Telfer Bauern mit Jagdpächter in Konflikt

Der Telfer Gemeinderat befasste sich bei der jüngsten Sitzung unter anderem mit der Verlängerung der beiden Eigenjagden Telfs-Mitte und Telfs-West sowie mit Widmungs- und Bebauungsänderungen. Foto: MGT/Dietrich

Diskussionen im Gemeinderat wegen eines Briefes, mit welchem sich drei Grundbesitzer über Jäger beschweren

In Telfs tagte am vergangenen Donnerstag der Gemeinderat. Tagesordnungspunkte waren unter anderem die Vergabe bzw. Pachtverlängerung der Eigenjagden Telfs-Mitte und Telfs-West sowie eine Widmungs- bzw. Bebauungsänderung für das Inntalcenter und Hofer-Einkaufsmärkte im Untermarkt und im Ortsteil Sagl. Punkto Jagdvergabe gab es Diskussionen wegen eines Briefes, mit welchem sich drei Grundbesitzer beim Bürgermeister und beim Gemeinderat über einen Jagdpächter beschweren. 

Die Handelskette Hofer erweitert die Kundenfläche in der Filiale im Untermarkt von derzeit 1.000 Quad-ratmeter auf 1.300 Quadratmeter und im Ortsteil Sagl von derzeit 877 Quadratmeter auf 1.000 Quadratmeter. Kritik gab es zu diesem Punkt von Gemeinderat Norbert Tanzer (PZT/SPÖ). „Zu was braucht der Hofer noch mehr Verkaufsflächen, wir müssen schauen, dass wir die Kaufkraft wieder ins Ortszentrum zurückbringen“, forderte er. Vizebürgermeisterin LA Cornelia Hagele (WfT) konterte: „Die Hoferfilialen sind für Telfs wichtig. Es gibt viele Menschen, die billig einkaufen müssen. Ich glaube nicht, dass wir den Dorfkern retten können, wenn wir der Widmungsänderung nicht zustimmen!“ Die Abstimmung endete mit 20 Ja-Stimmen und der Gegenstimme von GR Tanzer.

ERWEITERUNG INNTALCENTER. Rund zehn Millionen Euro investieren 2020 die Gesellschafter in die Erweiterung des Inn-talcenters. Die Kunden- und Gehflächen werden von derzeit 12.000 Quadratmeter auf 16.400 Quadratmeter erweitert. Zudem werden neue Parkflächen sowie Zu- und Abfahrten geschaffen. Die Vorplatzgestaltung im Norden des Einkaufszentrums wird in Abstimmung mit der Marktgemeinde vorgenommen. Im Untermarkt ist bekanntlich eine Begegnungszone geplant, in deren Bereich auch der Vorplatz vom Inn-talcenter fällt.

DEBATTEN. Die Pachtverträge für die Eigenjagden Telfs-Mitte und Telfs-West laufen Ende des Jagdjahres aus. Das Jagdgebiet Telfs-Mitte hat seit fast 20 Jahren ein Telfer Anwalt gepachtet. Er bezahlt jetzt schon einen relativ hohen Pachtzins. An den Index angepasst wird dieser nun bei 27.000 Euro jährlich liegen. Debatten gab es wegen eines Briefes, in welchem sich drei Grundeigentümer über den Pächter der Jagd Telfs-Mitte beschweren. Inhaltlich geht es um Jagd- und Wildschäden sowie um die Bitte einer Neuvergabe der Jagd. Bürgermeister Christian Härting (WfT) vertritt die Meinung, dass die Angelegenheit das Forst- und Jagdgesetz betrifft und die Gemeinde nicht vermitteln müsse. GR Herbert Klieber (BL) teilte diese Meinung: „Diesen Konflikt müssen die Bauern mit dem Jagdpächter selbst klären!“ GR Norbert Tanzer (PZT/SPÖ) sprach sich zwar für eine Verlängerung des Jagdpachtes aus, stellte aber fest, dass die Gemeinde in der Angelegenheit sehr wohl vermitteln müsse. GV Angelika Mader (ÖVP) und GR Wolfgang Gasser (FPÖ) kritisierten, dass das Schreiben der Bauern, das bereits Mitte März im Gemeindeamt eingegangen ist, viel zu spät an den Gemeinderat weitergeleitet wurde.

PACHTERHÖHUNG FÜR JAGD TELFS-WEST. Das Jagdgebiet Telfs-West hat derzeit zwei Pächter, derzeit liegt der Pachtzins bei jährlich 16.000 Euro, ab der nächsten Dekade werden jährlich 25.000 Euro in Rechnung gestellt. Die Verlängerung der Jagd Telfs-Mitte wurde mit einer Enthaltung (GR Tanzer), die Verlängerung der Jagd Telfs-West einstimmig beschlossen.