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Kunst entspannt von der Couch genießen

Föger trifft Artur Nikodem und Muharremi: Einrichtungshaus schafft neue Begegnungszone für Kunst

Das Obergeschoss des Einrichtungshauses Föger war mit seinen Designwelten immer schon Ort für das Besondere und Schöne. Warum also keine Begegnungszone für Kunst schaffen? „Wir wollten neue Wege gehen. Kunst muss zu den Leuten, nicht die Leute zur Kunst“, beschrieb Hannes Haffner die Idee von „Föger trifft Art[ur] Nikodem und Muharremi“ bei der Vernissage am Freitagabend. Martin Krulis, der Eigentümer des Artur Nikodem Museums in Mutters und Kozeta Krulis, Inhaberin der Bota Art Gallery, wollen Kunst in den Alltag integrieren und einem breiten Publikum den Zugang zu einzigartigen Werken ermöglichen.
16. Mai 2023 | von Christina Hötzel
Kunst entspannt von der Couch genießen<br />
Vor den schwarz-weiß Photographien von Artur Nikodem blättern Stefan Föger und Martin Krulis versunken im Ausstellungskatalog (v.l.).
RS-Foto: Hötzel
Von Christina Hötzel

Schwarz-weiß und knallbunt: Während die Photographien Artur Nikodems zum Entdecken bekannter und entfernter Orte einladen,  wirken die Ölbilder Artur Muharremis  frisch und fröhlich. Die Ausstellung im Föger Einrichtungshaus war der perfekte Ort, Kunst aus nächster Nähe zu betrachten und mit den Kuratoren und anderen Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen. „Kunst muss für alle erreichbar sein. Ohne Hürden, ohne Hemmungen und in der richtigen Umgebung. Hier im Einrichtungshaus kann unsere Kunst strahlen, wirken und verzaubern“, erklärt Martin Krulis, der Urenkel Artur Nikodems. Mitglieder des Telfer Kulturausschusses vermischten sich mit Kunden und Gästen und flanierten an Designermöbeln von Rolf Benz oder Team 7 und den Kunstwerken entlang.

EINER FÜR ALLE UND ALLE FÜR DIE KUNST. Stefan Föger und Hannes Haffner leiten das Familienunternehmen in der 3. Generation mit traditionellen Werten und zukunftsorientierten Visionen. Mit Bernhard Fischer bilden sie die „drei Musketiere“, hinter der Idee der Kunst-Begegnungszone. Krulis dankte ihnen in seiner Begrüßungsrede herzlich.  Für seine Kollegen bedeutete das Ganze schon eine Gratwanderung: „Wie kannst Du in ein Möbelhaus gehen, wenn Du eine Galerie hast“, wurde er von vielen gefragt. „Ich glaube jedoch, dass die edlen Möbel und die Kunst sich in einem harmonischen Zusammenspiel befinden und einander beflügeln“, so Krulis. Mit seiner Frau Kozeta ist er Ideengeber der Ausstellung.

ZEIT FÜR KUNST SCHAFFEN. Als Kundin gefiel mir diese Abteilung schon immer, sie erschien mir jedoch etwas kühl, und so probierte ich die Geschäftleiter zu überzeugen, dass etwas fehlt“, führt die Galeristin aus. Die Zeit für Kunst, die sonst oft fehlt, könne der Kunde sich hier zwischen den Designermöbeln nehmen. Nicht nur online und digital auf  einem Bildschirm soll die Kunst spürbar und erlebbar sein, sondern an einem alltäglichen Ort. Kunst müsse etwas für alle Menschen sein und nicht nur für die Reichen, findet Krulis. So sei es schön, dass zur Vernissage auch Mütter mit Babys in der Trage und Teenager gekommen seien. Die nutzten zwar auch schon mal einen der bequemen Sessel, um ihren Social-Media-Account zu checken, aber was soll’s. Die Austellung öffnete den Besuchern die Augen und weckte ihre Neugier.

DER URENKEL NIKODEMS HAT VIEL ZU ERZÄHLEN. In erster Linie sei sein Urgroßvater (1870-1940) als Maler bekannt gewesen, nicht als Photograph. Seine Mutter hätte dem Museumseigentümer aber einst einen riesigen Karton mit Photographien in die Hand gedrückt. Anfang des Jahrtausends habe er mit dem Sortieren begonnen. In der Austellung sieht man „modern prints“ der sechs mal sechs Zentimeter großen Orginalphotos entweder als Silbergelantine-Abzug oder auf Cottonwool-Paper. Besonders aussagekräftig findet Krulis das Bild vom Schwimmbad in der Höttinger Au in Innsbruck. „Die Spiegelungen im Wasser sind ganz typisch für die Zeit des Jugendstils.“   

KONTRASTPROGRAMM MIT DESIGN, STIL UND TREND. Da sind die Ölbilder des in der Normandie lebenden zeitgenössischen Muharremi das krasse Gegenteil. Seine Akte und Stillleben springen dem Betrachter förmlich ins Auge. Dass er sich gerne mit griechischer Mythologie beschäftigt, weiß der Galerist Krulis. Zu bunt wird es ihm aber auch mit Muharremis Kunst, den seine Frau in der „Bota“-Galerie vertritt, nicht. Ein großes Lob haben beide für die Föger-Verantwortlichen. „Dass ein Partner heutzutage so etwas in die Hand nimmt und finanziert, ist schon toll.“ Es gab dort keine Museumschienen und keine richtige Beleuchtung, und trotz einer gewissen Skepsis beim ersten Gespräch, sei nun alles perfekt organisiert. In Zukunft soll es weitere Ausstellungen geben und das Obergeschoss als Begegnungszone etabliert werden. Denn „Kunst ist Schaffen aus der Seele“.
Kunst entspannt von der Couch genießen<br />
Nicht nur Van Gogh mochte Sonnenblumen als Motiv, auch Nikodem. RS-Foto: Hötzel
Kunst entspannt von der Couch genießen<br />
Sofort fröhlich stimmt der Akkordeonspieler von Muharremi. RS-Foto: Hötzel

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