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Telfs | Chronik | 18. Oktober 2021 | Gebi G. Schnöll

Wird Wolf im Winter zum Problem für die Jagd?

Wird Wolf im Winter zum Problem für die Jagd?<br />
Der Oberhofer Landwirt Johann Moser züchtet Fleisch- und Milchschafe. Er befürchtet große Schäden durch die Anwesenheit von Wolf und Bär. RS-Fotos: Schnöll
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Schafrisse oberhalb von Pfaffenhofen - LJM Larcher glaubt, dass sich Wölfe bald auf die Wildtiere konzentrieren werden

Das Weidevieh ist in den vergangenen Wochen in die Tallagen zurückgekehrt und grast nun dort auf den Wiesen das noch nachwachsende zarte Grün ab. Die Beutegreifer haben die Schafe und Ziegen offenbar nicht ganz aus den Augen verloren. In Trins im Wipptal hat ein Wolf in der Nacht auf den 6. Oktober direkt neben einem Wohnhaus einige Schafe gerissen, ein anderer Wolf tötete vorletztes Wochenende nur unweit eines Restaurants im Pfaffenhofer Weiler „Höll“ sechs Lämmer bestialisch. Landesjägermeister Anton Larcher fürchtet, dass sich die Wölfe schon bald in die Wälder zurückziehen und dort in den kommenden Monaten bei den Wildfütterungen ihrem Trieb freien Lauf lassen.
Von Gebi G. Schnöll

Die sechs Lämmer, die auf einer Wiese im Pfaffenhofer Weiler „Höll“ gerissen wurden, gehörten dem Oberhofer Landwirt und Schafzüchter Johann Moser. Er ist sich sicher, dass ein Wolf seine Schafe getötet hat. „Das zeigten die Kehlenbisse“, sagt er. Aufmerksam wurde er auf die bestialischen Risse durch einen Jäger, der ihm telefonisch mitteilte, dass er in der Nähe einer Wildfütterung ein totes Lamm gefunden habe. „Als ich gleich danach auf der Wiese, auf der meine Lämmer grasten, Nachschau hielt, fand ich fünf weitere zu Tode gerissene Lämmer“, schildert Moser gegenüber der RUNDSCHAU. Rund 150 Euro erhalte er für jedes Lamm, ihm gehe es aber nicht ums Geld, sondern darum, dass sich die Beutegreifer Wolf und Bär bei uns nicht aufhalten und ihrem mörderischen Drang freien Lauf lassen dürften. „Diese Raubtiere haben bei uns nichts zu suchen, weil für sie zuwenig Platz in der Natur vorhanden ist. Der Wolf und der Bär wurden von unseren Vorfahren nicht umsonst ausgerottet, wenn das so weiter geht, wird der Schaden für die Landwirtschaft und den Tourismus enorm sein. Solange die Beutegreifer nur die Schafe und Ziegen reißen würden, die sie als Futter brauchen, wäre das kein Problem, so wie jetzt kann es aber nicht weitergehen“, macht Johann Moser seinem Ärger Luft. 

Bangen vor dem Winter. Meldungen, denen nach im Raum Imst-Gurgltal ein Wolf unterwegs sein soll, haben sich laut dem Imster Bezirksjägermeister Klaus Ruetz bisher nicht bestätigt. „Es gibt Auffälligkeiten, eindeutige Beweise haben wir aber noch nicht!“  Ruetz ist sich aber gleich wie Landesjägermeister Anton Larcher sicher, dass der Wolf in der kalten Jahreszeit zur großen Gefahr für das Wild werden könnte. „Wir können nur hoffen, dass  nur wenige Wölfe bleiben und das Wild nicht in Deckung bleibt, anstatt zu den Fütterungen zu kommen. Der Wolf ist zwar gekommen, um zu bleiben, er hat in unserer Kulturlandschaft allerdings keinen Platz mehr. Ich stehe jedenfall voll hinter den Bauern und ich bin mir sicher, dass die Pro-Wolf-Stimmung schon bald kippen und es Konflikte geben wird. Die Politik muss handeln, bevor es zu spät ist“, so Larcher.
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LJM Anton Larcher: „Wolf und Bär haben bei uns keinen Platz!“
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Eines der bestialisch gerissenen Lämmer von Johann Moser. Foto: privat
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