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Telfs | Chronik | 22. März 2021 | Gebi G. Schnöll

„Leiden Jesu“ in der Wallfahrtskirche Götzens

„Leiden Jesu“ in der Wallfahrtskirche Götzens<br />
Mit 250 Figuren wird das „Leiden Jesu Christi“ dargestellt. Die Papierfiguren stammen vom Götzner Drechslermeister Georg Haller (1771 - 1838). Fotos: KV Götzens/Günther Reinalter
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Die in Tirol einzigartige Fastenkrippe kann noch bis nach der Karwoche besichtigt werden

Auch zu früherer Zeit wollten die Gläubigen über das „Leiden Jesus“ erfahren. Weil die meisten von ihnen aber Analphabeten waren, bediente man sich der bildlichen Darstellung vom letzten Abendmahl bis hin zur Auferstehung. Die meisten Fastenkrippen findet man in Tirol, die bekannteste von ihnen kann alle Jahre vom Aschermittwoch bis nach der Karwoche in der Wallfahrtskirche Götzens besichtigt werden.
Von Gebi G. Schnöll

Die Fastenkrippe in Götzens wurde vor mehr als 200 Jahren von Georg Haller (1771 – 1838) geschaffen. Sie besteht aus über 250 bemalten Papierfiguren, die die ganze Leidensgeschichte in 35 Szenen und Stationen darstellt. „In Privathäusern sind nur mehr wenige alte Fastenkrippen zu finden, zu ernst ist das Themenspektrum, das in ihnen zur Sprache kommt und von Verrat bis zur Hinrichtung reicht. Doch in den letzten Jahren hat die Fastenkrippe wieder einen Aufschwung erlebt. Fastenkrippen rufen im Gegensatz zur Weihnachtskrippe ein eher passives, betrachtendes Mitgefühl hervor, das keinerlei Identifikation mit den Beteiligten anstrebt. Sie sind dem inhaltlichen Geschehen entsprechend ein trauriger Anblick, sie müssen sich viel stärker auf das tatsächliche Geschehen beschränken“, weiß Günther Reinalter, der beim Krippenverein Götzens unter anderem auch für die Pflege der Krippenkunstwerke zuständig ist.

Krippenbauer sollten die Bibel kennen. Beim Bau einer Krippe erfordert es vom Krippenbauer genaue Kenntnisse der Bibel sowie ein enges Anlehnen an das Neue Testament. „Die Auseinandersetzung mit der Landschaft des alten Israel, ein völliges Hineindenken in die Zeit, in der Jesus gelebt und gewirkt hat, sind notwendig und von großem Vorteil. Zum Großteil sind Standorte von Passions- oder Fastenkrippen in erster Linie Kirchen und entsprechende museale Einrichtungen“, so Reinalter weiter. Ein Geschenk für die Götzner Bevölkerung, die Fastenkrippe in der Pfarrkirche Götzens. Die Figuren stammen von Georg Haller aus Götzens (1771–1838), der Krippenberg wurde vom Götzner Franz Eigentler I (1856–1929) geschaffen, den Hintergrund schuf Franz Pernlochner aus Thaur (1877–1954). Seit dem Jahre 1912 wird die aus ca.250 Figuren bestehende Fastenkrippe immer während der Fastenzeit, vom Aschermittwoch bis nach der Karwoche, in der Wallfahrtskirche Götzens ausgestellt.

Alte Stichvorlagen. Die Papierfiguren von Georg Haller entstanden in den Jahren um 1800-1830. Der gelernte Drechslermeister hatte sich unter Verwendung alter Stichvorlagen – aus dem Nachlass Franz-Xaver Kirchebner (1736–1815) – einen ganz eigenen, barock nachempfundenen Stil angeeignet, konnte mit der Vielzahl seiner Figuren ungemein anschaulich erzählen und war seiner selbst gewählten (Neben-)Berufsbezeichnung entsprechend auch ein guter Landschaftsmaler. Die Figuren der Fastenkrippe wurden 1912 vom „Nazeler-Bauer“ Alois Knoll – Mitbegründer des Krippenvereins Götzens – dem damaligen Pfarrer Josef Hell für die Pfarrkirche geschenkt. Der Krippenverein Götzens, der die Weihnachts- und die Fastenkrippe in der Kirche aufstellt und sorgfältig pflegt, hat 1998 den Boden erneuert, sowie Glasscheiben zur Sicherung vor Diebstählen angebracht.
 
„Leiden Jesu“ in der Wallfahrtskirche Götzens<br />
Die „Auferstehung Jesu“.
„Leiden Jesu“ in der Wallfahrtskirche Götzens<br />
Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.
„Leiden Jesu“ in der Wallfahrtskirche Götzens<br />
In 35 Szenen wird das „Leiden Jesu Christi“ bis zur Auferstehung nachgestellt.
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