Strenger Winter fordert Wild und Jägerschaft

Hochbetrieb auf den Wildfutterstellen. Das Rotwild braucht heuer wegen der extremen Kälte besonders viel Nahrung. Symbolfoto: pixabay.com

Bezirksjägermeister Thomas Messner optimistisch, dass die Bilanz für das noch laufende Jagdjahr positiv ausfällt

Das Jagdjahr 2016/17 endet zwar erst mit 31. März, doch bereits  jetzt zeichnet sich ab, dass es im Bezirk Innsbruck-Land hinsichtlich der Abschusserfüllung eine respektable Bilanz geben wird. Bezirksjägermeister Thomas Messner rechnet sowohl beim Rotwild als auch beim Gamswild mit einem Abgang von 90 Prozent. Der kalte Winter könnte die Prozentmarke allerdings noch ein wenig nach oben schieben.

In den rund 200 Jagdrevieren des Jagdbezirkes Innsbruck-Land stehen derzeit die Jäger bei den Wildfütterstellen im Dauereinsatz. „Wegen der extremen Kälte braucht das Wild viel mehr Futter als in den milden Wintermonaten“, klärt Bezirksjägermeister Thomas Messner auf. Seit dem Jahreswechsel werden in den Revieren auch Wildzählungen durchgeführt. Den Zählungen im Jänner schenkt Messner nur wenig Bedeutung. „Da die Abschusszeit bei Rotwild erst Ende Dezember endet, ist das Wild in den Wochen danach noch immer verschreckt und zieht sich oft in schwer zugängliche Regionen zurück. Sinnvoll sind für mich Zählungen, die ab Feber durchgeführt werden“, so der Bezirksjägermeister. Die Abschusserfüllung inklusive Abgang liegt laut Messner beim Rotwild und Gamswild derzeit gleichauf bei 89 Prozent. „90 Prozent werden es bis Ende des Jagdjahres mit Sicherheit.Ganz genau wird man es aber erst am Ende wissen, weil der strenge Winter das Ergebnis noch deutlich noch oben verändern könnte!“

PROBLEM MODERHINKE. In Südtirol mussten im Winter 2015/16 mehrere Steinböcke erschossen werden, die im Herbst zuvor von Revieren im Wipptal in wärmere Regionen auf Südtiroler Seite gewechselt und an der von Schafen übertragenen Moderhinke erkrankt waren. – Die RUNDSCHAU Telfs berichtete darüber ausführlich.  Ganz im Griff ist das Problem noch nicht. „Inzwischen mussten wieder vier von der schmerzhaften Krankheit befallene Steinböcke erlöst werden. Ob die Moderhinke in Nord- oder Südtirol  von Schafen auf das Steinwild übertragen wurde, kann man nicht sagen. Fest steht aber, dass es leider  immer noch Schafbauern gibt, die es offensichtlich mit der Hygiene ihrer Tiere nicht ganz ernst nehmen“, so Messner. Amtsveterinär Josef Öttl von der BH Innsbruck-Land sagt, dass es das Problem mit Schafen, die selbst an der Moderhinke erkranken und die Krankheit übertragen,  fast überall in Tirol gibt. „Anders wie bei  Räude oder der Maul- und Klauenseuche gibt es bei der Moderhinke keine Anzeigenpflicht. Wir können nur appellieren, dass die Schafbauern Eigenverantwortung übernehmen und ihre Schafe nicht nur gegen die Räude sondern auch vorsorglich gegen die Moderhinke schützen lassen“, so der Amtsveterinär. Im Laufe der nächsten Monate soll es eine Präventionsveranstaltung geben, bei der Josef Öttl Schafbauern über die Moderhinke und die qualvollen Folgen für Schafe und das Steinwild aufklären will. Bezirksjägermeister Thomas Messner nennt noch ein weiteres Problem, das die Jägerschaft beschäftigt. Dabei handelt es sich um die Gamsräude,  die in den letzten Jahren in den Revieren zwischen dem Wipptal und dem Wattental grassierte. Messner: „In den meisten Revieren konnte die Gamsräude erfolgreich bekämpft werden. In der Region Ellbögen-Steinach a. Brenner müssen wegen einiger aufgetretener Fälle weiterhin  Maßnahmen gesetzt werden!“

BJM Thomas Messner: „Wildzählungen im Jänner nicht sinnvoll!“ Foto: privat