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Telfs | Chronik | 6. September 2021 | Beatrice Hackl

Ranggerin ist neue Caritas-Direktorin

Ranggerin ist neue Caritas-Direktorin<br />
Bischof Hermann Glettler gratuliert der neuen Caritas-Direktorin Elisabeth Rathgeb aus Ranggen. „Die neue Chefin weiß worum es geht und ich weiß die Caritas in guter Hand“, betont der Bischof am Ende des Pressegesprächs. RS-Foto: Hackl
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Elisabeth Rathgeb Bischof Gletter Zusammen Helfen Georg Schärmer Caritas-Direktorin
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„Zusammen Helfen“ lautet das Credo, das Elisabeth Rathgeb rund um ihre Arbeitsschwerpunkte hochhalten möchte

Mit der Caritas übernimmt Elisabeth Rathgeb laut Bischof Gletter einen „vitalen Herzschlag“ der Kirche. Er kenne die Theologin und Historikerin schon lange und sei erfreut, dass sie nun als Caritas-Direktorin fungiere. „Elisabeth Rathgeb ist bestens vernetzt und bereits seit vielen Jahren für die Caritas tätig. In all der Zeit hat sie sich großes Wissen über Land und Leute angeeignet. Ich habe sie als behutsame und zugleich entschlossene Person kennen und schätzen gelernt, die über eine gute soziale Sensibilität verfügt“, betonte Glettler vergangenen Freitag zu Beginn der Pressekonferenz, in deren Rahmen die neue Direktorin ihre gesetzten Schwerpunkte für die Zukunft vorstellte: „Zusammen Helfen“.
Von Beatrice Hackl

Die Aufgabe der stellvertretenden Direktorin der Caritas hatte Elisabeth Rathgeb bereits seit einem Jahr inne. Nun, mit Anfang September übernahm sie das Amt gänzlich von ihrem Vorgänger Georg Schärmer. Vor seinem Pensionsantritt hat er die Geschicke der Caritas fast 24 Jahre lang voller Leidenschaft gleitet. Seine Nachfolgerin möchte an seine Arbeit anknüpfen und ist davon überzeugt, dass er ihr dafür ein solides Fundament hinterlassen hat. Glettler versichert: „Mit ihrer vielfältigen Berufs- und Lebenserfahrung hat sie das nötige Gespür, was es zum Gedeihen des gesellschaftlichen Zusammenhalts braucht.“ Bei ihrer neuen Aufgabe steht ihr ein großes Team aus professionellen Mitarbeitern zur Seite, ebenso wie 4.000 Ehrenamtliche. Dieses Netzwerk mache die Caritas aus und stark.

Versteckte not und Solidarität. „Im vergangenen Jahr hat mich trotz all meiner Erfahrung überrascht, wieviel versteckte Not es bei uns gibt. In der Caritas bekommt sie ein Gesicht: Kinder, die nicht bei ihren Eltern aufwachsen können. Jugendliche, die keine geregelte Ausbildung schaffen. Menschen, die drogenkrank und obdachlos sind. Gerade da zeigt sich, wie wichtig eine Institution wie die Caritas ist“, zeigt sich Rathgeb überzeugt und ergänzt: „Ich habe aber auch viel Positives gesehen und erlebt. Menschen, die ihre Hilfsbereitschaft nicht an die große Glocke hängen: Eine Pensionistin, die monatlich sieben Euro spendet oder Schüler, die für den guten Zweck laufen. Das sind wichtige Zeichen der Hilfsbereitschaft und Solidarität.“ Die Caritas hat es sich schon lange zur Aufgabe gemacht, jenen eine Stimme zu verleihen, die keine haben. Das auserkorene Motto lautet „Zusammen Helfen“. Das sei sehr treffend, zumal Tirol eine lange Tradition und Kultur der Solidarität aufweise. „Diese Tradition gilt es nun zu stärken und zu vertiefen“, betont die Direktorin ihr Ansinnen. „Nur wenn wir ‚Zusammen Helfen‘, bewältigen wir die aktuellen Herausforderungen.

Schwerpunkte für das kommende Jahr. Kinder und Jugendliche sind unsere Basis, hier können wir viel Präventionsarbeit leisten. Es geht darum, ihnen Perspektiven für eine gute Zukunft zu geben, sei es durch das ‚Sozial-Zertifikat‘ für Lehrlinge oder durch ein Beschäftigungsprojekt für Jugendliche, die bislang in keiner Ausbildung Fuß fassen konnten“, betont Rathgeb. Auf der Agenda stehen auch der Ausbau der Familienhilfe und die Stärkung der Sozialberatung in den Regionen. „Neu ist die Rechtsberatung. Seit Corona haben wird festgestellt, dass die Fälle immer komplexer werden. Die Menschen sind oft schwer verschuldet und nehmen erst sehr spät Hilfe in Anspruch“, verdeutlicht die Direktorin. Sie weiß aber auch, dass die Hemmschwelle, um Hilfe anzufragen, oft groß ist. Sie möchte die Menschen dazu ermutigen: „Auch in Tirol gibt es diese Not. Es gibt Familien, die finanziell nicht über die Runden kommen und in der Monatsmitte einen Gutschein für den Sozialmarkt brauchen, damit sie den Kühlschrank füllen können“. Auch pflegenden Angehörigen von Demenzkranken möchte die neue Direktorin helfen und ihnen ein Netzwerk an die Seite stellen. Ergänzend zur bewährten Arbeit der drei Demenzberatungsstellen, werden künftig in vier Regionen Lehrgänge für ehrenamtliche Besuchsdienste geboten. „Spenden sind ein wesentlicher Teil unseres Budgets und trotz Krise halten uns die Menschen die Treue. Besonders dankbar bin ich den treuen Haussammler, die jährlich für die Caritas von Haus zu Haus gehen. Sie sind unsere Seismographen vor Ort. Sie wissen, wo es brennt und wer Hilfe braucht“, zeigt sich die Direktorin dankbar, die zudem das Ehrenamt und die Freiwilligenarbeit stärken möchte. Daneben hat sie ein ganz konkretes Ziel für die Zusammenarbeit mit den Pfarren: „Wir möchten nach der Pfarrgemeinderats-Wahl im kommenden März in jeder Gemeinde einen Pfarr-Gemeinde-Caritas-Beauftragten gewinnen.“ In puncto Not- und Katastrophenhilfe verweist die Direktorin darauf, wie wichtig es bei Schicksalsschlägen sei, schnell und unbürokratisch zu helfen. Das sei ein Grundauftrag der Caritas – im Inland, aber auch mit dem Blick über den Tellerrand hinaus. In der Auslandsarbeit zählt nicht nur die Nothilfe. Hier ist die Caritas in vielen langfristigen Initiativen engagiert. Rathgeb legt großen Wert darauf, dass sich die Caritas auch weiterhin für „weltweite Gerechtigkeit“ einsetzt. „Denn ohne Gerechtigkeit gibt es keinen Frieden.“
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