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Telfs | Chronik | 9. Mai 2022 | Beatrice Hackl

Lebensmittel mit allen Sinnen genießen

Lebensmittel mit allen Sinnen genießen
Das primäre Ziel von „Schmatzi“ besteht darin, das Bewusstsein für regionale und saisonale Lebensmittel bereits bei jungen Konsumenten zu stärken. Fotos: Schmatzi
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„Schmatzi“: Seminarbäuerinnen bringen den kleinen Konsumenten regionale und saisonale Produkte kindgerecht näher

Wenn in Kindergärten oder Volksschulen das Thema Lebensmittel und Ernährung auf den Tisch kommt, können Pädagogen seit Jahren Seminarbäuerinnen einladen, und diese eigens ausgebildeten Bäuerinnen ermöglichen es den Kindern dann, saisonale und regionale Lebensmittel mit allen Sinnen zu erleben und zu genießen. Zudem stellt das Projekt „Schmatzi“ auch Unterrichtsmaterialien inklusive spielerischer Elemente zur Verfügung.
Von Beatrice Hackl

Wie wird Butter erzeugt, und wer hat schon einmal selbst Butter gemacht? Durch das Projekt „Schmatzi“ haben Kinder unter anderem die Möglichkeit genau das selbst zu testen. „Wir bemühen uns stets um einen spielerischen Zugang. Wenn wir uns mit dem Thema Milch befassen, wird beispielsweise immer in einem Wettstreit selbst Butter erzeugt. Hierfür lasse ich die Kinder zwischen drei Methoden wählen. Die erste Wahl der Kinder ist immer der Mixer – dieser verfügt in diesem konkreten Fall aber nur über einen Rührstab – als nächstes stürzen sie sich erfahrungsgemäß auf den Schneebesen, während das kleine Einweckglas, das geschüttelt werden muss, kaum die Aufmerksamkeit der Kinder erweckt. Zu ihrer großen Verwunderung ist das Glas aber am effektivsten und man kommt damit am schnellsten ans Ziel. Die Kinder lieben dieses Erfolgserlebnis. Das Ergebnis darf dann natürlich gleich verkostet werden, und die Begeisterung über die ‚eigene‘ Butter ist immer sehr groß“, berichtet Elisabeth Kranebitter, deren Herz für ihre Familie und die Landwirtschaft schlägt.

Vielfältiges Projekt. Aufgewachsen ist sie in Pettnau auf einem Bauernhof, und die Liebe führte sie schließlich auf den „Brandnerhof“ in Telfs. Vor rund vier Jahren ließ sich die junge Mutter von zwei Kindern zur Seminarbäuerin ausbilden. Seither besucht sie im Rahmen des „Schmatzi“-Projekts unter anderem immer wieder Schulen aus der Region, um bei den Kindern und in weiterer Folge bei deren Eltern das Bewusstsein für regionale und saisonale Lebensmittel zu stärken. Das „Schmatzi–Team“ Tirol bzw. die Seminarbäuerinnen führen bereits seit 20 Jahren durch die Welt der natürlichen und heimischen Lebensmittel. „Milch, Eier und Fleisch gibt es das ganze Jahr, somit können diese Lebensmittel immer bespielt werden. Wir nutzen sie meist für die Wintermonate. Im Juni und Juli können wir beispielsweise Erdbeeren behandeln, und im Herbst stehen unter anderem Apfel und Kürbis auf dem Programm“, erklärt Kranebitter. Das „Schmatzi“-Projekt verfügt über mehrere Standbeine: Einerseits die Ernährungsbildung und andererseites werden den Pädagogen selbst auch eine Schulung und entsprechendes Unterrichtsmaterial sowie Spiele geboten. Ein weiteres Standbein ist das „Einkaufserlebnis“. Hierbei geht eine Bäuerin mit Volksschülern einkaufen, um sie für die Herkunft der Lebensmittel zu sensibilisieren. „Eingekauft werden beispielsweise die Zutaten für ein selbst zusammengestelltes Fruchtjoghurt, ein Müsli und dergleichen. Für einen Aufstrich braucht es lediglich Sauerrahm, Topfen und Kräuter“, erklärt die Seminarbäuerin. Die Erfahrung hat ihr gezeigt, dass Kinder es lieben, Essen zuzubereiten und miteingebunden zu werden.

Bleibende Eindrücke gewinnen. Ihr Sohn ist erst ein paar Monate alt, aber ihre dreijährige Tochter hilft bereits gerne mit, beim Kochen und auf dem Hof. „Wir haben Kühe mit Mutterkuhhaltung, Schweine, Schafe, Ziegen und Hühner. Die Kleine hilft spielend mit und liebt es, die Tiere zu füttern. Sie hat keine Angst, aber Respekt, und das ist wichtig. Zwar können nicht alle Kinder auf einem Bauernhof aufwachsen, aber ich bin davon überzeugt, wenn Eltern einen Bauern aus ihrer Umgebung fragen, ob sie einmal mit ihrem Kind zur Stallzeit vorbeikommen können, sagt keiner nein. Für Kinder ist das ein prägendes Erlebnis, das ihnen Spaß macht und aufschlussreiche Einblicke gewährt. Es ist immer etwas Positives, wenn Menschen aufeinander zugehen. Aber bitte niemals ungefragt bzw. allein einen Stall betreten“, unterstreicht Kranebitter abschließend.
 
Lebensmittel mit allen Sinnen genießen
Die Seminarbäuerin Elisabeth Kranebitter (l.) lässt Kinder Lebensmittel mit allen Sinnen begreifen – unter anderem auch durch Blindverkostungen.
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