Studie zum Motorradlärm im Außerfern

Im November starten im Außerfern die Telefonbefragungen. Foto: Land Tirol/Schnaiter

Telefonische Befragungen starten ab Mitte November

Der Motorradlärm stellt auf vielen Straßen des Außerferns seit einigen Jahren für viele Anwohner ein zunehmendes Problem dar. Im Rahmen einer Studie geht die Tiroler Landesregierung nun den Hintergründen und Ursachen auf den Grund.

„Die Studie dient dazu, zunächst die gegebene Belastung durch den Motorradlärm objektiv darzustellen, um anschließend die vom Motorradlärm ausgehende Belästigung von den tatsächlich Betroffenen direkt zu erfragen“, erklärt Verkehrsreferentin LH-Stv. Ingrid Felipe.
Von der Abteilung ESA (Emissionen-Sicherheitstechnik-Anlagen) des Amtes der Tiroler Landesregierung wurden unter der Projektleitung von Christoph Lechner bereits Verkehrszählungen und Lärmmessungen durchgeführt und so ein umfangreiches Lärmausbreitungsmodell erstellt, das die Problemdimension darstellen soll. Sowohl die Anzahl als auch die Lärmimmissionen sämtlicher Fahrzeugklassen werden in einem nächsten Schritt für jedes einzelne Gebäude im Außerfern errechnet und abgebildet, wobei mit einem neu geschaffenen Instrumentarium der zusätzliche Lärmeintrag durch zweispurige Kraftfahrzeuge im Jahres-, Wochen- und Tagesverlauf ausgewiesen wird.
Ab Mitte November werden unter der Leitung von David Schnaiter in sämtlichen Gemeinden des Bezirks Reutte in einer repräsentativen und vom IMAD Marktforschungsinstitut durchgeführten Telefonbefragung 500 Personen interviewt, um das tatsächliche Ausmaß der Belästigung der Wohnbevölkerung durch den Motorradlärm festzustellen. In rund zehnminütigen Interviews werden zufällig ausgewählte betroffene Außerferner, geschichtet nach Motorradlärmbelastung, Wohngemeinde und demographischen Parametern unter durchgängiger Berücksichtigung strenger Qualitäts- und Datenschutzstandards telefonisch befragt.
Zur Problemidentifikation wird dabei besonderes Augenmerk auf Spezifika der Belästigung durch den Motorradlärm (besondere Geräuschcharakteristik, Tageszeit, Wochenrhythmus, Jahreszeit, Fahrverhalten u.a.m.) gelegt. Auch mögliche Abhilfen und die Meinungen der Betroffenen dazu werden abgefragt. LH-Stv. Felipe dazu: „Die Studie wird uns nachvollziehbare Informationen über das Ausmaß der Belastung und der Belästigung der Wohnbevölkerung durch den Motorradlärm und den Straßenverkehrslärm insgesamt im Außerfern liefern und damit eine wichtige Grundlage und Entscheidungshilfe sein.“
Die vom Land Tirol beauftragte unabhängige Studie entsteht in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Arbeitsring für Lärmbekämpfung (ÖAL). Die Ergebnisse werden im Mai 2019 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Am 16. November findet die vom Tiroler Landtag beschlossene Lämenquete im Großen Saal des Landhauses in Innsbruck statt.
„Bei der Lärmenquete schaffen wir eine große Plattform zu diesem sensiblen Thema. Neben vielen Experten haben sich auch politische Verantwortliche aus dem ganzen Land sowie Vertreter von Interessensgruppen bereits angemeldet. Ein besonderer Schwerpunkt an diesem Tag wird auch dem Motorradlärm gewidmet“, erläutert LH-Stv. Ingrid Felipe.