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Telfs | Chronik | 7. Juni 2021 | Gebi G. Schnöll

Muren, überflutete Keller und ein Bergdrama

Muren, überflutete Keller und ein Bergdrama<br />
Pumpeneinsatz bei der FF Zirl: Fast einen Meter hoch stand das Wasser in der „Geistbühelweg“-Unterführung. Fotos: zeitungsfoto.at
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Feuerwehren von Reith, Seefeld, Scharnitz und Zirl im Unwettereinsatz - Deutscher stürzte im Karwendel in den Tod

Über dem Seefelder Plateau und der Marktgemeinde Zirl gingen am Samstagnachmittag schwere Gewitter nieder. Muren und Überflutungen forderten die Feuerwehren von Reith, Seefeld und Zirl. Besonders brenzlig war die Situation im Brunntal nördlich von Zirl, dort mussten von den Einsatzkräften mehrere Personen über Murkegel begleitet und sicher ins Tal gebracht werden. In Scharnitz mussten die Einsatzkräfte am Freitag zu einem länder-übergreifenden Sucheinsatz nach einem vermissten 65-jährigen Deutschen ausrücken.
Von Gebi G. Schnöll

Der 65-Jährige ist am Freitag gegen 17 Uhr als abgängig gemeldet worden. Die Suche nach dem Deutschen, der im Bereich der östlichen Karwendelspitze vermutet wurde, musste allerdings gegen 18.30 Uhr wegen eines starken Gewitters vorerst ergebnislos abgebrochen werden. Die Suchaktion wurde am Samstag auf deutscher und österreichischer Seite fortgesetzt. Im Zuge eines Suchfluges mit dem Innenministerium-Hubschrauber „Libelle“ konnte der Mann am Vormittag regungslos unterhalb eines Steiges, der zur östlichen Karwendelspitze im Gemeindegebiet von Scharnitz führt, gesichtet werden. Die Bergung des Leichnams erfolgte durch den BMI-Einsatzhubschrauber. Nach dem derzeitigen Erhebungsstand dürfte der Mann beim Übergang auf einem Schneefeld ausgerutscht und über schneebedecktes und felsdurchsetztes Gelände ca. 400 Meter in den Tod gestürzt sein. Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht.

Muren und Überflutete Keller. Starkregen und teilweise auch Hagel haben am späten Samstagnachmittag im Oberland und im Großraum Seefeld-Zirl zu Überflutungen und Murenabgängen geführt. Zwischen Haiming-West und Haiming-Ost musste nach einem Murenabgang die B 171 total gesperrt und der Verkehr durch den Ort umgeleitet werden. Im Raum Zirl waren das Brunntal, der „Geistbühelweg“ und die Seefelder Landesstraße B 177 betroffen. Im Brunntal mussten einige Menschen über Muren begleitet und sicher ins Tal gebracht werden. Auch in Seefeld und Reith hat das schwere Gewitter die Einsatzkräfte gefordert. In der WM-Gemeinde mussten mehrere Keller ausgepumpt werden, noch schlimmer war die Situation in Reith, wo wegen des vielen Hangwassers nicht nur Keller vollgelaufen sind, sondern auch Brücken fast unterspült und Muren abgegangen sind. „Wir waren mit sechs Fahrzeugen und 45 Mann im Einsatz. Weil Scharnitz vom Gewitter nicht so arg betroffen war, haben wird die dortige Feuerwehr zum Hilfseinsatz angefordert. Um ein Uhr nachts war dann der letzte Keller ausgepumpt“, schildert der Reither Feuerwehrkommandant OBI Martin Gapp gegenüber der RUNDSCHAU.

Felssturz im hinteren Ötztal. Im Hinterötztal kam es am Samstag kurz nach 22 Uhr zwischen Zwieselstein und Obergurgl (Gemeinde Sölden) zu einem massiven Felssturz, bei dem die sogenannte „Leck-Galerie“ beschädigt wurde. Die Ötztal Landesstraße musste zwischen den beiden Ortschaften für den Verkehr total gesperrt werden. Seit Sonntagabend wird der Verkehr wieder einspurig durch die Galerie geführt. Das Bauwerk ist bereits im Frühjahr 2020 für mehrere Monate gesperrt worden, als ein Hangrutsch drohte. Die Bevölkerung von Unter-, Ober- und Hochgurgl musste damals mit dem Landeshubschrauber versorgt werden. Erst nachdem die Galerie statisch verstärkt worden war, erfolgte die Verkehrsfreigabe.   
 
Muren, überflutete Keller und ein Bergdrama<br />
In Reith drohte das Fundament einer Brücke unterspült zu werden.
Muren, überflutete Keller und ein Bergdrama<br />
In Reith wurde durch eine kleine Mure ein Feld in Mitleidenschaft gezogen. Der Traktor blieb glücklicherweise verschont.
Muren, überflutete Keller und ein Bergdrama<br />
Dieser riesige Felsbrocken schlug auf der „Leck-Galerie“ ein, danach stürzte er über einen Steilhang in die Ötztaler Ache ab. Foto: BBA Imst
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