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Telfs | Chronik | 3. Mai 2021 | Beatrice Hackl

Rasche, ergänzende Hilfe auf zwei Rädern

Rasche, ergänzende Hilfe auf zwei Rädern<br />
Auch auf Motorrädern sind die Rotkreuz-Helfer ab sofort unterwegs, um den Rettungsdienst zu unterstützen, aber auch um in der Prävention tätig zu sein. Die Anschaffung der zwei „Maschinen“ wurde durch eine private, zweckgebundene Spende ermöglicht. Fotos: zeitungsfoto.at
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Motorradstaffel Rotes Kreuz Jan Reiter leitet die Motorradstaffel Ortsstellenleiter Kematen/Zirl
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Zirler Jan Reiter leitet die Motorradstaffel des Roten Kreuzes, die künftig von Mai bis Oktober den Rettungsdienst verstärkt

Personen, die auf gesundheitlicher Ebene in Not geraten, können sich auf schnelle Hilfe durch das Rote Kreutz verlassen. Dank der neuen Motorradstaffel kommt diese rasche Hilfe sogar noch ein Stück schneller an, denn ab sofort sind die mit Blaulicht und Folgetonhorn ausgestatteten Maschinen in ganz Tirol unterwegs. Jan Reiter aus Zirl ist ehrenamtlich für das Rote Kreuz in Innsbruck-Land tätig. Er fungiert als Ortsstellenleiter in Kematen/Zirl und leitet zudem nun auch die neue Zweirad-Staffel. Die RUNDSCHAU hat bei ihm nachgefragt und sich nach dem Mehrwert des neuen fahrbaren Untersatzes für die Region erkundigt.
Von Beatrice Hackl

Im Fall einer gesundheitlichen Notsituation ist rasche Hilfe gefragt – unabhängig davon, wo und unter welchen Umständen sich der Notfall ereignet hat. Dank einer privaten, zweckgebundenen Spende war es dem Roten Kreuz in
Innsbruck-Land nun möglich, den Einsatzfuhrpark um zwei Motorräder und das Team um 15 motorradaffine und ehrenamtlich Mitarbeiter (14 Männer und eine Frau) aufzustocken. Seit Anfang Mai ist die neue Motorradstaffel im Einsatz.

Wendigkeit sorgt für Effizienz. „Insbesondere bei Verkehrsunfällen spielt uns die Wendigkeit der Maschinen in die Hände. Die Motorradstaffel kann im Ernstfall sehr effizient als Ersthelfer fungieren, dadurch lässt sich die Zeit bis zum Eintreffen des Regelrettungsdienstes bestmöglich überbrücken“, ist Jan Reiter überzeugt. Die Mitarbeiter der Motorradstaffel sind Rettungssanitäter und Einsatzfahrer. Jedes Motorrad ist mit einer Person besetzt, unterwegs sind die beiden meist als Team. Die Wahl bei den Motorrädern fiel auf die Ducati 1260 Multistrada, die bei der Polizei schon seit Jahren erfolgreich im Einsatz ist. Die Maschinen wurden mit dem gesamten Material aufgerüstet, das bei sanitätsdienstlichen Versorgungen benötigt wird. „Also beispielsweise auch mit einem Defibrillator. So können wir eine professionelle Versorgung bis zum Eintreffen des Rettungswagens gewährleisten“, erklärt Reiter. Wichtig ist ihm aber nicht nur die Ausstattung der Zweiräder, sondern vor allem auch die Kennzeichnung von Fahrer und Motorrad: „Unsere Mitarbeiter tragen hochqualitative Motorradkleidung und eine Überwurfweste. Diese ist, wie auch der Helm und das Motorrad, im Rotkreuz-Design gestaltet, sodass wir auch gut erkennbar sind.“

Über die erste Hilfe hinaus. Zur Aufgabe der Motorradstaffel gehört nicht nur die Hilfeleistung bzw. die Unterstützung des Rettungsdienstes, sondern auch die Prävention. Reiter sieht darin einen klaren Mehrwert: „Unsere Mitarbeiter sind auch da, um das Risikobewusstsein bei den Verkehrsteilnehmern zu schärfen. Das heißt, wir sind auf der Straße, um Menschen zu helfen, aber auch um präventiv zu wirken – damit Unfälle insbesondere mit Motorrädern erst gar nicht passieren.“ Die Motorradstaffel des Roten Kreuzes ist daher unter anderem auch vermehrt auf Strecken unterwegs, die bei Zweirad-Fans besonders beliebt sind. „Information, Gesundheitstipps, Aufklärung – wir sind flexibel und vielseitig einsetzbar. Am Zirler Berg, auf dem Seefelder Plateau sowie im Selltraintal und im Westlichen Mittelgebirge können wir sicher gut agieren “, verdeutlicht Reiter: „Wobei wir natürlich darauf bedacht sind, untertourig zu fahren, um eine Lärmbelastung für jedwede Anrainer unserer Einsatzorte zu vermeiden.“

Von Mai bis Oktober im Einsatz. Die neue Motorradstaffel des Roten Kreuzes verrichtet in den Monaten Mai bis Oktober Dienst. „Die Wochenenden“, berichtet Jan Reiter, „besetzen wir tagsüber gänzlich, an den Wochentagen und in der Nacht sind wir flexibel. Werden wir benötigt, rücken wir aus. Bei First-Responder-Einsätzen werden die Motorräder über die Leitstelle Tirol alarmiert. „Wir warten jedoch nicht auf der Dienststelle, bis wir einen Auftrag erhalten, sondern sobald wir im Dienst sind, sind wir auch auf den Straßen unterwegs. Haben wir keinen medizinischen Einsatz, so nützen wir die Zeit und leisten Präventionsarbeit oder gehen anderen Tätigkeiten nach“, berichtet Reiter und verdeutlicht: „Gegebenenfalls werden wir Blutspenden sowie medizinisches Material auf schnellstem Weg von der Universitätsklinik Innsbruck ins Krankenhaus Zams transportieren. Auch Stauberatungen sind geplant. Man denke an jene Staus von vor zwei Jahren, die von Scharnitz bis zum Brenner reichten.“ Selbst Einsätze bei Radrennen und weiteren Sportveranstaltungen seien fürs Motorrad ein Thema. „Übrigens bin ich stolz darauf, dass sich mit der diplomierten Krankenschwester und Notfallsanitäterin Manuela Gurschler auch eine Frau unter den 15 Motorradfahrern befindet. Alle Mitarbeiter der Motorradstaffel wollen bestmöglich für die Menschen da und mit einem Lächeln unterwegs sein, das man selbst durch den Vollvisierhelm gut erkennen kann“, schildert Reiter die motivierte Stimmung.
 
Rasche, ergänzende Hilfe auf zwei Rädern<br />
Jan Reiter ist Ortsstellenleiter vom Roten Kreuz in Kematen/Zirl und leitet die neue Motorradstaffel. Foto: privat
Rasche, ergänzende Hilfe auf zwei Rädern<br />
Der Tiroler Rotkreuz-Präsident Günther Ennemoser zu Besuch bei den Rotkreuzlern auf zwei Rädern. Von den neuen Fahrzeugen ist er begeistert.
Rasche, ergänzende Hilfe auf zwei Rädern<br />
Bei gesundheitlichen Problemen oder einem Unfall ist man oft auf rasche Hilfe angewiesen. Eine eigene Motorradstaffel sorgt nun beim Roten Kreuz dafür, dass die Ersthelfer noch schneller am Einsatzort sind.
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