Stolze Jäger präsentierten in Seefeld Trophäen

Die ausgezeichneten Jäger HR Dr. Franz Krösbacher, Dr. Felix Frießnig, Norbert Rief, Johann Mair und Josef Wieser mit Bezirksjägermeister Thomas Messner, LR Johannes Tratter und Landesjägermeister DI Toni Larcher. Foto: H. Holzknecht

Bezirksjägermeister Thomas Messner konnte trotz Problemen beim Gamswild eine positive Bilanz ziehen

Die Jäger des Bezirks Innsbruck-Land  trotzten am Wochenende dem herrlichen Sonnenschein und fanden sich trotz der warmen Temperaturen im Freien zur alljährlichen Trophäenschau in der WM-Halle in Seefeld ein. Angeführt von LR Johannes Tratter und Landesjägermeister DI Toni Larcher war der Saal bei der Eröffnungsfeier bis auf den letzten Platz gefüllt.

Bezirksjägermeister Thomas Messner nutzte die Gelegenheit, das Jagdjahr 2017, das mit 31. März zu Ende ging, zu resümieren: „Wir haben die Abschussquote beim Rot- und Rehwild zu mehr als 100 Prozent erfüllt. 5.000 Stück Schalenwild wurden im Bezirk erlegt. Die frühen Schneefälle im Spätherbst ka-men den Jägern dabei entgegen, da die Tiere wegen der Witterungs-verhältnisse früher zu wandern begonnen haben. Wegen des Schlechtwetters waren auch weniger Freizeitnutzer im Wald und haben diese Wanderungen auch weniger gestört!“ Auch der lange Winter war für die Wildtiere eine große Herausforderung. Seit Anfang November gibt es fast überall eine geschlossene, hohe Schneedecke. Regen und Warmwettereinbrüche haben den Schnee verfestigt und das Wild konnte in höheren Lagen kaum natürliche Nahrung finden.  Durch die lange Kaltwetterperiode haben die Tiere ihre Fettreserven verbraucht und viele waren dem Hungertod ausgeliefert, da sie nicht rechtzeitig zu den Wildfütterungen kamen. Dies merkte man vor allem an den Fallwildzahlen, die von 585 Stück im Vorjahr auf  716 angestiegen sind. „Einiges an Fallwild ist noch zu erwarten, wenn die Schneedecke die letzten Lawinenopfer frei gibt!“

VIEL FALLWILD. Kopfzerbrechen bereiten dem Bezirksjägermeister die Sonderabgänge, also tote Tier durch Ver-kehrsunfälle oder jene, die aufgrund von Krankheiten abgeschossen werden mussten (insgesamt 538). „Die deutliche Zunahme der Verkehrsunfälle kann auch im Zusammenhang mit dem Wetter stehen“, meinte Messner. „Der schneereiche Winter hat einige Tiere auf ihrer Nahrungssuche weiter in die Täler und damit natürlich auch in Straßennähe getrieben!“ Beim Gamswild befürchtet Messner auch in diesem Jahr große Verluste, „durch die Gamsräude und besonders durch Gamsblindheit, die besonders im Sellrain und Stubai auftrat.“ Kein Thema ist für ihn dagegen der Wolf. „Wenn es nach uns geht, können das andere entscheiden. Ich sehe dieses Problem gelassen.“ Insgesamt fiel die Bilanz der Pflichttrophäenschau heuer sehr positiv aus. Vor allem was den Nachwuchs betrifft, denn auffällig viele junge Besucher waren bei der großen Jagdausstellung . „Wir haben jedes Jahr 100 bis 120 junge Leute in den Kursen und bei den Prüfungen. Die Frauenquote liegt bei zehn Prozent“, resümierte Messner nicht ohne Stolz.

Von Bernhard Rangger

Bezirksjägermeister Thomas Messner zog zufrieden Bilanz. Foto: H. Holzknecht
Der Stubaier Jagdhornklang (bestehend aus insgesamt acht Bläserinnen) zeichnete für die gelungene musikalische Umrahmung verantwortlich. Foto: H. Holzknecht

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.