Starke Steigerung

BH Markus Maaß: 15-köpfiger Krisenstab seit Anfang März. RS-Foto: Archiv

Paznaun und St. Anton 14 Tage unter Quarantäne

 

Aus den 18 Coronavirus-Fällen im Bezirk Landeck, die vorvergangenen Montag bekannt waren, sind im Laufe der Woche deutlich mehr geworden. Am Freitag hat Bundeskanzler Sebastian Kurz das Paznaun und St. Anton isoliert.

 

Von Daniel Haueis

 

Die Ereignisse haben sich geradezu überschlagen. Zuerst wurde das „Kitzloch“ in Ischgl geschlossen, am Dienstag dann alle Ischgler Apres-Ski-Lokale, nachdem sich fünf weitere positive Coronavirus-Fälle bestätigten, wovon vier in Zusammenhang mit Ischgl stehen: Zwei Männer in Ischgl, ein 21-Jähriger aus Pfunds und eine 44-jährige Frau aus See, die sich ebenso in Ischgl aufgehalten hat, sind betroffen. Die positiv Getesteten weisen laut Landesaussendung milde Symptome auf. Am Dienstagabend folgte ein positiv getesteter 43-Jähriger aus St. Anton – da mehrere Lehrkräfte der NMS St. Anton Kontakt mit der in St. Anton positiv getesteten Person hatten, wurde die Schule bereits am Donnerstag geschlossen (die übrigen Volks- und Mittelschulen in Österreich erst am Mittwoch dieser Woche). Mittwochmittag kamen eine 22-jährige Frau in Ischgl und fünf Österreicher, die in Ischgl waren, hinzu. Ein paar Stunden später wurde Kappl zum Hotspot: Neun Personen zwischen 18 und 27 Jahren, größtenteils keine Tiroler, wurden positiv getestet. Einige von ihnen waren als Ski- und Snowboardlehrer tätig. Mittwochabend kam gleich sieben Erkrankte im Bezirk Landeck hinzu: ein 36-jähriger Mann, drei Personen aus St. Anton, zwei Personen aus Pettneu und eine aus Ischgl. 18 weitere positive Testergebnisse in Tirol trafen am Donnerstagnachmittag ein: Bei 15 gibt es „einen Zusammenhang mit Ischgl“, wie sich das Land ausdrückt, ein Galtürer besuchte eine Vorlesung an der Uni Innsbruck, an der eine erkrankte Person teilnahm, und ein positives Testergebnis stammt aus Zams. Am Donnerstagabend und Freitagfrüh folgten 31 weitere Corona-Erkrankungen: Bei sieben Personen konnte ein Zusammenhang mit St. Anton, bei mindestens zwei ein Zusammenhang mit Ischgl nicht ausgeschlossen werden. Und die Entwicklung dürfte sich seither wohl nicht grob verlangsamt haben.

 

QUARANTÄNE. Die BH Landeck hat seit Anfang März einen Krisenstab eingerichtet, der permanent tagt. Dieser Stab besteht aus ca. 15 Mitarbeitern. Ihm gehören der ärztliche Leiter, Amtsarzt Dr. Karl Eckhart, BH Dr. Markus Maaß mit Stellvertreter Mag. Siegmund Geiger, Mag. Bernd Tamanini und Mag. Eva Loidhold an – sie decken den administrativen Teil (Verordnugen, Bescheide hinsichtlich Sperren von Betrieben und Verkehrsbeschränkungen für Personen erlassen, Rückrufe bei Verdachtsfällen und positiven Fallen, Gesundheitscheck an der Grenze und vieles mehr …) ab – und es gibt einiges zu tun: Am Freitagnachmittag hat Bundeskanzler Sebastian Kurz nämlich via ORF verkündet, dass das Paznaun und St. Anton unter Quarantäne gestellt werden: „Diese Gebiete werden ab sofort isoliert.“ Die Bewohner würden bestens versorgt und könnten in 14 Tagen wieder ihr gewohntes Leben aufnehmen, kündigte der Bundeskanzler in der live übertragenen Pressekonferenz an.