausfälle der Ernte. Das heurige Jahr bringt aber eine gute – in Stanz erwarten die Zwetschkenbauern sogar eine Rekordernte.

 

Von Herbert Tiefenbacher

 

In Stanz ließ der Frost voriges Jahr die Zwetschkenernte um bis zu 80 Prozent schrumpfen. Nach diesem praktischen Totalausfall sind die Aussichten auf eine sehr reichliche Ernte im heurigen Jahr gut. Mit voraussichtlich mehr als 300 Tonnen Zwetschken erwartet die Stanzer Obstbauern die beste der Geschichte. Genau wissen wird man es im September. Da werden in Stanz die schmackhaften blauen Früchte von rund 12000 Zwetschkenbäumen, die von über 40 Obstbauern auf rund 25 Hektar gepflegt werden, gepflückt.

 

GÜNSTIGES WETTER. Grund für die besonders ertragreiche Ernte sind in erster Linie die günstigen Wetterbedingungen. „Das Blütenwetter war wunderbar. Es hatte wesentlichen Einfluss auf eine gute Fruchtentwicklung“, so der Obmann des Stanzer Obstbauvereins Stefan Nothdurfter. Der Sommer sei trocken, aber trotzdem optimal für das Wachstum der Zwetschken gewesen. Das Einzige, was fehlte, war Regen. Da wurde durch künstliche Bewässerung nachgeholfen: Die Bewässerungsanlage übernahm den Job der Natur. Nothdurfter hofft auf weiterhin gutes Wetter, denn die verbleibenden Wochen bis zur Ernte sind entscheidend für die innere Qualität der Zwetschken. „Eine gute Sonneneinstrahlung fördert die Fruchtzuckerbildung, was sich positiv auf den Geschmack und das Aroma auswirkt“, weiß Nothdurfter. Ein weiterer positiver Faktor ist das geringe Schädlingsaufkommen im heurigen Jahr. „Der weitgehende Totalausfall der Ernte im Vorjahr hatte zur Folge, dass sich die Schädlinge nicht entwickeln konnten“, erklärte Nothdurfter.

 

GUTE MARILLENERNTE. Der Frost im Vorjahr verschonte auch nicht die 12000 Marillenbäume von Gerhard Maass aus Prutz, Hofname Turabauer. Es gab einen Ernteausfall von 90 Prozent. In einem normalen Jahr erntet Maas 70 bis 80 Tonnen. Die diesjährige Marillenernte ist voll im Gang. Dabei sind alle Familienmitglieder im Einsatz. Vor vier Wochen hat man begonnen. „In ein bis zwei Wochen wird die Ernte abgeschlossen sein“, so Maass. Und es schaut aus seiner Sicht gut aus, obwohl die heurige Ernte aufgrund des Frostereignisses im Vorjahr ein Viertel weniger Ertrag liefert. Aber Maass zeigte schon im Vorjahr, dass er ein Mann mit optimistischer Natur ist. Dementsprechend reagierte der Turabauer auch diesmal: „Die Witterungsverhältnisse waren im Winter, Frühjahr und Sommer günstig, das kann es nur schöne Früchte abgeben. Sie sind auch von hervorragender Qualität.“ Auch mengenmäßig ist Maass aufgrund der Voraussetzungen mit dem voraussichtlichen Ertrag von 70 bis 80 Tonnen Marillen zufrieden. Sie werden verkauft. Außerdem wird aus ihnen z.B. Fruchtaufstrich, Marmelade oder sortenreiner Edelbrand hergestellt.

Ist zufrieden mit der heurigen Marillenernte: Obstbauer Gerhard Maass aus Prutz. RS-Foto: Tiefenbacher

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