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Telfs | Chronik | 5. Juli 2021 | Gebi G. Schnöll

Schafabtrieb in Oberhofen im Juni!

Schafabtrieb in Oberhofen im Juni!<br />
Schafbauer Karl Föger fordert gemeinsam mit Ortsbauernobmann Johann Moser (v.l.) Maßnahmen gegen die Probleme mit Wolf und Bär.  RS-Foto: Schnöll
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Wolf riss 31 Schafe: Vergangenen Dienstag holten die Bauern ihre Tiere vom Berg

Den Oberhofer Schafbauern reicht es! Ende Mai haben sie rund 300 Bergschafe zu den saftigen Almweiden aufgetrieben, Dienstag vergangener Woche fand der Almsommer ein jähes Ende. Ein Wolf aus italienischer Population hat 31 Tiere bestialisch gerissen, rund 20 Schafe werden noch vermisst. Die Schafbauern haben die Konsequenzen gezogen und die verbliebenen 250 Tiere ins Dorf zurückgebracht.
Von Gebi G. Schnöll

Schafhirte Karl Föger und Ortsbauernobmann Johann Moser sind ratlos. Für sie ist nach den Rissen von 31 Schafen und einigen Lämmern eine Beweidung des Oberhofer Almgebiets unmöglich geworden. Dienstag vergangener Woche haben die Schafbauern ihre noch lebenden Tiere zurück ins Tal gebracht. „Wenn Wölfe auf den Tiroler Almen noch länger ungehindert auf bestialische Weise Schafe reißen können, wird eine Almwirtschaft bald nicht mehr möglich sein. Damit wird dann nicht nur die Gesundheit der Schafe gefährdet, es mindert auch die Qualität des Schaffleisches, und es wird auch die Natur darunter leiden, wenn von den Nutztieren keine Beweidung mehr stattfindet. Die Almen werden verwuchern, und es werden sich vermehrt Erdrutsche lösen, weil der Boden von den Tieren nicht mehr verdichtet wird“, zeigt Föger auf. Der Oberhofer Schafzüchter, der eigentlich den Sommer über als Hirte auf der Oberhofer Alm sein sollte, hat mit einem Schlag 40 Schafe verloren, Der Großteil der gerissenen 31 Schafe gehörte ihm, etliche Tiere sind noch abgängig, einige sind vermutlich, vom Wolf gehetzt, in den Tod gestürzt.

Es muss eine Lösung her! „Nach dem Fleischpreis gerechnet, wäre jedes Tier rund 150 Euro wert gewesen. Es ist aber der ideelle Wert, der weit höher liegt. Die Tiere sind bei mir am Hof aufgewachsen, man hängt an ihnen. Wenn man sie bestialisch zerfleischt daliegen sieht, drückt es einem die Tränen aus den Augen“, schildert Karl Föger, und er fügt hinzu: „Aufhören wäre die beste Lösung. Aber das geht nicht so einfach. Generationen haben sich mit der Schafzucht befasst, da hängt viel Arbeit und Herzblut dran. Man kann nicht so einfach alles hinschmeißen, man kann nur hoffen, dass das Problem mit Wolf und Bär schnellstens einer Lösung zugeführt wird!“ Ortsbauernobmann Johann Moser drängt ebenfalls auf eine rasche Lösung: „Viele Schafbauern aus unserem Dorf denken bereits über die Stilllegung der Schafzucht nach. Die meisten sind Nebenerwerbsbauern, die einer Arbeit nachgehen und den Großteil ihres Verdienstes in die Landwirtschaft stecken. Für das Problem mit Wolf und Bär muss dringend eine Lösung her, doch eine Lösung kostet Geld. Die Landespolitik muss sich hinter die Landwirtschaft stellen und effiziente Maßnahmen überlegen, die hoffentlich schon im Almsommer 2022 wirksam sind!“ Der Oberhofer Bürgermeister Peter Daum spricht von einem Wahnsinn, der vom WWF sogar noch gut geheißen wird. „Diese Organisation bezeichnet den Wolf als Gesundheitspolizist. Da frage ich mich schon, warum er dann Schafe bei lebendigem Leib auf übelste Weise tötet. Jetzt sind es die Schafe, später die Rinder“, prophezeit Daum.
 
Schafabtrieb in Oberhofen im Juni!<br />
31 Schafe hat der Wolf aus italienischer Population auf der Oberhofer Alm gerissen. Die Tiere mussten höllische Qualen erleiden. Fotos: privat
Schafabtrieb in Oberhofen im Juni!<br />
Auch dieses Schaf wurde vom blutrünstigen Wolf übel zugerichtet.
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