Start verschoben!

Das Gebäude der HAK Reutte ist der ideale Standort für die HTL für Wirtschaftsingenieurwesen. RS-Foto: Schretter

HTL in Reutte lässt auf sich warten. Schulstart 2020/2021 im Visier.

Das Schuljahr 2019/2020 wäre als Auftakt für die schon lang geplante HTL für Informationstechnologie auf dem Plan gestanden. Ein Termin, der nun wieder aus den Terminkalendern gestrichen werden kann.

Das Bundesministerium hatte die entsprechende Genehmigung nicht erteilt. Was bleibt, ist Ratlosigkeit – verknüpft mit der Hoffnung, mit dem Schuljahr 2020/2021 nun doch endlich mit der HTL starten zu können.
WKO-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler äußerte sich im Gespräch mit der RUNDSCHAU vorsichtig optimistisch: „Wir haben jetzt zwar ein Jahr verloren, hoffen aber, dass wir in ein paar Wochen grünes Licht für die HTL in Reutte geben können. Ziel ist es, noch im Frühjahr Planungssicherheit – auch Eltern und Schülern gegenüber – zu erlangen.“ LH Günter Platter sei jedenfalls in sehr gutem Kontakt und Gepräch mit Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Wolfgang Winkler betont, dass es auch von seiten der Wirtschaft bereits etliche Anfragen gäbe, wann mit der HTL-Ausbildung in Reutte begonnen werde. „Die Schule wird gebraucht, das steht fest. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Unser Konzept stimmt, es passt alles.“

Standort.

Als möglicher Standort für die HTL für Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Betriebsinformatik wird das Gebäude der HAK/HAS Reutte genannt. Hier wären räumliche Infrastrukturen und Lehrpersonen vorhanden. HAK und HTL – wirtschaftliche und technische Ausbildung wären unter einem Dach vereint. Die Schulen der Wirtschaft, HAK/HAS und HLW würden sich perfekt ergänzen. „Das wären drei höherbildende Schulen in einem Gebäude. Wir können damit je nach Neigung oder Berufswunsch eine wirtschaftliche, touristische oder technische Ausbildung, berufsnah und praxixorientiert anbieten“, umreißt Wolfgang Winkler die Standortvorteile.
HAK/HAS/HLW-Schulleiter Werner Hohenrainer bestätigte im Gespräch mit der RUNDSCHAU den Standort im HAK-Gebäude. „Den klassischen Unterricht in den allgemeinbildenden Fächern und Informatik würden wir bei uns im Haus abdecken. Für die technischen Fächer wechseln die Schüler dann in die Planseeberufsschule. Für die 4. und 5. Klasse der HTL ist ein Netzwerklabor für die IT-Arbeiten notwendig, auch das ist im Gesamtkonzept berücksichtigt. Den allgemeinbildenden Bereich und die wirtschaftlichen Fächer decken die HAK-Lehrer ab“, so der Schulleiter.
Als problematisch würden die technischen Fächer eingestuft. „Auch darin sehe ich kein Problem. Es kommt ja eine HTL für Wirtschaftsingenieurwesen. Etliche HAK-Lehrer besitzen schon viel Know-how in diesem Bereich. Es kann auch jederzeit nachgerüstet werden. Entsprechende Weiterbildungseinheiten an der Pädagogischen Hochschule werden von Plansee gut unterstützt,“ führt Werner Hohenrainer aus.
HAK und HTL besitzen Berührungspunkte, es gäbe eine Schulleitung unter einem Dach. „Alles in allem sieht unser Konzept eine ressourcenschonende und kostengünstige Ausführung vor,“ ist er überzeugt.
Das angesprochene Gesamtkonzept wurde in Zusammenarbeit von Plansee, WKO, Dir. Werner Hohenrainer und Dr. Dietmar Schennach erstellt und im September 2018 eingereicht. Die Zielsetzung, mit der HTL im Schuljahr 2019/2020 zu starten, hat sich nicht erfüllt. Das Konzept liegt in Wien. In Reutte hoffen Wirtschaft und Schule, dass spätestens im Zeitraum April/Mai der Schulbeginn der HTL mit 2020/2021 bestätigt werden kann.

Schülerheim.

Ein neuer innovativer Weg wird auch in Bezug auf das Schülerheim angedacht. „In Sachen Pflegeheim-Großlösung mit 60 Betten stehen zwei Standorte zur Diskussion: einmal am Gelände des BKH Reutte und einmal in der Machenschalkstraße in Reutte. Das hat erst auf den zweiten Blick etwas mit der HTL zu tun. Am Standort Machenschalkstraße steht ein über 6000m2 großes Grundstück zur Verfügung. Wir denken darüber nach, dort ein kombiniertes Heim – Pflege- und Schülerheim unter einem Dach – zu errichten“, stellt Wolfgang Winkler die aktuellsten Überlegungen dar. Einrichtungen, wie Küche, Speisesaal oder Aufenthaltsraum könnten gemeinschaftlich genutzt werden. Ortszentrum, Schulzentrum, Bahnhof und Busterminal wären fußläufig erreichbar. „Wir sehen das als zukunftsweisendes Modell. Das ist im Pflegebereich sehr schwierig. Wenn man aber die Möglichkeit bietet, hausintern vom Pflege- in den Schülerbereich wechseln zu können, könnte dies die Personalsuche erleichtern, da Mitarbeiter nicht an einen Bereich gebunden wären, ihre Arbeit würde sich abwechslungsreicher gestalten“, ist Winkler überzeugt.
Die Verantwortlichen des Bezirks Reutte und des Landes Tirol haben gewissenhafte Vorarbeit geleistet, Kontakt und Verbindung nach Wien sind gut – bleibt die Hoffnung, dass HTL Reutte 2020/2021 die Zielllinie passieren und starten kann.