Suche nach Augenarzt läuft weiter

Der Ehenbichler Bürgermeister Wolfgang Winkler sieht, was das Ringen um Fachärzte betrifft, den Bezirk Reutte im internationalen Wettbewerb mit den Nachbarregionen. Foto: andreschoenherr

Bezirk Reutte im Wettbewerb mit Nachbarregionen

Unter der Schlagzeile „Augenarzt in Sichtweite“ berichteten die RUNDSCHAU und die übrigen lokalen Medien im Februar über die Bemühungen, wieder einen Augenarzt mit Kassenvertrag im Bezirk Reutte anzusiedeln. Die Bürgermeister des Krankenhausverbandes und die nunmehrige Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann starteten zu Jahresbeginn einen neuen Anlauf, um einen derartigen Vertragsarzt ins Außerfern zu bekommen.

Sonja Ledl-Rossmann bedauert die Situation, will den eingeschlagenen Weg für lukrative Rahmenbedingungen zu sorgen, aber weiterverfolgen.
Foto: Cammerlander/Land Tirol

Durch die Zurverfügungstellung von Infrastruktur sollte ein entsprechender Anreiz geschaffen werden. Gemeinsam mit der Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK) wurde an einer Lösung gefeilt – bislang ohne zählbaren Erfolg.
„Konkrete Kandidaten sagten aus unterschiedlichen Gründen wieder ab, beziehungsweise schoben sie ihre Entscheidung vorerst auf“, bedauert Ledl-Rossmann die aktuelle Situation.

Internationaler Wettbewerb.

„Wir sind mitten drin und nicht außen fern“, beschreibt Ehenbichls Bürgermeister Wolfgang Winkler die Konkurrenzsituation bei Verhandlungen mit potentiellen Interessenten und meint damit auch die geographische Lage des Außerferns: „Wir stehen im Wettbewerb mit unseren Nachbarregionen, im Ringen um die Ansiedlung von Fachärzten. Vorarlberg, die Schweiz, der gesamte süddeutsche Raum mit den entsprechenden finanziellen Möglichkeiten buhlen um Mediziner. Strukturelle Probleme bei der Ausbildung der Ärzte können wir nicht lösen. Wir versuchen mit einem Gesamtpaket zu punkten – bieten hohe Lebensqualität, Sicherheit und günstige Räumlichkeiten.“
Darüber hinaus würden natürlich auch die Rahmenbedingungen, wie Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Bildungs- und Kulturangebot von den Bewerbern ins Kalkül gezogen.
In puncto Kinder- und Jugendheilkunde stellt sich die Situation  derzeit auch schwierig dar. Wolfgng Winkler erklärt im Gespräch mit der RUNDSCHAU dazu: „Thomas Müller, Sohn des ehemaligen Primars der Kinder- und Jugendheilkunde am BKH Reutte, hat zugesichert, Oberärzte aus Innsbruck zu uns zu schicken, die an Wochenenden  zur Unterstützung nach Reutte kommen.“ Auch hier heißt es also weiter abzuwarten.

Schöne Landschaft ist zu wenig.

„Letztlich befinden wir uns auch im Gesundheitswesen in der freien Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“, findet Winkler klare Worte. „Wir müssen Anreize schaffen und werden Geld in die Hand nehmen müssen, um der Bevölkerung im Außerfern die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen.“