Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Chronik | 5. Mai 2020 | Beatrice Hackl

Mehr Arbeit als zur Weihnachtszeit

Mehr Arbeit als zur Weihnachtszeit
Daniela Reiter übt ihren Beruf seit 28 Jahren mit Leib und Seele aus. Große Pakete werden von den Kollegen mit Autos zugestellt, aber auch sie als Fahrradkurier hat täglich viele Kleinpakete auszuliefern.Foto: privat
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Die Ausnahmesituation sorgt bei der Post bzw. insbesondere beim Paketaufkommen für einen enormen Zuwachs

Mehr Arbeit denn je haben aktuell Postbedienstete zu bewältigen. Die veränderte Lebenssituation sorgt dafür, dass die Menschen vieles online bestellen, was wiederum in einem Paketberg in den Poststellen resultiert. In etwa 20 Container treffen täglich in der Postfiliale in Telfs ein. Derartige Mengen übertreffen sogar die Hochsaison rund um Weihnachten.
Von Beatrice Hackl

Postboten und Paketzusteller sind dieser Tage gerne gesehen. Im Telfer Postamt sorgen 38 Mitarbeiter – ohne jene am Schalter – für einen reibungslosen Ablauf. Sie alle haben seit Wochen alle Hände voll zu tun und müssen täglich ein noch nie dagewesenes Paketaufkommen bewältigen. Aufgrund der Corona-Krise wurden die Dienste geteilt, wodurch sich die einzelnen Teams aktuell nicht begegnen. Dadurch soll ein Totalausfall vermieden werden. Zusätzlich wurde den Mitarbeitern aus Sicherheitsgründen Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe zur Verfügung gestellt.

EINE FRAU TROTZT WIND UND WETTER. Daniela Reiter war einst die erste weibliche Zustellerin in Telfs. Mittlerweile verfügt sie über jede Menge Erfahrung, zumal sie seit 28 Jahren für die Post tätig ist: „Wie in jedem anderen Job gibt es auch bei uns Stoßzeiten. Aktuell haben wir aber sogar mehr zu tun als rund um Weihnachten. So etwas gab es noch nie. Ich bin sein 1992 bei der Post und derartige Mengen habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt. Das ist schon stressig.“ Durch die geteilten Schichten sei es in der Filiale ruhiger und man könne umso effizienter arbeiten. Daniela bestreitet ihre Route mit dem Fahrrad und trotzt somit Wind und Wetter. Mit der richtigen Kleidung sei das kein Problem und sie ziehe das Fahrrad dem Auto vor. Im Urlaub vermisse das Radeln sogar. „Die Werbung fällt momentan etwas dünner aus, aber dafür ist die Anzahl der Pakete stark gestiegen. Zum Glück gibt es auf meiner täglichen Route zwei Depotstellen für die Pakete. Dort befinden sich zwei bis drei Säcke mit jenen Paketen, die ich nicht auf Anhieb Platz habe. Aber so oder so bräuchte ich momentan eigentlich einen Anhänger für mein Fahrrad. Die Leute bestellen relativ viel und ich vermute, das wird noch einige Zeit so bleiben“, berichtet Daniela Reiter und ergänzt: „Die großen Pakete werden von den Kollegen mit den Autos zugestellt, aber auch ich als Fahrradkurier liefere viele Kleinpakete und jene Pakete, die als Brief aufgegeben wurden, aus.“ 
Mehr Arbeit als zur Weihnachtszeit
Durch das hohe Paketaufkommen haben die Mitarbeiter der Telfer Postfiliale alle Hände voll zu tun. Foto: privat
VON TÜR ZU TÜR UND VON MENSCH ZU MENSCH. „Auch bei der Zustellung haben sich für uns Änderungen ergeben. Pakete darf ich zurzeit kontaktlos zustellen. Das heißt, ich klingle und informiere die jeweilige Person darüber, dass ich das Paket vor der Eingangstür abstelle. Das funktioniert ganz gut. Außerdem trifft man die Menschen öfter als sonst zuhause an, da die viel gerade im Home-Office arbeiten“, unterstreicht Reiter. „Natürlich regieren die Leute unterschiedlich, aber nahezu alle sind überaus freundlich, dankbar und finden vermehrt lobende Worte für unsere Arbeit. Ich muss aber auch dazusagen, dass ich meine Leute ohnehin kenne. Sie sind dankbar, wenn ich für sie Briefe mitnehme. Das muss ich nicht tun, mache ich aber gerne, auch schon vor der Corona-Krise. Und jetzt erst recht, damit insbesondere die älteren Menschen nicht außer Haus müssen.“ Damit dürfte klar sein, dass sich Daniela Reiter um ihre Mitmenschen sorgt und das ist erfreulicherweise keine Einbahnstraße, wie Daniela wissen lässt: „Auf meiner Route wohnt eine ganz liebe Frau. Immer wenn ich ihr die Post bringe, wartet im Postkasten eine kleine Überraschung auf mich. Sie versüßt mir im wahrsten Sinne des Wortes den Tag. Sie denkt immer an mich und das freut mich und auch meine Urlaubsvertretung. An heißen Tagen erwartet mich meist ein erfrischendes Getränk. Das ist doch wirklich eine noble Sache“, zeigt sich Reiter von den Aufmerksamkeiten gerührt. 

BUNTE UMSCHLÄGE MIT PERSÖNLICHER NOTE. Positiv auffallen würden momentan auch vermehrt Briefe beziehungsweise Kuverts mit bunten Stickern, kleinen Zeichnungen und dergleichen. „Es scheint fast so, als würden sich die Leute wieder vermehrt persönliche Briefe schreiben beziehungsweise Postkarten und Päckchen verschicken. Die private Korrespondenz fällt einem durch die oft bunte Gestaltung ganz anders ins Auge. So etwas stelle ich natürlich ganz besonders gerne zu. Ich finde es schön, dass Enkel ihren Großeltern schreiben und umgekehrt. So schlimm die ganze Corona-Krise auch sein mag – diese Rückbesinnung auf Stift und Papier beziehungsweise das Verschicken von individuellen, persönlich gestalteten Briefen ist ein kleiner, aber positiver Nebeneffekt“, freut sich Reiter.
Mehr Arbeit als zur Weihnachtszeit
Logistische Herausforderungen: Das sind nur drei der rund 20 Container, die täglich zugestellt werden müssen. Foto: privat
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