Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Chronik | 20. August 2019 | Gebi G. Schnöll

Grüner Ärger wegen Rodung für Parkplatz

Wegen des neuen Parkplatzes musste eine etwa 1.000 Quadratmeter große Fläche gerodet werden. Das ärgert die Telfer Grünen. RS-Foto: Schnöll
LH Günther Platter bedankte sich bei den Geehrten und Ausgezeichneten für ihr vorbildliches Engagement im Dienste des guten Miteinanders in unserer Gesellschaft. Foto: Land Tirol/Die Fotografen
Thomas Watzdorf aus Zirl rettete zwei jungen Mädchen das Leben. Dafür gab es von den Landeshauptleuten Dank und Anerkennung. Foto: Land Tirol/Die Fotografen
Das Mitterer-Stück „Verkaufte Heimat“ wurde von Klaus Rohrmoser inszeniert und feiert einen riesigen Erfolg. Foto: Günther Egger
Elisabeth Rathgeb aus Ranggen wurde für ihre Verdienste als Seelsorgeamtsleiterin der Diözese Innsbruck von LH Günther Platter und LH Arno Kompatscher mit einem Verdienstkreuz des Landes Tirol ausgezeichnet. Bischof Hermann Glettler gratulierte. Foto: Land Tirol/Die Fotografen
Klaus Rohrmoser inszenierte die „Verkaufte Heimat“ von Felix Mitterer für die
Tiroler Volksschauspiele 2019. Foto: Lia Buchner
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50 weitere Parkplätze sollen am Telfer Emat die Parkplatzmisere bei Meisterschaftsspielen des SV Telfs beenden


Beim Telfer Sportplatz im Ortsteil Emat herrscht konstant Parkplatznot. Um 50 zusätzliche Parkflächen zu schaffen, wurde nun ein etwa 1.000 Quadartmeter großes Waldstück gerodet, was die Telfer Grünen auf die sprichwörtliche „Palme bringt“. Im Juli habe man in Telfs den Klimanotstand ausgerufen, einen Monat später werde das Klima durch einen neuen Parkplatz gleich doppelt belastet, heißt es in einer Aussendung. Sportreferent GR Simon Lung erklärt, dass durch die neuen Parkplätze, ganz im Sinne der Anrainer,  der „Wildparkerei“ ein Riegel vorgeschoben werden soll. 

Der SV Telfs hat viele Fans, was bei Meisterschaftsspielen immer wieder zu Parkplatznöten führt. Der Fußballverein hat deshalb bereits vor einem Jahr bei der Marktgemeinde um Erweiterung des Parkplatzes bei der Sportanlage Emat angesucht. Dort kommt es an Tagen, an denen mehrere Spiele hintereinander bzw. fast gleichzeitig stattfinden, immer wieder zu Engpässen und Verparkungen auf dem Gelände. Der Gemeindevorstand hat dieses Thema in der Sitzung am 8. November vorigen Jahres gründlich debattiert und die Parkplatzerweiterung bei der Sportanlage Emat beschlossen – mit der Gegenstimme vom Grünen-Vizebürgermeister Christoph Walch. GR Simon Lung, Obmann des Ausschusses für Jugend und Sport, erklärt in einer Aussendung, warum der Antrag zustande kam: „Den Ausschlag hat die Überlegung gegeben, dass die Zustände für alle Anrainer am Emat unerträglich geworden sind. Weil zu wenig Parkplätze vorhanden sind, müssen die Autofahrer oft wieder umkehren und verursachen dadurch ein regelrechtes Chaos. Sie parken wild und verstellen Einfahrten. Wenn mehr Parkflächen zur Verfügung stehen, entkrampft sich diese Situation!“ Derzeit wird der Beschluss baulich umgesetzt. Auf rund 1.000 Quadratmetern entstehen gut 50 zusätzliche Parkplätze. Dafür mussten einige Bäume gerodet und das Gelände aufgeschüttet werden. „Der Fußballverein SV Telfs spielt jetzt in der Regionalliga Tirol. Zu den Heimspielen kommen im Normalfall mehrere hundert Zuschauer. Die Nachwuchsmannschaften bieten eine sinnvolle und gesunde Freizeitbeschäftigung für viele junge Telfer. Durch die Lage des Fußballplatzes musste die Marktgemeinde auf die gegebene Situation reagieren. Im Sinne des Vereines und der Anrainer. Außerdem wird der Parkplatz auch anderweitig genutzt. Das Oberemat ist ja bekanntlich Ausgangspunkt für Wanderungen und Spaziergänge,  und es gilt auch als Hundefreilaufzone“, so Lung. 

NACH ALTERNATIVEN SUCHEN. Bei den Telfer Grünen stößt die Rodung für die 50 zusätzlichen Parkplätze auf Unverständnis. „Im Juli hat Telfs noch den Klimanotstand ausgerufen und sich damit dazu verpflichtet, zukünftige Entscheidungen möglichst klimafreundlich umzusetzen. Einen Monat später wird nun durch diesen neuen Parkplatz das Klima gleich doppelt belastet. Einerseits können die gefällten Bäume nicht mehr zur CO2-Reduzierung beitragen und andererseits fahren durch die zusätzlichen Parkmöglichkeiten noch mehr Fans mit dem Auto zum Emat, was die Abgasmenge erhöht“, kritisieren die Grünen. Ihrer Ansicht nach hätte man im Sinne des Klimanotstandes nach klimafreundlichen Alternativen suchen sollen. „Ein Shuttlebus-Service von bestehenden Parkplätzen zu den Sportplatzanlagen am Emat oder über den SV Telfs organisierte Mitfahrbörsen hätten geholfen, der Parkplatzmisere entgegenzuwirken. Hätte der Parkplatz auch an den vielen spielfreien Tagen zumindest einen Mehrwert für den Großteil der Bevölkerung, wenn  zum Beispiel eine Wanderroute vom neuen Parkplatz aus starten würde, könnte man darüber diskutieren. Die Durchführung neuer klimaschädlicher Projekte, die dann nur von einzelnen Teilen der Bevölkerung genutzt werden, können die Grünen Telfs aber nicht akzeptieren. Vor allem nicht, wenn es klimafreundliche Alternativen gibt!“
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