Täglich 30.000 Euro

Liebe Freunde des sinnlosen Reichtums!

Marko Arnautovic, unser österreichischer Fußballnationalspieler mit serbischen Wurzeln, wechselte den Verein. Des Geldes wegen. Da er in England „nur“ 130.000 Euro pro Woche kassierte, ging er jetzt nach China. Bei einem Verein in Shanghai wird ihm laut Medienberichten eine wöchentliche Gage von 228.000 Euro bezahlt. Das sind umgerechnet circa 30.000 Euro täglich. Sportlich sind der dortige Verein und die Liga nicht mehr ganz so die große Herausforderung. Da war das Mutterland des Fußballs schon eine andere Kategorie. Aber, so las ich in den Gazetten, der Marko sei jetzt auch schon 30 Jahre alt. Und er müsse eben auf seine Familie schauen. Für mich ist das aberwitzig. Ein Irrsinn, der schlicht abgeschafft gehört. Bitte, wer auf dieser Welt kann so viel leisten, dass er derart viel Geld verdient? Kein Arzt, kein Spitzenpolitiker und kein Wissenschaftler hat nur annähernd diesen Verdienst. Und selbst die jüngst in die Kritik geratenen Parteispenden sind da im Vergleich ein echter Lercherlschas. Die 300.000 Euro, die Parteigründer Hans Peter Haselsteiner jüngst noch rasch vor dem beschlossenen Spendenverbot seinen Neos zukommen hat lassen, würden gerade mal für eineinhalb Wochen Arnautovic´ ausreichen. Interessanterweise höre ich aus dem Volk nur wenig Empörung. Die Leute regen sich auf, wenn unverschuldet in Not geratenen Mitmenschen eine Mindestsicherung von ein paar Hundertern pro Monat überwiesen werden. Aber so sind wir halt, wir Menschen. Lieber schön und reich als arm und krank. Übrigens: Mich persönlich würde auch interessieren, wo und wie viel unser „Marco Nationale“ Steuern zahlt. Er, der einst als junger dummer Bub bei einer Verkehrskontrolle einem Polizisten sagte, er könnte sein Leben kaufen, wird jetzt wohl andere Investitionen planen. Vielleicht ein schmuckes Häuschen um ein paar Milliönchen. Und ein paar schöne Autos dazu. Alles Gute, Familie Arnautovic!

Meinhard Eiter