Statistik erhitzte die Gemüter

Nette Geste: GR Christoph Walch (hinten l.) überrechte GV Peter Lacher für dessen Pflichtbewusstsein bei Sitzungen eine Flasche Wein. Foto: MGT/Dietrich

Anfrage von GR Walch (Grüne) sorgte bei jüngster GR-Sitzung in Telfs für Debatten

„Ziemlich Fett“ abbekommen hat bei der jüngsten Gemeinderatssitzung der Telfer VP-abtrünnige Gemeinderat Herbert Klieber. „Grünen“-Gemeinderat Christoph Walch verlangte nämlich von Bürgermeister Christian Härting die Veröffentlichung einer Statistik über die Anwesenheit der 21 Mandatare bei den Ausschusssitzungen. Klieber schnitt dabei mit einer Anwesenheitsmoral von 27 Prozent gar nicht gut ab. (Anm.: Die Statistik findet man auf www.telfs.at).

Die Anfrage von GR Christoph Walch an Bürgermeister Christian Härting (Wir für Telfs) auf die Anwesenheit der Gemeindemandatare bei Ausschusssitzungen, ging nicht unkommentiert über die Bühne. „Diese Anfrage ist populistisch“, stellte unter anderem auch Gemeinderat Josef Köll (Telfs Neu) fest. „Die Bevölkerung hat ein Recht auf solche Informationen“, entgegnete Antragsteller Christoph Walch (Grüne). Auch Herbert Klieber, der vergangenen Sommer der VP-Fraktion den Rücken kehrte, derzeit als freier Gemeinderat fungiert und unter anderem auch im Umweltausschuss sitzt, stellte die Vorgangsweise in Frage. Er liegt in der Statistik mit 27 Prozent nämlich deutlich an letzter Stelle.

mangelnde arbeitsmoral. Umweltausschuss-Obfrau GV Cornelia Hagele (Wir für Telfs) sprach am Tag nach Sitzung in einer „Wir für Telfs“-Aussendung von einer Arbeitsverweigerung Kliebers. „In Wahlzeiten kommen viele Ideen für eine Marktgemeinde zum Vorschein. Das ist gut so. Es kommen aber auch einige Kandidaten vor den Vorhang, die in den vergangenen sechs Jahren nur durch Abwesenheit im Gemeinderat geglänzt haben. Das ist nicht so gut. Gerade Herbert Klieber sollte intensiv über seine bewiesene Arbeitsmoral nachdenken“, meint Hagele. Im Umweltausschuss agierte Herbert Klieber als Stellvertreter von Obfrau Hagele. „Allerdings nur am Papier, denn auch dort glänzte Klieber ausschließlich mit Abwesenheit. Fünf Prozent Anwesenheit bei allen Umweltausschusssitzungen in sechs Jahren. Das ist eine absolute Arbeitsverweigerung“, so Hagele und ergänzt: „Gemeinderatsmandatare sollten ihre Tätigkeit ernst nehmen und mit Engagement ausüben. Es ist ein Job. Ich möchte gerne wissen, welcher Arbeitnehmer seine Stelle behalten könnte, wenn er nicht einmal 50 Prozent seiner Arbeitszeit erscheinen würde!“

konter. Herbert Klieber ist seit seinem Austritt aus der VP Telfs im vergangenen Sommer freier Mandatar und geht am 28. Feber mit der „Bürgerliste Telfs“ in die Wahl. Beruflich ist er von Montag bis Donnerstag in Deutschland. 250 Kilometer trennen ihn von der Marktgemeinde. Er kontert auf Hageles Aussagen: „Hagele sollte etwas vorsichtig sein mit dem, was sie da von sich gibt. Diese kolportierten fünf Prozent betreffen lediglich den Umweltausschuss und nicht den Gemeindevorstand oder den Gemeinderat. Obfrau Hagele hat in sechs Jahren 20 Sitzungen abgehalten, davon waren zwölf an einen Dienstag, fünf an einem Mittwoch und drei an einem Donnerstag. Der gesamte Gemeinderat inclusive Bürgermeister Härting weiß, dass ich von Montag bis Donnerstag beruflich in Deutschland bin und das war die letzten sechs Jahren komischerweise auch kein Thema!“ (Siehe auch Leserbrief Seite 9).