Telfs hat nun wichtigen Kulturausschuss

m Bild die Ausschussobleute: 1. Reihe v.l: GV Silvia Schaller

Obmann ist GV Josef Federspiel – Kritik, weil sich GR Köll und GR Klieber für keinen Ausschuss nominierten

(RS/GeSch) Die Benennung und Besetzung der Ausschüsse und die Wahl der Obleute standen im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung vergangenen Donnerstag in der „Villa Schindler“. Auch die Delegierten für Gemeindeverbände sowie sonstige Organe, Vereine, Stiftungen, Fonds und Körperschaften wurden nominiert. Die beiden Gemeinderäte Herbert Klieber (Bürgerliste) und Josef Köll (Telfs Neu) stellten sich für keinen Ausschuss zur Verfügung. Was auf Unverständnis gestoßen ist.

Laut GR-Beschluss bestehen die Ausschüsse analog zum Gemeindevorstand als achtköpfige Gremien. Es dürfen von den Fraktionen nicht nur gewählte und angelobte Gemeinderäte entsandt werden, sondern auch andere Listenmitglieder. „Wichtig ist mir, dass sie dabei bleiben und dauerhaft mitarbeiten“, begründet Bgm. Christian Härting, warum keine Stellvertreter-Regelung vorgesehen ist. Im Klartext: Wer sich in einen Ausschuss nominieren lässt, soll in dessen Sitzungen selbst mitarbeiten und auf dem Laufenden sein. „Es geht mir vor allem um Effizienz bei der Arbeit“, unterstrich Bürgermeister Christian Härting. Aufgrund des Wahlergebnisses hält die Bürgermeisterliste „Wir für Telfs“ in jedem Ausschuss fünf Sitze, die ÖVP, die GRÜNEN und die FPÖ je einen. Die drei Ein-Mann-Fraktionen können jeweils einen Vertreter mit beratender Stimme entsenden.

Zehn Ausschüsse wurden eingerichtet und folgende Obleute und Stellvertreter wurden gewählt. Überprüfungsausschuss: Obmann GR Wolfgang Gasser (FPÖ), Stv. Simon Lung (WFT); Bildung und Vereinswesen: Obmann GR Klaus Schuchter MA (WFT), Stv. GV HR Josef Federspiel (WFT); Bau- und Raumordnung: Obmann Bgm. Christian Härting (WFT), Stv. Ing. Daniel Gufler (WFT); Jugend und Sport: Obmann GR Simon Lung (WFT), Stv. GR Georg Pfanzelt (WFT); Umwelt, Energie und Landwirtschaft: Obfrau Vize-Bgm. Mag. Dr. Cornelia Hagele (WFT), Stv. Thomas Scharmer (WFT); Integration und Diversität: Obmann GR Güven Tekcan (ÖVP), Stv. GR Theresa Braun (Grüne); Familie, Senioren und Soziales: Obfrau GV Silvia Schaller (WFT), Stv. GR Michaela Simmerle (WFT); Verkehr, Mobilität und BürgerInnenbeteiligung: Obmann VBgm. Christoph Walch (GRÜNE), Stv. GV Mag. Alexander Schatz (WFT); Wirtschaft und Ortszentrum: Obmann GV Mag. Alexander Schatz (WFT), Stv. VBgm. Mag. Dr. Cornelia Hagele (WFT). Obmann des neugeschaffenen Kulturausschusses ist der ehemalige Landesschulinspektor HR Josef Federspiel (WFT), sein Stellvertreter GR Klaus Schuchter (WFT). Für Bürgermeister Christian Härting sind sämtliche Ausschüsse optimal besetzt: „Die Ausschüsse bestehen aus kompetenten Persönlichkeiten. Ich bin davon überzeugt, dass alle Mitglieder motiviert zum Wohle von Telfs arbeiten werden!“ Und die von Härting (WFT) vorgeschlagene Aufwandsentschädigung für Funktionäre stieß allgemein auf Zustimmung.

Auf großes Unverständnis ist die „Arbeitsverweigerung“ der beiden Gemeinderäte Josef Köll und Herbert Klieber gestoßen. Beide Mandatare haben sich nämlich in keinen Ausschuss nominiert. GV Alexander Schatz (WFT) dazu in der Sitzung: „Wer A sagt, muss auch B sagen. Im Wahlkampf große Töne spucken und Visionen für Telfs plakatieren, ist zu wenig. Die Arbeit in den kommenden sechs Jahren zählt. Weder Josef Köll noch Herbert Klieber engagieren sich in den Ausschüssen. Das ist höchst bedenklich. Unsere Fraktion ‚Wir für Telfs‘ wird den Wettbewerb der besten Ideen auch in den Ausschüssen leben. In Zukunft leider ohne den Obmann der Kaufmannschaft und dem selbsternannten Bauernvertreter!“ GR Herbert Klieber (Bürgerliste) wehrt sich: „Von Montag bis Donnerstag bin ich beruflich in Deutschland. Da nützt es nichts, wenn ich in einem Ausschuss wäre. In der Wahlkampfphase wurde an mir Kritik wegen zu wenig Teilnahme an Ausschusssitzungen geübt und jetzt dieser Angriff. Da frage ich mich schon, was das nun wieder soll. Einige gewisse Herren sollten mal darüber nachdenken, wie viele unbezahlte Tausende Kilometer ich für die Gemeindepolitik von Deutschland nach Telfs gefahren bis und wie viele unbezahlte Urlaubstage ich nehmen musste. Und noch eines: Es ist traurig, wenn man als gewählter Mandatar in einem Ausschuss kein Stimmrecht hat. Die Mehrheitsfraktion ‚Wir für Telfs‘ kann eh alles alleine machen!“
GR Josef Köll (Telfs Neu) gegenüber der RUNDSCHAU: „In einigen Ausschüssen, darunter auch im Wirtschaftsausschuss, sitzen Fachleute von meiner Liste. Ich selbst will in keinen Ausschuss, als Unternehmer auch nicht in den Wirtschaftsausschuss, weil ich kein Stimmrecht habe. Das wäre so, wie ein Lied ohne Ton singen. Ich bin kein Arbeitsverweigerer, ich will und werde weiterhin Politik für Telfs machen. Und zwar indem ich künftig im Gemeinderat immer wieder Anträge einbringen werde. Da muss meine Stimme gehört werden!“

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